Mittwoch, 3. November 2010

Noctambule: Das Schlafzimmer

Dies ist ein Kapitel aus KayGees Noctambule. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Inhaltsübersicht Noctambule


Anya blickte zu ihm auf. Immer wenn er den Kopf soweit neigen musste, um ihr Gesicht zu erkennen, vielen einige schwarze Haarsträhnen in sein markantes Gesicht. Wieder einmal war sie fasziniert von seiner Ausstrahlung. Noch immer hatte sie nicht ganz begriffen, was geschehen war.
Er hatte ihr ein Halsband angelegt wie einer Hündin, was ihr einen kleinen, gedemütigten Stich versetzt hatte. Und dennoch spürte sie, dass diese Handlung eine Auszeichnung von ihm zu sein schien. Sie war nicht sicher, wo sie nun stand. Immer noch auf der Stufe der Beute oder hatte sie wirklich die nächste Stufe der Dienerin erklommen?
Als er sich herunter beugte und nach ihrer Hand griff, blinzelte sie leicht. Sie traute ihren Augen kaum, denn Armand beugte sich in einer unendlich eleganten Bewegung zu ihr herunter.. nein, er verbeugte sich und hauchte einen Handkuss über ihren Handrücken, ohne dass seine Lippen ihre Haut berührten.

Anya starrte ihn mit offenem Mund an. Er verneigte sich vor seiner Dienerin und hob sie mit diesem Handkuss für einen Moment auf die Stufe einer Dame. Unwillkürlich erwiderte sie seine Verbeugung mit einem angedeuteten Knicks, den sie mitten in der Bewegung wieder unterbrach. Wie lächerlich, nackt zu knicksen! Verlegen spürte sie, dass ihre Wangen dunkelrot wurden. Und nicht nur das, er sah es auch und lächelte mit nonchalanter Eleganz.
Weiter ging er aber nicht auf ihre Verlegenheit ein, sondern er behielt ihre Hand in der seinen und führte sie zu der Tür, die aus diesem Raum hinaus in den Flur führte.
"Du bist schneller so weit, als ich zu hoffen wagte. Aber ich freue mich darüber." plauderte er auf dem Weg hinaus. Ohne hinter sich zu sehen, schloss er die Tür. Anya aber hatte über die Schulter nach Feuer, Fackeln und Kerzen gesehen. Es widerstrebte ihr, einen Raum mit brennenden Kerzen zu verlassen.
Und daher bemerkte sie, was sie vielleicht nicht hätte sehen sollen. Wie auf ein unhörbares Kommando erloschen gleichzeitig sämtliche Flammen. Keuchend starrte sie auf die sich schließende Tür und dann auf ihn. Aber er schien nichts dazu sagen zu wollen sondern führte sie den Gang entlang zu seinem Schlafgemach.

Auch hier brannte ein gemütliches Feuer in einem Kamin. Die hohen Fenster waren mit schweren Vorhängen zugezogen, so dass sie nicht erkennen konnte, ob es Tag oder Nacht war. Sie hatte inzwischen jedes Zeitgefühl verloren. Es war ihr auch nicht wichtig. Viel mehr genoss sie den herrlich weichen Teppich unter ihren nackten Füßen, nachdem sie so lange Zeit den kalten Steinboden hatte fühlen müssen.
Drei Türen gingen von dem Raum ab, doch beide waren geschlossen und er schien nicht die Absicht zu haben, die Räumlichkeiten zu zeigen. Ein Schrank war nicht zu sehen, dafür ein hoher Spiegel, ein kleiner Tisch mit Papier, Tintenfass und Feder, zwei Stühle und das große Bett.

