Dienstag, 31. Mai 2011

Ein Flug nach Sacramento

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja stieg auf der Chefetage aus dem Aufzug und ging den flur hinunter, wo es zu Joes Büro ging. Der Flur mündete in einen großen offenen Raum, wo Brenda ihren Schreibtisch hatte. Auf der gegenüberliegenden Seite war eine Couchlandschaft aufgebaut, wo man Besucher warten lassen konnte. Brenda saß an ihrem Schreibtisch und tippte am Computer als Nadja ankam. "Hi.", grinste Nadja fröhlich. Brenda sah sie überrascht an. "Hallo Nadja.", gab sie zurück, "Was machst du denn hier?"

"Na ich mag Joe besuchen.", meinte Nadja, "Ich hab etwas wegen der Schule mit ihm zu besprechen.", rechtfertigte sie sich gleich noch. Doch irgendetwas schien hier nicht zu stimmen. Brenda schüttelte traurig den Kopf. "Tut mir leid, Liebes, aber er ist heute nicht im Büro.", meinte sie sacht. Nadja klappte der Mund auf. "Nicht im Büro?", kiekste sie heraus. Brenda zuckte die Schultern: "Tut mir leid. Nichteinmal ich weiß, wo er ist. Er sagte gestern Abend beim Gehen nur, er käme heute nicht."

Ein fieses Stechen ging durch Nadjas Bauch. "Okay.", meinte sie nur sichtlich enttäuscht. Ihre Gedanken kreisten sofort aber sie fand keine Erklärung. Joe hatte doch sogar gesagt, er würde heute länger im Büro bleiben. Stattdessen war er gar nicht dort? Was hatte das zu bedeuten? "Und er hat gar nichts gesagt?", vergewisserte sich Nadja mit belegter Stimme. Brenda tat das Mädchen leid. Sie war zwar niemals offiziell in die Liebschaft zwischen Joe und Nadja eingeweiht worden. Doch sie hatt die beiden schon öfter zusammen gesehen. Nadja zählte zwar nicht zu den Dauergästen auf der Etage, aber ein paar mal war sie schon da gewesen. Und Joes Reaktionen, wenn er sie sah verrieten eindeutig, dass sie mehr war, als nur ein Hausgast.

"Ich denke, er will etwas privates erledigen. Er hat mich einen Flug nach Sacramento buchen lassen. Sein Vater wohnt dort.", gab Brenda zu. Niemand anders hätte diese Information je aus ihr herausbekommen. Aber Nadja schaute geradezu kläglich drein. Ihr selbst war völlig klar, dass Joe überhaupt nicht das Zeug hatte, Nadja zu betrügen. Aber sie war unsicher, wie genau Nadja das wusste. Da war es nicht nötig, dass sie sich Sorgen machte. "Er ist weggeflogen? Er ist doch heute Morgen ganz normal zur Arbeit gefahren?", meinte Nadja immer noch perplex. Brenda hackte an ihrem Computer. "Das passt durchaus zusammen. Er fährt ja, soweit ich weiss immer um sieben Uhr los. Sein Flug ging um kurz nach acht."

Nadja nickte. "Danke Brenda.", meinte sie mit belegter Stimme. "Ich bin sicher er ist bei seinem Vater. Aber ich weiß wirklich nicht warum.", erklärte Brenda nun nochmal. Nadja nickte wieder. "Ist okay. Ich werde ihn fragen, wenn er zurückkommt. Wann geht sein Flug zurück?" Brenda schauderte vor der Antwort, die sie nun geben musste. "Ich habe keinen Rückflug gebucht. Er sagte, er weiß nicht, wie lange es dauert und, dass er sich den Rückflug selbst bucht, wenn er am Flughafen ist." Sie sah Nadja eindringlich an und hoffte sehr, dass das nicht in den falschen Hals rutschte. Aber Nadja nahm es scheinbar ungerührt hin. "Dann warte ich einfach auf ihn." Es klang nun recht resigniert. "Bye, Brenda." "Pass auf dich auf. Mach dir keine Gedanken.", mahnte Brenda noch. Doch Nadja war schon wieder den Flur hinuntergegangen zum Aufzug.

In ihrem Kopf fühlte es sich dumpf an. Joe war also nicht im Büro sondern in Sacramento. Aber warum hatte er ihr das nicht gesagt? Warum hatte er gesagt er bliebe länger im Büro? Würde er überhaupt heute noch zurückkommen? Und was konnte er von seinem Vater wollen? Enttäuscht und verbittert ließ sie sich auf den Fahrersitz ihres Wagens fallen und starrte nach vorne. Ob sie Joe anrufen sollte um ihn zur Rede zu stellen? Sie beschloss lieber von zu Hause anzurufen. So etwas im Auto vor dem Firmengebäude zu klären kam selbst ihr dämlich vor. Sie fuhr zügig nach Hause. Doch die Gedanken standen nicht still und sie kämpfte die Hälfte der Fahrt mit den Tränen.

Kommentare:

  1. Aus ihrer Sicht ist die Verwirrung verständlich. Es wirkt nun mal irgendwie seltsam. Hätte Joe gesagt, dass er heute geschäftlich verreisen muss, wäre alles viel glaubwürdiger. So wird aus der geplanten Überraschung Joes wohl ein Fiasko. Au weia.. hoffentlich bekommt er wenigstens den Ring zurück!

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  2. joe wird sein handy bestimmt aushaben, wenn er fliegt und er braucht es heute ja auch nicht unbedingt, ob sie ihn da erreicht?! und dann kanns immer noch sein das er mal kein glück hat und erst einen tag später zurückfliegen kann...na mal sehen wie das noch alles wird :)

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