Sonntag, 20. März 2011

Noctambule: George vs. Sergej

Dies ist ein Kapitel aus KayGees Noctambule. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Inhaltsübersicht Noctambule

Isabelle schrie auf. Anyas Aufprall presste ihr die Luft aus den Lungen und raubte ihr für einen Moment die Sinne. Anya nutzte diesen Augenblick und riss Isabelles Kopf an den Haaren weit in den Nacken zurück. Mit aller Kraft schlug sie Isabelles Gesicht wieder auf den Boden und hörte das Brechen ihrer Nase.
Isabelle stöhnte, versuchte aber zappelnd Anya von ihrem Rücken abzuwerfen. Mit ihrer Messerhand versuchte sie Anyas Bein zu treffen. Die Klinge schlitzte Anyas Hose auf und schnitt in die Haut ihres Oberschenkels. Sie war nicht erfahren genug, um den einsetzenden Schmerz zu ignorieren und ihre Bewegungen zu beherrschen. Isabelle nutzte Anyas Wegzucken und schaffte es, sie abzuschütteln.


Anyas Kräfte waren bereits erschöpft. Sie war atemlos und ihre Muskeln schmerzten. Aber nun war auch Isabelle angekratzt. Ihre Nase blutete, die Stirn war am rauen Boden aufgeschürft und sie musste sich selbst auf die Lippe gebissen haben. Fauchend kam sie auf die Beine. Weder wischte sie das Blut aus dem Gesicht noch tastete sie nach ihren Verletzungen. Sie war voll und ganz auf Anya konzentriert und offenbar wild entschlossen, sie zu besiegen.
Sergej hatte inne gehalten und unruhig den Kampf beobachtet. Noch hatte Isabelle ihn nicht entdeckt. Ihm war klar, dass Isabelle nun Ernst machen würde. Voller Sorge beobachtete er Anya. Er hatte ihr nicht das Leben gerettet, um Isabelle eine zweite Chance zu geben, sie umzubringen. Als er Isabelles Gesichtsausdruck sah, beschloss er zu handeln und seinen Einfluss auf George abzubrechen, der eine Weile mit den abklingenden Schmerzen beschäftigt sein würde.
"Isabelle!" seine Stimme war kalt und schneidend. Isabelles Kopf zuckte zu ihm herum und ihr Gesicht verzerrte sich.
"Ich wollte dich immer schon mal ausprobieren. Jetzt ist eine gute Gelegenheit!" Sergej schob Fabrizio beiseite und erhob sich, von Anyas verblüfftem Blick verfolgt. Sie erkannte Sergej kaum wieder. In seinem Gesicht lag ein bösärtiges Lächeln, das jeder Frau kalte Schauer über den Rücken jagte. Die funkelnden Augen und das lüsterne Knurren aus Sergejs Kehle bestätigten seine Absicht.