Das Bett beherrschte den Raum, denn es war nicht nur groß, sondern aus wundervollem dunklen Holz gebaut, an dessen vier Ecken Pfosten bis fast an die Decke reichten. Die Pfosten waren oben wieder mit Balken verbunden und man hatte an zwei Seiten Vorhänge angebracht, die aber zusammengerafft waren.
Anya betrachtete leicht amüsiert das Himmelbett. Aber ihr Lächeln erstarrte, als sie Armand beobachtete, der nun vor den Spiegel trat und begann, seine Weste abzulegen, während er sein Spiegelbild betrachtete. Amüsiert hob sich seine Braue, als er durch den Spiegel einen Blick zu ihr warf.
"Es ist ein altes Märchen, dass Vampire kein Spiegelbild haben. Völliger Unsinn." plauderte er. Er hängte die Weste über den Stuhl und schüttelte die Rüschen seiner Ärmel zurecht. Anya wusste nicht, was sie antworten sollte, sondern betrachtete ihn nur fasziniert.
Jede seiner Bewegungen hatte eine unglaubliche Geschmeidigkeit, auch als er sich nun zu ihr umdrehte, den Kopf leicht senkte und auf sie hinunter sah.
"Zurück zu dir, kleine Anya." schnurrte er und strich mit zwei Fingern über ihre Wange. Unsicher, wie sie sich verhalten sollte, blieb sie einfach stehen und sah zu ihm auf.
"Ich werde dich morgen in deine weiteren Aufgaben hier im Haus einweihen. Doch jetzt gibt es noch zwei Dinge zu klären." Seine Finger strichen über ihre Lippen, die sie wie eine Antwort leicht öffnete und legte sie dann unter ihr Kinn.
"Meine Uhr sagte mir, dass du mehr als fünf Minuten gebraucht hast, um dich im Bad frisch zu machen. Was hast du dazu zu sagen?" Anyas Rücken wurde von einer Gänsehaut überzogen.
"Ich.. habe mich wirklich beeilt, Herr." stammelte sie. Er musterte ihr Gesicht mit leicht geneigtem Kopf. Lange sah er sie an, nickte dann kurz.
"Dann erklär mir, warum du vor mir stehst." Anya blinzelte. Wieso fragte er das? ER hatte sie doch entführt, ER hatte sie zu seiner Dienerin gemacht, ER hatte sie hierher… Es lief ihr nun wirklich kalt den Rücken herunter. "Du wirst vor deinem Herren knien." hatte er gesagt. Sie stand! Sie hatte die Regel vergessen. Sofort sank sie auf den Boden, doch ihre Knie erreichten den Teppich nicht.
Sie hatte seine Bewegung nicht einmal gesehen. Sie spürte nur seine Hände plötzlich an ihren Hüften, ein kräftiger Ruck ging durch ihren Körper, dann flog sie durch den Raum und landete mit Wucht auf dem breiten Bett.
Der Schreck ließ sie aufschreien, aber der Aufprall auf dem Bett presste ihr die Luft aus den Lungen und bevor sie sich aufsetzen konnte, lag er bereits über ihr, schnappte ihre Handgelenke und riss sie weit über ihren Kopf. Ihr erschrecktes Wimmern ließ ihn nicht kalt, es löste ein Lächeln aus, das seine scharfen Zähne freilegte.

Seine Hände waren groß genug, ihre Handgelenke einfach mit einer einzigen Hand zu umfassen und über ihrem Kopf festzuhalten. Furchtsam starrte sie auf sein spitzes Gebiss, das so dicht an ihrem Gesicht war, während sie spürte, wie er seine freie Hand nutzte, um seine Hose zu öffnen.
Ihre Unruhe wurde von Erregung aufgewühlt, ihr Puls raste bereits wieder und wie eine Bestätigung blähten sich kurz seine Nasenflügel auf.
"Ich merke mir deine Fehler. Du wirst jeden einzelnen davon bezahlen… später." Er keuchte diese Worte, als habe er nur mit äußerster Mühe seine Selbstbeherrschung aufgeben müssen. Im nächsten Moment drang er tief in sie ein. Ein einziger Stoß genügte, um ihre Enge auszufüllen und sie selbst zu einem langen Schrei zu bringen.
Die eine hielt unbarmherzig ihre Hände fest, die andere schloss sich nun um ihre feste Brust und begann sie zu kneten. Anyas Schrei wandelte sich zu erregtem Stöhnen und Keuchen. Sie konnte die Augen nicht von seinem Gesicht abwenden.
Fasziniert, nein hypnotisiert starrte sie in diese wunderschön geformten Augen und ignorierte einfach die zum Biss geöffneten Zähne, um ihre Lust erleben zu können. Sie wollte es, sie wollte kommen, sie wollte seine Erregung sehen und fühlen. Bereitwillig erwiderte ihr Becken seine schnellen, tiefen Stöße und mit Genugtuung vernahm sie sein tiefes, kehliges Stöhnen.
Wie beim ersten Mal empfand sie plötzlich eine tiefe Nähe und Wärme zu ihm, zu gerne hätte sie ihre Fingernägel in seine Schultern gebohrt und ihn an sich gepresst. Doch das Zucken ihrer Hände wurde mit einem festeren Griff von ihm erwidert, also schlang sie in steigender Ekstase ihre Beine um sein Becken.
So viel hatte sich in ihr aufgestaut.
Sie ignorierte die Reibung der Striemen auf dem Bett, sie ignorierte sogar den kleinen Schmerz, den seine Stöße auslösten. Sie wollte ihren Höhepunkt, fieberte ihm entgegen und schließlich riss sie ihren Blick von seinem Gesicht, schloss die Augen und wölbte sich ihm mit einem ansteigenden Stöhnen entgegen.
In ihrem Körper begann jede Faser zu beben, das Vibrieren erfasste sie, trug sie in eine andere Dimension und sie hörte den Schrei ihrer Lust selbst nur aus weiter Ferne. Allerdings mischte sich ein tiefer Laut in ihren Schrei, der sie die Augen aufreißen ließ.
Mit einem seltsamen Knurrlaut senkte er den Kopf. Sie spürte die Einstiche seiner Zähne in ihrem Hals direkt unter ihrem Halsband und verzog das Gesicht schmerzlich. Aber noch bevor der Schmerz richtig aufflackern konnte, riss eine neue Welle der Ekstase sie mit sich.
Noch nie hatte sie so eine tiefe, sinnliche Lust erfasst. Sie riss den Kopf in den Nacken, drängte ihren Hals gegen seine Zähne und zuckte am ganzen Körper, während er sich in ihr entlud und gleichzeitig ihre Kraft aus ihr sog.

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