Sonntag, 12. August 2012

Filmkritik: Prometheus - Dunkle Zeichen

Nachtrag 12.08.12, 20:30 Uhr:

Ein wirklich lesenswerter Verris des Films ist auch bei den Fünf Filmfreunden zu lesen.

Prometheus - Dunkle Zeichen (Review) Vorsicht Link enthält Spoiler!


"Ridley Scott in 2D. So wie es sich gehört!", sprach die Stimme hinter im Kino, als die ersten Bilder über die Leinwand rauschten. Tatsächlich waren dies die einzigen Bilder, bei denen ich gedacht hatte, sie könnten in 3D vermutlich beeindruckener wirken. Das ist jedoch nur eine Vermutung, da ich den Film eben nur mit meiner einen Brille verfolgt habe. Aber ansonsten muss ich dem Mitzuschauer einfach recht geben. Ridley Scott hat einmal mehr gezeigt, wie man (sich) bewegende Kunstwerke auf die Leinwand zaubert. Mondlandschaften, die doch keine sind, in epischer Breite des Kinos.

Doch so schön diese Breite anzusehen ist, sie nimmt dem Film die Enge. Was sich paradox anhört ist leider der Grund dafür, dass die beklemmende Stimmung von 1979 nicht noch einmal aufkommen mag. Auch die Prometheus hat, genau wie die Nostromo, endlose Gänge in denen man sich verlieren kann, doch der Druck und die Dunkelheit der Bilder von damals kommen nicht auf.
Auch die Schockeffekte, mit denen sich Ridley Scott damals bis ins Mark der Zuschauer bohrte sind dieses mal, auch ohne Kenntnis der Alienfilme, vohersehbar und kaum erschreckend. Es fehlt die Dunkelheit, die Verzweiflung und die Stroboskopeffekte. Ein wenig verzweifelt starrt man auf die Leinwand und möchte sich endlich gruseln, doch der Meister lässt uns verhungern.

Lichtblicke in dieser dunklen und schreckarmen Umgebung sind leider nur drei zu sehen. Charlize Theron als eine gefühlskalte und unnahbare Buchhalterin und Repräsentantin des Konzerns. Erst im Angesicht des Todes gestattet sie sich einen Gefühlsausbruch. Doch leider fehlt ihr im Gesamtblick ein wenig die Tiefe. So richtig nimmt man weder der Figur noch ihrer Darstellerin die Motivation für dieses Unterfangen ab.

Michael Fassbender gibt den unvermeidlichen Roboter. Mit sanftem Lächeln und einer maschinellen Präzision gleitet er von Szene zu Szene und erfüllt den Auftrag, für den er geschaffen wurde. Doch so strebsam er seiner Aufgabe nachgeht, so wenig ist seine Person greifbar. Die wenigen philosophisch anmutenden Unterhaltungen bleiben dann doch seicht und wenig aufschlussreich. Weder was seine Person angeht, noch was die vielen offenen Fragen zum Hintergrund angeht.

Für mich bleibt aber der hellste Stern in dieser Tristesse Noomi Rapace. Kürzlich erst als geradezu animalische Lisbeth Salander weithin bekannt geworden, folgt sie hier als weibliche Protagnoistin den Spuren einer Ellen Ripley. Teilweise gleicht sogar ihr Äuseres dem Vorbild. Sie stolpert müde durch eben jende Raumschiffgänge und schleppt sich, ob verfolgt oder nicht, immer weiter. Angetrieben von ihre unstillbaren Neugier endlich zu finden, was sie so dringend sucht.

Der Rest der Figuren verliert sich in Bedeutungslosigkeit und niemand der unvermeidlich sterbenden Besatzung vermag es sich da hervor zu tun.

Letztlich verliert der Film sich in einem Anspruch Fragen aufzuklären, die er nicht beantworten will oder kann. Die Hauptstory ist wenig innovativ, was sie aber eigentlich auch nicht zu sein braucht. Die Nebenhandlungen versprechen interessant zu werden, doch bleiben am Ende so viele Fäden ungestrickt und hängen als lose Enden aus dem Ende dieses Filmstreifens heraus.

Ich weiß nicht, wieviele Filme für die Prometheusreihe nun noch geplant sind. Aber vielleicht lohnt es sich abzuwarten, bis man sie alle hintereinander präsentiert bekommt. Kinos werden vermutlich Doppel- oder Dreifachvorstellungen anbieten, wenn es soweit ist. Dann kann man den Film sicherlich befriedigter verlassen.

Wen das nicht stört, der bekommt mit Prometheus einen bildgewaltigen, wenn auch wenig schockenden Ridley Scott zu sehen. Das Angebot reicht allemal zur genüsslichen Vernichtung einer Tüte Popcorn. Insgesamt bleibt es aber auf allen Ebenen weit hinter der Erwartung zurück.

Kommentare:

  1. Ich kann dem nur zustimmen. Netter Film, aber eben auch nur nett :) Und ja, fürs Popcorn hats im jedem Fall gereicht!

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  2. Popcorn ist immer gut. Egal wie gut ode schlecht der Film ist ;-)

    Ich schliese mich der Kritik an: Schön, aber nicht neu.
    Wenn man aus seiner Kindheit/ Jugend die Klassiker der Alienreihe kennt und liebt, ist Prometheus wenig überraschend.
    Ein Klischee nach dem anderen wird bedient.

    Einen bitteren Nachgeschmack, hinterläßt die Slapstick, wie die Repräsentantin des Konzerns stirbt.
    Bei Tom &Jerry hat es auch immer funktioniert.

    Die unbeantwortete Grundfrage läßt einen ein gewisse Kribbeln zurück. Evtl. zaubert Ridley Scott neue und unerwartete Antworten aus dem Hut.

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