Auch Isabelle erkannte offenbar, dass Sergej der schwierigere Gegner für sie war und sie wandte sich ihm zu. Dennoch warf sie Anya einen warnenden Blick zu und versuchte so zu stehen, dass sie beide im Blick hatte.
Sergej näherte sich ihr mit festen, schweren Schritten. Anya rang nach Luft und versuchte ihre Kräfte zu sammeln, während Isabelle einige Schritte zurück wich und kurz einen hilflosen Blick auf George warf, der ihr keine große Hilfe sein würde.
"Ich werde dir deinen winzigen Schwanz abschneiden, du Ratte!" fauchte sie Sergej entgegen und spannte sich an. In Sergejs Lachen hinein griff Anya an. Sie mobilisierte ihre letzten Kräfte und flog die letzten Meter mit einem gigantischen Sprung. Isabelle versuchte sich zu Anya zu drehen und hob das Messer. Auch Sergej griff an. Er war gelenkiger, als Anya erwartet hätte. Sein Fuß traf Isabelles Hand, die das Messer hielt. Isabelle ließ es fallen und stürzte von dem Aufprall Anyas seitlich zu Boden.
Anya wusste, dass sie keine weitere Chance erhalten würde. Ihre Nägel zerkratzten Isabelles Gesicht, als sie ihren Kopf seitlich drehte. Sie fletschte fauchend die Zähne und schlug sie mit aller Kraft in den schlanken Nacken ihrer Feindin. Das scharfe Gebiss durchtrennte Isabelles Nerven und Muskeln und beschädigte die Halswirbel. Anya zögerte nicht. Erneut biss sie zu und traf die Halsschlagader. Isabelles Kreischen wurde zu einem gurgelnden Röcheln. Ihr zuckender Körper wand sich unkontrolliert auf dem Boden.
Anya ließ nicht locker. Wie eine Löwin verbiss sie sich in Isabelle während Sergej fassungslos die Szene beobachtete. George hatte er völlig vergessen. Dieser hatte kaum begriffen, wie ihm geschah. Der heftige Schmerz, der in seinen Eingeweiden gewütet hatte, hörte ebenso schnell auf, wie er eingesetzt hatte. Blinzelnd hörte er Kampflärm, vernahm Isabelles Stimme und glaubte, Anya kurz zu sehen. Aber das konnte nicht sein. Oder hatte Isabelle ihn tatsächlich angelogen? Vorsichtig drehte er sich auf die Seite und traute seinen Augen nicht. Er starrte in Anyas Profil, als sie mit funkelnden Augen ein wütendes Fauchen ausstieß und ihr Gebiss zeigte.
Die kleine Bewegung rechts von ihm lenkte Georges Aufmerksamkeit auf Sergej.
Nun glaubte er zu verstehen. Sergej musste Anya in letzter Sekunde gefunden und gerettet haben. Georges ganzer Plan drohte zu scheitern. Was mit Anya und Isabelle geschah, interessierte ihn im Moment nicht mehr. Wut und Hass machten ihn schnell. Und Sergej war unaufmerksam.
Sergej sah nur einen Schatten auf sich zufliegen und reagierte instinktiv, indem er sich duckte. Aber es war zu spät. George warf sich mit seinem gesamten Gewicht auf Sergej und riss ihn zu Boden. Der Körper presste Sergej die Luft aus den Lungen und raubte ihm die Sinne. Wie durch einen Nebel sah er Georges Zähne vor seinem Gesicht. Gleichzeitig riss er seinen Kopf zur Seite und seine Faust nach vorne.
Ohne genau gezielt zu haben, trafen seine Knöchel genau auf Georges Zähne. Der linke Reißzahn brach und George fuhr aufschreiend zurück. Sergej schlug sofort noch einmal zu und traf den Kiefer. Georges Blut spritzte ihm ins Gesicht. Als er zum dritten Mal ausholte traf ein nackter Fuß George an der Schläfe. Mit einem gurgelnden Laut sackte George zusammen und rollte von der Wucht des Tritts von Sergej herunter.
Anya sprang über Sergej hinweg, stellte sich breitbeinig über George und packte seinen Kopf an den langen Haaren. Mit einem Kampfschrei hob sie Georges Kopf an und schmetterte den Schädel auf den Boden zurück. Georges Blick wurde glasig und sein Körper erschlaffte sofort. Anya richtete sich taumelnd auf. Ihr Blick glitt wie im Kampfrausch zu Sergej, dann entspannte sie sich langsam, sank stöhnend vor Erschöpfung auf die Knie und stieß einen schluchzenden Laut aus. Fluchend richtete sich Sergej auf.

Kommentare:

  1. Jaaa lieber George - Isabelle hat gelogen. Und jetzt ist sie tot. Und du bist auch nicht mrhs o schrecklich nah am Leben. :)

    Mal sehen, wann Fabrizio und der Alte erwachen.

    Gruß
    Joe

    AntwortenLöschen
  2. Die Italiener sollen Pizza machen :)

    AntwortenLöschen

Bitte beim Kommentieren höflich bleiben. Es gibt hier die Möglichkeit Anonym zu kommentieren, aber denke bitte kurz nach ob du das wirklich möchtest. Unterzeichne deinen Kommentar doch mit einem Pseudonym oder deinen Initialen, dass man weiß, welche Kommentare alle von dir sind. Oder noch besser, du nutzt nicht die Auswahl "Anonym" sondern "Name/URL" und lässt das Feld für die URL einfach frei. Dann wird dein Kommentar mit deinem selbst gewählten Namen angezeigt.

Vielen Dank.