Donnerstag, 30. Juni 2011

Unpassende Vergleiche

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Joe und Nadja lagen eng aneinander gedrückt im Bett. Immer wieder rieb sich Nadja sacht an seinem warmen Körper und genoss die Nähe. Nur langsam ordneten sich ihre Gedanken und Gefühle. Alles war so schnell gegangen. Es war noch keine zwei Stunden her, dass sie im Restaurant gesessen hatten und belanglos über die Ehe gequatscht hatten. Nur für Joe war es gar nicht belanglos gewesen. Sie war verlobt. Verträumt strich sie einmal mehr über den Ring und seufzte.

"Ich glaube ich bin die erste Frau, die verlobt ist, aber es niemandem sagen darf.", seufzte sie. Es klang ein wenig amüsiert. Aber auch deutlich wehmütig. "Nein. Die erste bist du auf keinen Fall. Denk mal an Romeo und Julia.", grinste Joe und biss ihr sacht in den Nacken. Nadja nahm den Kopf nach vorne um ihm mehr Angriffsfläche zu geben. "Da hast du auch wieder recht. Aber trotzdem fühle ich mich gerade so, dass ich es der ganzen Welt erzählen will."

Sacht strich Joe ihr über die Haare und schlang sie mit dem anderen Arm noch fester an sich. "Wenn wir heiraten kannst du alle einladen, die du willst. Meinetwegen die ganze Welt. Aber dann wird es etwas eng." Er kicherte etwas und hoffte, dass es sich damit gegeben hätte. Aber Nadja quittierte das nur mit einem deutlichen Seufzen. "Wem darf ich es denn jetzt schon sagen. Meiner Mama?" Etwas verlegen rückte Joe von ihr weg um sie nun ansehen zu können. Nadja rollte sich auch herum und sah ihm in die Augen.

"Deiner Mama kannst du es natürlich sagen. Aber sie weiß es schon.", gab er betreten zu. Nadja starrte ihn perplex an. Dann löste sich ihr Ärger: "Wieso? Wann hast du es ihr gesagt? Wir waren doch die ganze Zeit zusammen seitdem." Joe schüttelte heftig den Kopf. "Nein. Ich habe sie vorher gefragt." "Was hast du sie gefragt. Ob ich dich heiraten werde?" Nadja verstand nicht recht, was hier gespielt wurde. "Aber man fragt doch die Eltern, ob es okay ist, dass man heiratet.", gab er nun sichtlich verwirrt zurück.

"So wie Iwan meinen Vater gefragt hat? Damit man dann verheiratet wird?", maulte Nadja und wollte sich in der nächsten Sekunde auf die Zunge beißen für die Aussage. Doch noch bevor sie sich entschuldigen konnte hatte Joe schon ein beleidigtes Gesicht aufgesetzt. "Du vergleichst mich nicht wirklich mit Iwan? Und die Tatsache, dass ich deine Mutter um ihren Segen gebeten habe damit, dass dein Vater eine arrangierte Ehe für dich eingefädelt hat, ohne dich nach deiner Meinung zu fragen?" Nadja senkte den Blick und drückte sich eng an seine Schulter. "Tut mir leid.", meinte sie und spürte wie ihre Augen feucht wurden. Joe zögerte eine Sekunde, dann legte er die Hand an ihren Hinterkopf und kraulte sie.

Minutenlang lagen sie so nebeneinander und schließlich löste sich Nadja aus der Starre und hauchte Joe einen Kuss auf die Lippen. "Also ich sage es meiner Mama, dass ich ja gesagt habe. Und auch meinen Geschwistern kann ich es sagen. Oder?" Joe nickte nur. "Was ist mit meinen Freundinnen?", versuchte sie es vorsichtig. Sie war sich zwar sicher, dass auch Joe längst klar war, dass es unter ihnen ein offenes Geheimnis war. Aber offen darüber gesprochen hatten sie noch nie.

Kommentare:

  1. Manchmal kann unser schusseliger Joe ja tatsächlich auch vernünftig und verständnisvoll sein, da er Nadja den kurzen Rückfall in alte (unschöne) Zeiten nicht übel und die Entgleisung nicht persönlich nimmt. Find ich gut!

    Und ich kann Nadja auch verstehen, dass sie es der ganzen Welt mitteilen will. In so einem Fall MUSS eine Frau ja den anderen Frauen verkünden, dass sie eine wichtige "Beute" vom Markt gezogen und einen Sieg errungen hat. Da will sie auch den Neid der anderen erleben. Darauf muss Nadja aber nun verzichten und das ist sicherlich nicht einfach :-)

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  2. jaja neid muss man sich erarbeiten... nur mitleid bekommt man geschenkt :)

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