Montag, 6. August 2012

Unbemerkt

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Auf keinen Fall werden Sie die Polizei rufen.", erklärte Geoffrey stumpf nachdem er das Gespräch beendet hattte. Dazu warf er Hillary einen vernichtenden Blick zu. Wenn er jetzt zugab, dass es Joe nichts ausmachen würde, die Polizei im Haus zu haben, könnte sie ihr Vorhaben ja wieder zurücksetzen. Und Joe schien nicht nur nichts dagege zu haben, sondern es regelrecht zu begrüßen. Also lohnte sich die Provokation.

Hillary bekam sofort wieder Oberwasser. Für einen Augenblick hatte sie gedacht, es wäre schlauer wieder zu gehen. Doch die offene Feindseligkeit des Butlers war das womit sie gerechnet hatte. Damit konnte sie umgehen. "Hillary Preston hier, amtliche Sozialarbeiterin. Bitte schicken Sie doch einen Streifenwagen ins Community Village Nummer zwölf. Ich habe hier Probleme mit der Durchsetzung eines Besuchsbeschlusses.", erklärte sie trocken. Geoffrey deutete mit einer Handbewegung an, ihr das Handy wegnehmen zu wollen. Doch Hillary wich aus und der Butler gab sein Vorhaben auf.

"Nun kann ich auch hier warten.", erklärte Hillary stur und ließ sich auf das Sofa im Salon fallen. "Nur zu gern.", meinte Geoffrey mit leicht süffisantem Unterton. Er war sicher, dass Joes überlegener Tonfall am Telefon nicht grundlos gewesen war. Dennoch hatte er nicht vor, Hillary aus den Augen zu lassen. Joe hatte vermutet etwa gleichzeitig mit dem Streifenwagen einzutreffen, also konnte es nur noch wenige Minuten dauern.

Schließlich war es soweit und die Haustür klickte. Joe hatte sich selbst aufgeschlossen und kam in die Halle. "Geoffrey?", rief er vernehmlich. Der Butler öffnete die Türe zum Salon und Hillary folgte ihm sofort. "Schön, dass sie da sind.", meinte sie spitz. Sie drängte sich an Geoffrey und streckte Joe die Hand hin: "Hillary. Ich bin Sozialarbeiterin und kümmere mich um Nadja." Sie erntete einen verächtlichen Blick als Antwort und ihre Hand blieb einfach in der Luft. Joe schüttelte sie nicht. Er verschränkte die Arme vor der Brust. "Ich habe anderes gehört. Sie sind eine aufdringliche und neuierige Person, die hier nichts verloren hat. Ihre Hilfe wurde mehr als deutlich abgelehnt."

Nadja hatte Joes Stimme im Erdgeschoss gehört und war vorsichtig aus ihrem Zimmer gekommen. Was machte Joe um diese Zeit hier. Er war doch nicht etwa gekommen um Hillary rauszuschmeißen? Zögernd stand sie an der Galerie im ersten Stock und blickte hinunter auf die kleine Versammlung in der Halle. Hillary stand umringt von Joe, Geoffrey und Grant in der Halle. Sie zögerte. Sollte sie da nun hinuntergehen? Oder hatte man sie mit Absicht nicht gerufen? Sie ging einen Schritt vom Geländer zurück um nicht mehr so im Blickfeld des Grüppchens zu stehen. Bislang hatte noch keiner hinaufgesehen und sie bemerkt.

Kommentare:

  1. Abwarten und Tee trinnken, Nadja.
    Wenn du benötigt wirst, wid Geoffrey auf deine anwesendheit aufmerksam machen.
    ..und wo bleibt die Polizei?
    :-D Geoffrey ist ein echtes Schauspieltalent. *Daumen hoch*

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  2. Ach Geoffrey *selig grins*

    Er kennt die Menschen und weiß, welche Knöpfe er bei wem drücken muss. Geoffreys Loyalität ist absolut unzerstörbar.
    Nun ist Joe also da und sagt gleich zu Anfang schon, was er von ihr hält. Er ist in seinem Haus und er kann jederzeit deutlich machen, was er von der Anwesenheit eines Störenfriedes hält. Alles andere wird der Anwalt regeln und dieser wird ziemlich gelassen auf die Ankunft der Polizei warten.

    Ich nehme an, dass Joe bereits dem Wachdienst bescheid gesagt hat und der Streifenwagen ungehindert durchfahren kann. Hillary, du wirst gleich mächtig staunen :-)

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  3. Geoffrey, Geoffrey Du kleines Biest *lach*. Er hat Hillary so manipuliert wie er es haben wollte, gut gemacht. Und Hillary fühlt sich immer noch als große Siegerin, aber das bestimmt nicht mehr lange. Joe hat ihr ja schon gesagt was er von ihr hält. Den Rest, das juristische, wird ihr dann Grant und auch bestimmt die Polizei verdeutlichen. Ich denke, Hillary wird erstmal große Augen bekommen, wenn Joe Grant als seinen Anwalt vorstellt, das wird ihr Hochgefühl bestimmt schon mal etwas drosseln^^.

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