Montag, 29. November 2010

12$ die Stunde

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja und Mary gingen direkt durch in Joes Büro. Nadja war selten hier. Um Gerede zu vermeiden hatte er sie gebeten, sie nicht allzu oft zu besuchen. Umso mehr freute sie sich jetzt darüber, dass sie bei ihm arbeiten dürfte. Geld war ihr egal. Aber eine Beschäftigung für die Ferien an den langen Tagen allein daheim, war ihr wichtig. Sicherlich würde sie auch das ein und andere mit den Freundinnen unternehmen. Aber ein Ersatz für eine Tätigkeit war das nicht.

Mary schaute sich ehrfürchtig um. Sie kam sich etwas verloren vor in diesem riesigen Büro. Joe beendete ein Telefonat und stand dann auf um die beiden zu begrüßen. "Schön, dass ihr da seid." Mary schluckte kurz. Zuhause bei Nadja hatte sie zwar einen gewissen Respekt vor Joe, doch es war nicht weiter unangenehm. Er war eben ein Millionär und sie eben nur ein High-School-Teeny. "Hallo Joe.", meinte Nadja ruhig und widerstand dem Reflex ihm einen Kuss zu geben. "Hallo Mr. Bernstein... Sir.", stotterte Mary.

"Jetzt lass mal das dumme 'Sir' weg. Du kannst mich weiterhin Joe nennen. Alles andere wäre albern." Mary nickte stumm. "Also: Nadja hat mir erzählt, wie du gestern bei Facebook geschnüffelt hast. Und ich hab ja auch schon öfter mit dir über Computer gequatscht. Mir scheint du hast Talent für solche Maschinen." Mary nickte weiter nur stumm. Das war ein Vorstellungsgespräch. So oft hatten sie in der Schule besprochen, wie man sich bei so etwas verhält. Und sie trug nur eine passable Jeans und ein legeres Top und bekam den Mund nicht auf. "Ich bin, glaub ich, ganz gut.", presste sie heraus.

"Sei doch nicht so nervös.", lächelte Joe. "Wie fit bist du was PHP-Sicherheitslücken angeht?" Mary schluckte. "Ich denke ich kenne da einige." Sie war so verflucht unsicher. Was wollte dieser Kerl jetzt hören? Dass sie in der Lage wäre seine Website zu hacken? "Also mal Klartext: Ich möchte dich in meine IT-Sicherheitsabteilung stecken. Deine Aufgabe soll es sein ein paar Tage lang unsere Dummy-Systeme zu attackieren und danach wirst du darüber berichten, an welchen Stellen du es geschafft hast einzudringen. Und logischerweise wirst du dich danach mit dem Abteilungsleiter zusammensetzen um eben jene Lücken zu schließen." Mary blieb die Spucke weg, aber ihre Augen leuchteten auf. "Ich... das... das ist großartig."

"Sechs Stunden tägliche Arbeit. Du sollst ja auch was von deinen Ferien haben. 12$ die Stunde. Wie klingt das für dich?" Mary nickte nur heftig. Joe nahm eine Mappe von seinem Schreibtisch. "Das ist der Praktikumsvertrag. Lies ihn dir durch und dann unterschreib ihn bitte. Meine Unterschrift ist schon drauf." Sofort begann Mary zu lesen. Es dauerte nur zwei Minuten. Der Vertrag war einfach gehalten. Das Wichtigste an ihm war die Schweigeklausel über Firmeninterna. Mary griff zum Kugelschreiber und setzte ihre Unterschrift darunter. "Mein erster Arbeitsvertrag.", sagte sie feierlich. "Ich hätte dich auch für 8$ bekommen oder?", feixte Joe. "Auch für drei!", grinste Mary zurück.

Nadja hatte aufgeregt zugesehen. Sie freute sich für Mary, doch hatte sie keine rechte Vorstellung, was sie selbst hier arbeiten könnte. Weder war sie besonders gut mit Computern, noch hatte sie ein sonstiges Talent, das hier hilfreich sein könnte. Tapfer wartete sie ab, bis der Abteilungsleiter Mary abgeholt hatte und Joe sie ansah. "So und was willst du arbeiten?", meinte er fröhlich und winkte sie heran. Kritisch schaute Nadja zur Türe und ließ sich dann aber auf seinen Schoß sinken. "Ich weiß nicht.", meinte sie unsicher.

Kommentare:

  1. Jaaaaa und jetzt wartet der liebe Herr Autor auf Tipps von uns, was? Ok, kriegste: Lass sie Fenster putzen, weil ich nicht glaube, dass sie sechs Stunden unter seinem Schreibtisch verbringen sollte.

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  2. Akten sortieren, Kaffee kochen, Unterlagen bringen, was eine Sekräterin eben so macht. Soll sie mal bei Monica fragen was die so bei Bill gemacht hat :)

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