Freitag, 5. November 2010

Aufräumhelfer

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Gegen elf Uhr kamen dann die ersten Eltern um die jüngeren Gäste abzuholen. Und so langsam begann sich die Party merklich zu leeren. Der DJ wechselte die Musikrichtung auf und begann wirklich guten House aufzulegen. Und so konzentrierte sich das verkleinerte Geschehen noch auf der Tanzfläche. Sebastian beäugte weiterhin Nadja, die fröhlich mit ihren Freundinnen tanzte.

Nadja hatte ihn inzwischen komplett vergessen. Die Musik gefiel ihr gut und sie war stolz auf ihre Party. Mit oder ohne Joe, war das der beste Geburtstag den sie je gehabt hatte. Und auch wenn das meiste, was an Geschenken auf dem Tisch wartete sicherlich nutzlos war, so würde sie doch sicherlich viel Spaß dabei haben, all die Kleinigkeiten auszupacken.

Um die Tanzfläche herum, war es ziemlich dunkel geworden. Der DJ hatte die meisten Teile der Gartenbeleuchtung abgeschaltet und nur noch die bunten Scheinwerfer erhellten im Takt der Musik die kleine Fläche. Nadja tanzte ausgelassen und merkte gar nicht, wie auf einmal Sebastian vor ihr stand. "Geile Party!", schrie er ihr gegen die laute Musik ins Ohr. Nadja nickte und grinste etwas verunsichert. Sie wollte sich wegdrehen, doch er hielt sie sacht an der Schulter fest.

Er beugte sich wieder vor und kam an ihr Ohr: "Ich kann doch nicht gehen, ohne mit dir getanzt zu haben" Nadja seufzte innerlich und nickte. Dann sollte es eben so sein und sie würde diesen einen Tanz mit Sebastian machen. Sie blieb auf Distanz und achtete kaum auf seine Bewegungen. Sie standen nur voreinander und jeder tanzte für sich. Sebastian wollte fluchen. Wie konnte dieses arrogante Gör es wagen, ihn abzulehnen. Einen Freund hatte sie offensichtlich nicht. Der wäre ja sonst auf dieser Party gewesen. Aber sie hatte den ganzen Abend eigentlich nur mit dieser Clique um Mary herum zu tun gehabt.

Als die Musik wechselte nickte Nadja ihm freundlich zu. "Danke für den Tanz.", nickte sie freundlich und verzog sich an den Pool und lies die Beine im Wasser baumeln. Immer wieder kamen jetzt Gäste zu ihr, bedankten sich und erklärten sie müssten nun nach Hause gehen. Es war inzwischen nach Mitternacht und scheinbar war ein Uhr für die meisten das elterliche Limit. Der DJ kam zu ihr und sie bestätigte ihm, dass er nun langsam Schluss machen könnte. Es waren nur noch fünf Leute da. Darunter leider auch Sebastian.

Schließlich wurde die Musik leiser und das Blinken der Lichter stoppte. Sebastian räumte noch eine der letzten Platten des Buffets leer. Die anderen verabschiedeten sich und dankten auch noch mal sehr herzlich für die Party. Nadja war aufgestanden und hatte sie sacht umarmt. Jetzt kam Sebastian auf sie zu. Er war tatsächlich bis zuletzt geblieben. Etwas beklommen schaute Nadja nach dem DJ, der begann seine Platten wieder in die Kisten zu sortieren. Die Situation war ihr höchst unbehaglich.

"Das war eine geile Party. Die Beste, die die Schule je gesehen hat." Nun konnte man in normaler Lautstärke reden. Nadja nickte verunsichert. "Ja. Danke. Hat mir auch großen Spaß gehabt. Du kommst gut nach Hause?", fragte sie direkt. Er sollte bloß nicht denken, er könnte hier ein Bett bekommen. Andere hatten auch danach gefragt. Aber Nadja hatte für alle abgelehnt. "Klar doch. Ich komme dann Morgen vorbei und helfe dir beim Aufräumen.", erklärte er. "Wie?" Nadja war total verdattert. "Na ich hab toll gefeiert, da kann ich auch bei der Drecksarbeit helfen.", meinte Sebastian wie selbstverständlich. Nadja machte nur den Mund auf und zu. Er hatte sie vollkommen überrumpelt. "Das brauchst du nicht.", stotterte sie schließlich.

Sebastian umarmte sie sanft und lächelte. "Ach. ich mache es gern. Gute Nacht und bis morgen. Ich komm so um neun." Dann hauchte er ihr noch einen Kuss auf die Wange und verschwand im Dunkel.

Kommentare:

  1. Ich kann aufdringliche Menschen nicht leiden. Und dieser Sebastian ist drauf und dran, einer schönen Party einen blöden Nachgeschmack zu geben. Aber irgendwann sitzt sie da und lacht drüber. "Weißte noch, die Party damals? Und dieser blöde Sebastian?"

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  2. Unnütze Sachen zum Geburtstag bekommen? Oh weh. Kaum wird sie verwöhnt, sind ihr Dinge von Klassenkameraden und Freunden nicht mehr gut genug ^^ C.H.

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