Freitag, 24. August 2012

Ich weiß, wo sie sind

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja schaute Maria etwas kritisch an. "Du willst mit?", hakte sie so neutral wie möglich nach. "Ja. Mama hat gesagt, das ist okay.", log Maria und schlug dabei aber den Blick nieder. Nadja rollte wissend mit den Augen. "Aha. Deshalb hat sie dich auch nicht gleich mitgenommen.", schloss sie messerscharf. Dann gab sie ihrer kleinen Schwester mit dem Finger einen kleinen Stups auf die Nase. "Na komm, zieh dir Schuhe an."

Wenig später standen Nadja und Maria unten auf der Straße und Nadja sah sich suchend um. "Wo sagtest du, sind sie hingegangen?", meinte sie mit Blick auf ihre Schwester. Maria deutete die Straße hinunter. "Da entlang." Nadja nickte und dann folgten sie der Richtung. "Und Mama hat nicht gesagt, wo sie hin wollte?" Maria schüttelte den Kopf. "Nein. Sie sagte nur, sie wollte irgendwo anders hin." Nadja durchzuckte der Gedanke, dass das wohl ein klarer Hinweis darauf war, dass ihre Mutter eigentlich nicht wollte, dass jemand dabei war.

Doch sie beschloss das zu ignorieren. Dieser Kerl sollte nicht wieder die Chance bekommen sie fertig zu machen, indem er auf sie einhackte, wenn sie allein waren. Noch unerträglicher war der Gedanke, dass er womöglich gewalttätig werden könnte. Bei diesen Gedanken beschleunigte Nadja ihren Schritt merklich, so dass Maria Mühe hatte, hinterher zu kommen und einige kurze Laufschritte einlegen musste. "Wenn wir so rennen, sehen wir sie vielleicht nicht.", hechelte sie.

Nadja wurde wieder langsam. "Du hast ja recht. Aber ich möchte so schnell wie möglich bei Mama sein." "Ich auch.", flüsterte Maria fast unhörbar. Auch ihr hatte die Vorstellung, dass Mama allein mit Papa war, nicht wirklich behagt. Sie gingen, nun wieder langsam, ein wenig die Straße weiter und waren nun fast am Ende des Blocks angekommen, so dass sie sich gleich entscheiden müssten, ob sie abbogen oder ob sie weiter geradeaus gingen.

An der Ecke blieb Nadja stehen. "Gibt es hier irgendwo ein Bistro oder so etwas? Vielleicht eines wo ihr besonders gern hingeht?", hakte sie bei ihrer Schwester nach. "Das CarryOn da links. Da gehen wir ganz gern hin. Und es gibt noch Bagelworld dort vorn. Aber da schmeckt es nicht so gut.", erklärte sie eifrig. Nadja überlegte kurz. Dann schlug sie eine Richtung ein und wieder hatte Maria Mühe hinterher zu kommen. "Ich wette ich weiß, wo sie sind.", rief sie ihrer Schwester zu.

Kommentare:

  1. Na, hoffentlich weiß Maria wirklich, wo sie sind, denn man kann auch in diesem Viertel sicherlich unbemerkt mehrfach aneinander vorbei rennen.
    Im Gegensatz zu Minito finde ich es sehr gut, dass Lukas dazu kommt. Selbst wenn es zu Handgreiflichkeiten kommen könnte, so wäre es nicht verkehrt, wenn Lukas' Anwesenheit signalisiert, dass er bereit ist, seine Familie zu beschützen. Es ist schon schlimm genug, dass man sie überhaupt vor dem Vater schützen muss. Die Frage ist nur, wird Lukas die Vier dann auch finden? Fährt er überhaupt hin und sucht?
    Was fällt dir noch alles ein, Joe, damit wir immer noch nicht erfahren, was Mykola eigentlich will? *grummel

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  2. Nadja hat ihre Schwester schnell durchschaut und sofort gemerkt, dass sie lügt. Sie nimmt sie dennoch mit, das kann doch nur Ärger mit Mama geben. Aber vielleicht ist Mama ja gamz froh, dass die Beiden auftauchen, wer weiss wie das Gespräch mit ihrem Exgöttergatten verläuft.
    Die Spannung steigt, was Mykola nun von seiner kleiner Tochter will.
    Und klar ist es gut, dass Lukas seine Familie beschützen will, aber Gewalt und Stress gab es früher doch genug. Da müßen jetzt nicht unbedingt die Emotionen hochkochen;-).
    Aber vielleicht gibt es für alles ja eine ganz hrmlose und schöne Erklärung :-).

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