Dienstag, 12. April 2011

Ich bin nicht schwanger

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Immer noch starrte Felipe auf seine Hand, welche von Nadjas schlanken Fingern sacht geknetet wurde. Er wusste gar nicht weshalb Sebastian hier in Tijuana lebte. Aber an seinen Klamotten konnte man sehen, dass er in Amerika sicherlich nicht in einem kleinen Zimmerchen lebte und in einer Autowerkstatt arbeitete. Also war er vor irgendetwas weggelaufe, wie vermutlich jeder Amerikaner, der sich in Mexiko versteckte. Krampfhaft überlegte er noch, was Sebastian wohl auf dem Kerbholz hatte, als Nadja nochmal nachsetzte.

"Felipe, magst du mir nicht helfen, ihn zu finden?", meinte sie mit ganz zartem Ton. Ob eines der Mädchen schwanger war? Ob er sich davor drückte, Vater zu werden? So schoss es Felipe durch den Kopf. "Warum willst du ihn finden?", schoss er jetzt zurück und sah Nadja geradewegs in die Augen. Verstohlen ließ er den Blick schweifen und sah sich auch die anderen Mädchen an, um auszumachen ob eines von ihnen wohl schwanger war. Aber da konnte er nichts entdecken. Doch Sebastian lebte ja auch erst kurz hier in Tijuana.

"Sagen wir einfach, ich möchte nochmal mit ihm reden.", wich Nadja der Frage aus. Doch Felipe war jetzt in Fahrt. "Du bist schwanger von ihm, oder?", fragte er rundheraus. Nadjas Gedanken kreisten wahnsinnig schnell. Sie versuchte sich auszumalen, wofür Felipe Sebastian wohl am ehesten ans Messer liefern würde. Und den Mexikanern ging Familie doch über alles. Nadja setzte alles auf eine Karte. "Ich bin nicht schwanger von ihm." Sie betonte absichtlich missverständlich das 'ich' um zu suggerieren, eine der Anderen bekäme ein Kind von Sebastian. Aber im Zweifelsfall könnte sie sich nachher herausreden, nie behauptet zu haben, es sei eine Schwangerschaft im Spiel.

Wieder ließ Felipe den Blick durch den Wagen schweifen. Doch Nadja hielt weiter seine Hand fest. "Hilfst du mir nun ihn zu finden. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie wichtig das für uns ist.", meinte sie wieder sanft. "Er muss dazu stehen, was er gemacht hat.", entschied Felipe, "Ich helfe euch." Nadja fiel ein Stein vom Herzen und atmete hörbar auf. "Also, wo finden wir ihn?", setzte sie gleich hinterher. Felipe schaute sich auf der Straße um. "Ich habe die Gruppe eben verloren. Als Sebastian deine Freundin in der Kneipe gesehen hat, ist er einfach weggelaufen. Zwei sind Hinterher um ihn zu suchen. Und jetzt bin ich irgendwie der Letzte." Nadja schnaubte leicht. "Weisst du wo er wohnt? Wir könnten vielleicht an seiner Wohnung warten?", schlug sie vor.

"Das ist eine gute Idee.", nickte Felipe. "Steig ein. Wir fahren hin.", entschied Nadja wieder resolut. Endlich lösten sich die anderen Mädchen aus ihrer Starre. Beeindruckt hatten sie zugeschaut wie Nadja mit dem jungen Mexikaner verhandelt hatte. Und jetzt würden sie tatsächlich zu Sebastians Wohnung geführt werden. Die Schiebetür am Wagen wurde geöffnet. Linda und Gretchen kletterten auf die hintere Sitzbank, Mary stieg mit Ashley auf die mittlere Bank, so dass Felipe vorne sitzen konnte um den Weg anzusagen. Als die Türen wieder geschlossen waren, fuhr Nadja los. "Wo muss ich lang?", erkundigte Nadja sich.

Kommentare:

  1. Was ist die größte Angst eines Mannes? Irgendein Mädchen geschwängert zu haben. :-)

    Also auf zu seiner Wohnung. Jetzt wirds interessant. Ob wohl herauskommt, was Basti wirklich getan hat?

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  2. Jeder normale Mensch hätte ihnen bei der wahren Geschichte auch geholfen, vielleicht sogar noch mehr.

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