Mittwoch, 18. Mai 2011

Fremdbestimmt

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja wusste plötzlich gar nicht mehr warum sie so aufgebracht war. Joe meinte es doch nur gut mit ihr. Aber ihr Puls war immer noch auf 180. Ein wenig hechelte sie, dann endlich begann sie sich zu beruhigen. Joe saß nahezu unbeteiligt neben ihr auf dem Sofa. Ihm war überhaupt nicht klar, was passiert war. Er hatte doch nur wissen wollen ob sie sich schon ein College überlegt hatte. Warum war das denn so eskaliert? "Tut mir leid.", stammelte er schließlich.

"Ich wollte nicht streiten.", gab sie zurück und schlang ihre Arme um seinen Nacken. Dann zog sie ihn zu sich heran und rutschte fast auf seinen Schoß. Beide atmeten sie noch schwer. "Du kannst auf jedes College gehen, dass du willst.", sagte er fest und sah ihr tief in die Augen. "Ich glaube ich will vor allem bei dir bleiben.", flüsterte sie zurück. Insgeheim nahm sie sich vor, sich nach Colleges in Seattle umzusehen. Sie würde es doch gar nicht ertragen Monatelang von Joe getrennt zu sein.

Seit sie ihre Fernbeziehung geführt hatten, in der Zeit als sie noch auf Arramoa gewesen war, waren sie nicht mehr länger als ein paar Tage getrennt gewesen. Seine Geschäftsreisen waren da jeweils der längste Zeitraum gewesen. Und schon das war, jedes einzelne mal, unerträlich für sie. Wie konnte sie nur auf die Idee kommen sich ein College irgendwo ander Ostküste auszusuchen oder nur im mittleren Westen? Sie atmete tief durch und presste sich fest an seinen Körper und sog seinen Geruch ein.

Hatte er jetzt gewonnen? Joe legte noch etwas unsicher den Arm um Nadja und kraulte gedankenverloren ihren Kopf. Was hatte sie gesagt? Sie wollte einmal selbst bestimmen? Er versuchte sich an die Zeit zu erinnern, als er selbst sein College gewählt hatte. Eine leichte Gänsehaut überzog ihn kurz, als ihm schlagartig klar wurde, dass er damals auch auf das College gegangen war, was sein Vater für ihn vorgesehen hatte. Sogar bei der Entscheidung wo er schließlich seinen Master machen wollte hatte er ihm noch reingeredet. Er musste schlucken und drückte jetzt auch noch Nadjas Körper fest an sich.

"Ich werde dir da nicht reinreden. Sag mir nur früh Bescheid. Okay? Dann können wir sehen, wie wir das alles geregelt kriegen.", bat er sanft. Nadja nickte einfach nur. Sie wollte den Kopf jetzt nicht anheben. Dann könnte er sehen, dass ihre Augen feucht waren. Scheinbar ewig saßen sie noch so auf dem Sofa. Dann endlich lösten sie sich voneinander. "Ich bin müde.", lächelte sie und wischte sich noch eine herabrollende Träne von der Wange. "Dann lass uns schlafen gehen.", meinte er sanft und sie gingen langsam nebeneinander nach oben.

Während sie neben Joe die Treppe hinaufging kreisten Nadjas Gedanken noch etwas weiter. Sie musste unbedingt mit Ashley reden. Die hatte doch auch einen Freund. Wie machte die das denn wenn sie auf verschiedene Colleges gehen würden nächstes Jahr? Dann aber waren sie im Schlafzimmer angekommen und sie wischte den Gedanken bei Seite.

Kommentare:

  1. Uih, sie haben dazu gelernt :) Beide haben eingelenkt und siehe da, es geht doch!

    Aber ich vermute, die Stimmung für Sex dürfte jetzt weg sein. Nadja fühlte sich wegen so etwas "unwichtigem" zurückgestoßen und Joe war einmal mehr hilflos. Naja, das wird sich einrenken.

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  2. wie süß ...wie schnell ein streit doch verfliegen kann, die sind beide so sensibel ... da kommt das sogar gut rüber.
    ich weiß trotzdem nicht so recht warum sich joe das überhaupt gefragt hat ob sie ihn nicht doch irgendwann in den wind schießt. ich mein zur normalen liebe kommt ja noch das gefühl des ritters in goldener rüstung und schimmel :D schließlich hat er dafür gesorgt das ihr leben wieder "ganz normale" formen annimmt und deswegen würde sie joe niemals betrügen oder verlassen oder sonstiges. schließlich mag sie den kleinen nerdy ja weil er so verschossen in sie ist und sie in seinen heldenhaften charackter.

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