Mittwoch, 10. November 2010

Noctambule: Heilende Kräuter

Dies ist ein Kapitel aus KayGees Noctambule. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Inhaltsübersicht Noctambule

Es tat Armand leid um den kleinen, harmlosen Mönch. Fieberhaft hatte Fabien in seinen Regalen gewühlt und diverse Töpfchen herausgesucht. Dazu hatte er unentwegt gemurmelt. Es waren Gebete, nur unterbrochen von kurzen Erklärungen.
"Angelikakraut… Eisenmangel.. wo ist es denn..Ampfer.. Ginseng auch.. Vater unser.."

Armand kämpfte gegen seine Ungeduld. Er hörte Namen wie Tausendgüldenkraut, Quitte und Enzian. Ihm war egal, wie all das Zeug hieß. Er erhoffte sich lediglich davon, dass seine kleine Anya davon gesund wurde.
Immer wieder flog sein Blick zu dem Fenster. Das Tageslicht wurde stärker, die Sonne begann Schatten zu werfen. Die Zeit drängte. Die Sonne würde ihn nicht umbringen. Aber seine Haut würde empfindliche Verbrennungen riskieren. Sonnenlicht war qualvoll und er hasste es mehr als alles andere. Es machte ihn aggressiv.
Knurrend wandte er sich dem Mönch zu. Er hatte keine Wahl. Der kleine Mann würde Alarm schlagen und der Menschheit erneute Gerüchte über die Existenz seiner Art ins Ohr setzen. Im schlimmsten Fall würde der Pöbel des kleinen Pariser Vorortes sein Haus überfallen.
Hier im Ort hatte Armand bisher die Jagd vermieden und er hatte nicht vor seine Prinzipien zu brechen.
Die Angst des Mönchs lag wie eine Duftglocke in dem Zimmer und betörte Armands Sinne. Dann riss seine Geduld. Genug! Mit einem einfachen Griff im Genick packte er den kleinen Mann und brach ihm das Genick. Achtlos ließ er ihn zu Boden fallen, raffte die Kräuter zusammen und verließ das Haus durch den hinteren Garten.

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