Mittwoch, 30. März 2011

Spielverderberin

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Ein Ladenverkäufer mit dem sie etwas länger gequatscht hatten, war wohl ein kundiger Besucher des Nachtlebens von Tijuana gewesen. Er hatte ihnen eine nahezu unendliche Anzahl an Tips gegeben für Clubs und Bars in denen es die besten Cocktails und den härtesten Tequila gäbe. Mary hatte sich alle Adressen geben lassen und auf dem Stadtplan eingezeichnet. Nach dieser Bearbeitung war fast ein ganzes Stadtviertel mit Kreuzchen übersät neben die Mary säuberlich geschrieben hatte, welches Etablissement man dort finden würde.

Jetzt saßen die Mädchen wieder im Auto. Mary und Nadja, die die Vordersitze okkupiert hatten, drehten sich herum um mit den Anderen eine Gesprächsrunde bilden zu können. "Oh Gott, Nadja, mach bitte die Klimaanlage an.", jammerte Linda und fächerte sich etwas Luft zu.

"Hältst du gar nichts aus?", grinste Nadja. Doch sie drehte den Schlüssel herum, ließ den Motor laufen und drehte den Schalter der Belüftung auf Kalt. "Danke.", nickte Linda und deutete sogar eine alberne Verbeugung an.

Gretchen war ziemlich unwohl. Der Kerl, von dem sie die Tips zu den ganzen Bars bekommen hatten, hatte mehrfach erwähnt, dass es in den Läden, die er empfehlen würde, nur wenig Trubel oder Schlägereien gäbe. "Vielleicht sollten wir besser einfach zurück fahren? Es war doch ein toller Tag.", versuchte sie es. Doch sofort hackten Linda und Ashley auf sie ein. "Gretchen, verdammt reiß dich doch mal zusammen.", fauchte Linda. "Wir wollen doch richtig Party machen!", gab Ashley hinterher. Gretchen sackte zusammen und hatte ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. "Ich finde nur, wir sollten nicht hier sein."

"Auf keinen Fall sollten wir hier sein.", gab Mary zu, "Aber wir sind hier und ich finde, wir sollten die Zeit auch nutzen!" Nadja zuckte die Schultern. "Ich enthalte mich und ihr könnt euch das überlegen. Ich fahre wohin die Mehrheit hin will." Für sie war dieser Tag bereits mehr als erfolgreich gewesen. Drei volle Tüten mit dem Ergebnis ihrer Shoppingtour waren allein auf ihr Konto gegangen. Sie hatte einige Sommerkleider und auch einen ganze Menge sonstigen Kram ergattert. Das Nachtleben hatte für sie einigen Reiz aber sie würde nicht darauf bestehen, wenn es anderen unbehaglich war.

Nachdem Mary gesprochen hatte, waren alle still gewesen. "Wie wäre es mit einem Kompromiss, Gretchen? Wir fahren in einen Club und bleiben dort bis etwa zehn Uhr. Dann fahren wir nach Hause." Gretchen presste die Lippen aufeinander. Sie wollte nicht als Spielverderberin dastehen. Es ärgerte sie eher, dass niemand ihre Bedenken teilte und sie ständig als paranoid hingestellt wurde. Kurz blickte sie auf die Uhr. Es war jetzt kurz nach sieben. Die drei Stunden würde sie schon auch noch überstehen. "Das klingt toll!", nickte sie. "Linda, Ashley?", hakte Mary nach. Die beiden brauchten auch nicht lang zu überlegen. Sie hatten ohnehin nicht vorgehabt die gesamten Bars der Stadt abzuklappern. So nickten sie.

"Dann müssen wir also noch klären wo wir hinfahren.", bestimmte Mary weiter und las die ganzen Beschreibungen zu den Kreuzen noch einmal. "Ich würde vorschlagen, wir gehen ins LosTorrero. Der Kerl hat gesagt, dort fragt niemand nach Ausweisen. Und angeblich gibt es gute Cocktails." Nadja grinste. "So lange sie auch einige Alkoholfreie haben?" Die anderen nickten. "Dann machen wir das so." Sie wandte sich herum zu Nadja und setzte sich wieder vorwärts auf den Beifahrersitz. Mit einer Hand deutete sie nach vorn. "Los, Kutscher." Nadja musste lachen und deutete auf die Mittelkonsole. "Erst programmierst du dieses verfluchte Navigationssystem. Dann kannst du mich Kutscher nennen."

Kommentare:

  1. Und nicht vergessen, zwischen teuren Autos zu parken. Ob Gretchen nun abgefüllt wird, damit sie endlich die Klappe hält? Naja, Mary hat das schon alles im Griff :)

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  2. Hm Gretchen wird wohl den meisten Spaß haben, denn sie erwartet am wenigsten :)

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