Freitag, 22. April 2011

Die Sache

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Wann gedachtest du das eigentlich mal langsam zu beenden?" Gregory drehte das Weinglas in seiner Hand er beobachtete wie der teure, wenn auch etwas geschmacksarme Wein Schlieren am Rand zog. Dann blickte er über das Glas hinweg seinen Sohn an. Joe zuckte die Schultern. Er war mehr als verdutzt. "Wieso beenden?", gab er überrascht zurück.

"Ich bitte dich, mein Sohn, du hattest jetzt wirklich lange genug deinen Spaß mit dem Mädchen. Jetzt sei ein anständiger Mann, besorg ihr einen Collegeplatz nach der HighSchool und dann beende die Sache." Joe presste seine Lippen aufeinander. "Das ist keine Sache! Und es ist auch nichts, was ich zu beenden gedenke!", fauchte er nun doch zurück. Dass sein Vater die Beziehung nicht ernst nahm, traf ihn überraschend heftig.

Gregory nahm einen Schluck vom Wein, den sein Sohn extra für diesen Besuch selbst gekauft hatte und schüttelte dann langsam den Kopf. "Dieses Mädchen ist nicht gut für dich. Sie ist viel zu jung und außerdem ist sie keine Jüdin. Das ist nichts, was ein Mann in deiner Position ernsthaft in Betracht ziehen sollte. Du hast dich öffentlich noch nicht zu ihr bekannt, das heisst du nimmst aus der Sache keinen Schaden. Das ist wirklich alles sehr gut gelaufen. Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist."

Nun wusste Joe nicht mehr wo ihm der Kopf stand. Sein Vater meinte es wirklich ernst, dass er für die Beziehung mit Nadja keine Zukunft sah. Er hatte Mühe sich zu sammeln. "Das ist keine Sache mit Nadja. Ich bin mit ihr zusammen, weil ich sie liebe und nicht weil ich sie als Spielgefährtin betrachte. Sie ist zwölf Jahre Jünger als ich, aber das ist in ein paar Jahren auch egal.", platzte er erstmal heraus. "Jonathan...", begann sein Vater und wollte ihn unterbrechen, doch jetzt hatte Joe sich in Fahrt geredet.

"Und dass sie keine Jüdin ist, mag richtig sein, aber ich bin es auch nicht. Ich war das letzte mal an Weihnachten vor drei Jahren in einer Synagoge. Und überhaupt: Woher willst du eigentlich wissen, was ein Mann in meiner Position in Betracht ziehen sollte! Ich nehme aus dieser 'Sache', wie du es nennst, ohnehin keinen Schaden, dass wir es nicht öffentlich machen, dient auch nicht zuletzt ihrem Schutz. Sie soll in Ruhe zur Schule gehen können, ohne überall als Millionärsgeliebte zu gelten. Und ich dulde nicht, dass du über Nadja sprichst, als wäre sie nur irgendein Zeitvertreib. Sie ist die Frau die ich liebe. Und..." Nun zögerte er kurz. Gänsehaut lief seinen Rücken hinunter. "...die Frau, die ich heiraten werde.", setzte er dann hinterher.

Gregory überlegte insgeheim, wann erwohl das letzte mal einen solchen Votrag von seinem Sohn abbekommen hatte. Die Antwort war einfach: Noch nie. Er hatte offensichtlich unterschätzt, wie ernst es seinem Sohn mit dem Mädchen war. Nun tat es ihm fast ein wenig leid, was er vorher gesagt hatte. Doch an seiner Meinung, dass diese Beziehung keine Zukunft hätte, änderte das nichts.

Kommentare:

  1. Wow.. der schüchterne Joe plustert sich auf und zeigt Papa die Frontalseite.

    Dass Väter (oder Eltern) immer wissen wollen, was für ihre Kinder das Beste ist. Und Joe will seine Kleine also heiraten. Ich kann mir vorstellen, dass seinem Vater diese Idee nicht gefällt. Was könnte passieren? Enterben? Hm.. dürfte Joe nicht besonders interessieren. Ein Bruch mit dem Vater allerdings schon mehr. Hoffentlich kommt es nicht dazu.

    Übrigens, Herr von und zu Autor! *Hände in die Hüften stemm* Einfach umblenden!!! Was ist denn nun mit dem Lümmel in Mexico? Maaaaaaaann!

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  2. also ich find es mal schön, was anderes zu lesen...ich muss ehrlich sagen das mir der story strang in mexiko gar nicht gefällt...ich finde ihn einfach zu gekünstelt *schulterzuck* aber du wirst das schon hin bekommen

    aber da skapitel heute fand ich toll

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