Dienstag, 30. November 2010

Nummer 3C

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Erwartungsvoll schaute Nadja Joe an und lächelte ein wenig unsicher. Was sie in dieser Firma tun sollte, war ihr nicht so ganz klar. Gestern war das in der Euphorie über einen Ferienjob untergegangen. Heute dachte sie, dass sie vielleicht besser in einem Krankenhaus ein Praktikum machen würde. Das wäre schließlich viel näher an ihrem Berufsziel. "Was würdest du denn gern machen?", riss Joe sie aus ihren Gedanken.

Nadja zuckte die Schultern. "Eigentlich will ich nur nicht allein zu Haus sitzen. Das war schon in den letzten Ferien so, als ich gerade da war. Das brauch ich nicht nochmal." Joe nickte. "Wir entwickeln im Moment eine Software für ein Krankenhaus. Das macht einer meiner Abteilungsleiter. Ihm kannst du als Assistentin zur Hand gehen, wenn du das möchtest. Dann hast du auch schon mal Einblick, wie in einem Krankenhaus gearbeitet wird. Zwar nicht auf der medizinischen Seite, aber so ganz grundsätzlich kann das nicht schaden."

Nadja hatte den Mund offen stehen. "Das hast du dir für mich ausgedacht?" Behutsam strich Joe ihr eine Strähne aus dem Gesicht. "Das Projekt hatte ich sowieso. Aber ich dachte, es könnte dich interessieren?" Nadja nickte. "Das ist großartig." Sie tauschten einen zärtlichen Kuss aus. "Und auch für dich gilt: Täglich maximal sechs Stunden. Und ich zahl dir auch den Lohn. Genau wie Mary. Dann hast du auch wirklich eigenes Geld verdient." Er schaute sie etwas unsicher an. "Wenn du das möchtest.", fügte er schnell noch an.

Nadja nickte heftig. "Auf jeden Fall! Das ist toll." Wieder küssten sie sich und Joe drückte sie fest. "Prima. Dann bring ich dich jetzt runter, zu Mr. Benson. Er betreut das Projekt."
Wenig später saß Nadja an einem Schreibtisch und las einige Konzepte über das amerikanische Gesundheitswesen. Das war zwar keine spannende Lektüre, doch sie war mit Feuereifer bei der Sache. Nicht zuletzt die Aussicht eigenes Geld zu verdienen beflügelte sie.


Martin war zur Adresse von Nadjas Mama gefahren. Es war ein schickes Appartementhaus, in ruhiger Wohngegend. Hier zu wohnen musste man sich auch erst mal leisten können. Sicherlich war das kein Vergleich zu der Comunity, in der Joes Villa stand, aber doch schon im deutlich gehobenen Bereich. Er schaute auf die Uhr, es war kurz nach zehn Uhr morgens. Um diese Zeit müsste Nadjas Mutter auf jeden Fall auf der Arbeit sein. Ob die kleine Schwester nun allein zu Hause war? Mutig schritt er in das Gebäude.

Es gab zwar keinen Portierservice, doch die Zugangstüre zum Wohnbereich war mit einem Zahlencode gesichert. Eine Klingeltafel und eine Sprechanlage verschafften normalen Besuchern Zutritt. Als erstes suchte er die Nummer der Wohnung heraus. Nadjas Mama und ihre kleine Schwester wohnten in 3C. Er hätte lieber direkt an der Türe geklopft, als sich hier unten an der Sprechanlage abwimmeln zu lassen. Wer bereits im Haus war konnte schon anders auftrumpfen. Auf seinem Smartphone suchte er im Internet, ob er die Zahlenkombination für die Türe wohl auftreiben könnte. Er fand zwar die Nummern einiger Gebäude in der Nachbarschaft, doch für dieses Haus war nichts verzeichnet.

Er ging wieder vor die Haustüre, denn er wollte nicht zu viel Aufsehen erregen, dadurch dass er unnötig lange im Foyer herumstand. Er überlegte und zog Luft durch die Zähne als ihm der Zufall zu Hilfe kam. Eine junge Frau kam aus dem Haus und er strebte ihr entgegen. Dann könnte er durchhuschen, bevor die Türe zufiel. Hauptsache, hier war man nicht allzu wachsam. So natürlich wie möglich schritt er ihr entgegen, grüßte mit einem kurzen Nicken und griff nach der Türe. "Danke.", erwiderte er mit erneutem Nicken und huschte hinein. So schnell er gehen konnte, ohne zu rennen lief er um die Ecke und rief einen Aufzug. 'Bloß nicht auffallen.', schoss es ihm durch den Kopf.

Als er im Aufzug stand entspannte er sich merklich und drückte auf die Drei.

Kommentare:

  1. war ja klar, dass Martin es irgendwie schafft, in das HAus zu kommen. Aber hat die Kleene nicht auch Schule? Will er da einbrechen? Bin ja mal gespannt, ob er Plappermäulchen antrifft.

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