Samstag, 13. November 2010

Ich bin schmutzig

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Wie in Zeitlupe hatte Nadja die Beine geschlossen als Joe Sebastian nach draußen gezogen hatte. Wo, zum Teufel, kam Joe her? Er wollte doch erst Mitte nächster Woche wiederkommen? War das Joe gewesen oder hatte sie das geträumt? Aber wo war Sebastian dann hin? Sie war vollkommen durcheinander. Als ihre Schenkel sich aneinanderlegen hörte sie, wie sich Sebastians Speichel mit einem schmatzenden Geräusch weiter verteilte. Und mit einem Mal wollte sie sich fast übergeben.

Joe hatte sie beim Sex mit einem Anderen erwischt. Wie würde er reagieren? Sebastians Spuren klebten noch zwischen ihren Schenkeln und sie fühlte sich so unendlich schmutzig. Sie hatte Joe enttäuscht. Hatte sie sich genug gewehrt? Würde Joe ihr glauben? Zitternd schleppte sie sich ins Badezimmer.

Joe brauchte ein paar Sekunden um sich zu fangen, als er auf seine Freundin starrte. Sie saß in der Dusche auf dem Boden und sacht plätscherte das Wasser auf ihren Körper. Das Oberteil hatte sie noch immer an, es war vollkommen durchnässt. Sie hatte die Unterlippe eingezogen und biss hart darauf herum. Ein kleines Rinnsal Blut hatte sich am Mundwinkel gebildet und wurde unablässig vom Wasser davongetragen. Doch das war es nicht, was ihm den Schlag versetzt hatte.
Sie saß im Schneidersitz dort, hielt eine Nagelbürste in der Hand und rieb damit stetig über ihre Scham, die sie mit der zweiten Hand geöffnet hielt. In ihrem Gesicht war kein Ausdruck von Schmerz zu sehen. Sie hatte nicht einmal den Kopf gehoben, als er hereingekommen war. Verbissen folgte sie dieser sinnlosen scheinbar rituellen Reinigung.

Endlich löste er sich aus seiner Starre und stürmte zur Dusche. "Nadja. Was tust du da?", rief er und öffnete die Türe. Sie hielt kurz inne und sah ihm in die Augen, dann nahm sie ihre Tätigkeit wieder auf und zog in gleichmäßigen Streichen die Bürste durch ihr Allerheiligstes. "Ich bin schmutzig." Es klang fast tonlos und Joe lief ein Schauer über den Rücken.

Er trug noch immer seinen dezenten grauen Reiseanzug mit der blau gemusterten Krawatte und dem hellen Hemd. Nur das Jackett hatte er bei Geoffrey abgegeben. Nicht einmal die Schuhe hatte er abgelegt, doch das war nun egal. Er ging zu Nadja in die Dusche und sofort begann das Wasser auch seine Kleidung zu durchnässen. Mit sanfter Gewalt nahm er ihr die Bürste weg und warf sie direkt aus der Dusche. Dann schloss er vorsichtig seine Arme um ihren zarten Körper. Er spürte, wie sie kurz zuckte und ihn eine Sekunde lang von sich weg drückte. Doch dann ergab sie sich.

Ihr Körper erschlaffte völlig in seinen Armen und sie ließ den Kopf an seine Schulter sinken. "Tut mir leid.", flüsterte sie unablässig. Joe wusste nicht, was er sagen sollte. Da kniete er voll bekleidet auf dem Boden in der Dusche und hielt sein Mädchen in den Armen, das gerade um ein Haar vergewaltigt worden wäre. Und sie entschuldigte sich bei ihm? "Du hast keine Schuld.", brachte er schließlich zustande und in der Sekunde schlang Nadja die Arme um seinen Hals. Sie hockten eine ganze Weile auf dem Boden und das Wasser spülte ihrer beider Tränen weg.

Kommentare:

  1. Das scheint ein Fall für eine Therapie zu werden. Auf jeden Fall braucht die Kleine nun Hilfe und Joe muss viel Geduld haben. Dieser Dreckskerl hat wohl alte Wunden noch vertieft beim Aufreißen. *grummel*

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  2. hat der Typ den nicht einmal in der ganzen Zeit darüber nachgedacht, dass für Nadja evtl eine Therapie sinnvoll wär?? Ich mein, das Thema begleitete sie ja auch ohne Sebastian immer wieder und Joe scheint in manchen Situationen echt überfordert zu sein. C.H. Ach, ich krieg hier ja ohnehin nie mit, wenn man meine Kommentare gegebenenfalls beantwortet.

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  3. nach ewigen Monaten lese ich hier mal wieder und es gefällt mir nach wie vor sehr gut! :-) Gruss Claudi

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    1. Freut mich, dass es dir gefällt.

      Es hat sich seit deinem letzten Besuch vermutlich auch eine Menge getan ;)

      LG
      J.N.

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