Mittwoch, 25. Juli 2012

Hier sind Sie richtig

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Was wollte diese Hexe denn?", erkundigte sich Nadja, nachdem sie ihre erste Wut heruntergeschluckt hatte. Geoffrey räusperte sich kurz. Es tat ihm leid, Nadjas gute Laune so aprupt zerstört zu haben. Doch jetz konnte er ja auch nicht mehr zurück. "Sie wollte sich über Ihre Lebensumstände informieren und redete wahlweise von 'erweitertem Beratungsbedarf' und einer 'Beratungspflicht'." Nadja stampfte mit dem Fuß auf. "Sie hat mich doch in der Schule schon beraten. Und da habe ich ihr gesagt, dass ich sie nicht brauche.", maulte sie. Joe zog sie sanft zu sich und drückte ihren Körper an sich.

"Ganz ruhig. Lass dir doch von so einer Hexe nicht den Tag verderben.", meinte er sanft. "Ich habe die... Hexe... nicht vorgelassen. Sie blieb vorn an der Schranke und musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Allerdings hinterließ sie eine Karte und ich habe zugesagt, man werde sich bei ihr melden.", komplettierte Geoffrey seinen Bericht. Nadja musste unwillkürlich Grinsen als der Butler so zögernd ihre Bezeichnung übernommen hatte. "Geoffrey, du bist einfach der Beste. Gib mir die Karte, dann ruf ich sie morgen an und mache sie nochmal am Telefon platt.", entschied Nadja. Joe grinste und drückte ihr einen Kuss auf. "Das ist meine Verlobte!"


Fast ungelesen, jedoch um eine Unterschrift reicher, wanderte das Formblatt vom Schreibtisch zurück in die Mappe. Die Mappe landete wenig später im Briefkasten der Fürsorgestelle bei Gericht und von dort wurde sie auf den nächsten Schreibtisch gelegt. Auch hier wurde nicht genau gelesen sondern eine Unterschrift darunter gesetzt und das Schreiben ging zurück an Hillary. Bereits am Nachmittag kam es mit dem täglichen Boten wieder zurück und wie eine Trophäe betrachtete Hillary ihr Werk. Sie schaute auf die Uhr. Vermutlich hatte Nadja bald Schulschluss. Das könnte die Gelegenheit sein, es dem hochnäsigen Butler und der Rotzgöre heim zu zahlen.


Mykola folgte den Anweisungen der Skizze und fand tatsächlich den Nebeneingang. Er orientierte sich weiter, rechts den Gang hinunter und stand schließlich, wie beschrieben, vor einer geöffneten Bürotüre. Im Büro war ein kleiner Tresen aufgebaut. Mykola stierte etwas neugierig durch die Tür und klopfte dann respektvoll an den Rahmen, weil er nicht unaufgefordert eintreten wollte. "Kommen Sie nur rein.", ermunterte ihn eine Dame von drinnen. "Guten Morgen. Ich suche Arbeit auf Schiff." Mykola hatte sich alle Mühe gegeben möglichst deutlich zu sprechen und als die Dame nickte, leuchtete sein Gesicht auf. "Da sind Sie hier richtig.", erklärte sie.

Kommentare:

  1. Hat Hillary etwa sowas wie eine Einzweiligeverfügung erhalt, mit der sie Nadja zu ungewolltem zwingen kann?
    Das wird ja immer besser. *böse schau*

    Und was will Mykola bei Nadja und co?
    Ist ihm das Geld ausgegangen und er erhofft sich (oder verlangt) unterstützung?
    Aber er und Nadjas Mutter sind doch geschieden?
    Naja, schon früher ist er vor kreminellen Machenschaften nicht zurück geschreckt.
    Aber zum Glück ist Nadja nicht mehr das hilflose Persönchen von damals.

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  2. Zu ärgerlich, dass der erste Kommentar von mir heute morgen verschwunden ist... mal sehen, ob ich es nochmal so hinbekomme, nur sicherlich kürzer:

    Joes Stolz über Nadjas Aktivität und neues Selbstbewusstsein ist ja gar nicht so verkehrt, aber vielleicht sollte er die Tatsache, dass die Frau nicht locker zu lassen scheint, ein wenig ernster nehmen.
    Ich habe keine wirkliche Ahnung, was für ein Papier Hillary da erwirkt hat. Aber es dürfte nicht angenehm sein. In Deutschland sind Fürsorgestellen meines Wissens nach immer nur integrative Anlaufstellen für Behinderte. Das dürfte nicht auf Nadja zutreffen, also muss es etwas anderes sein *g*
    Nur was? Vielleicht ein richterlicher Beschluss, damit Hillary Zutritt in das Haus bekommt, um sich von den Lebensumständen des missbrauchten, verprügelten und geschwängerten armen Mädchens zu überzeugen? *Saraksmus-Mode aus*
    Wenn ja, was hätte sie davon außer ihre Neugier zu befriedigen und unverrichteter Dinge wieder abzuziehen? So ohne weiteres wird sie keine weiteren Verfügungen vom Gericht bekommen, denke ich. Hoffe ich!! In den Staaten gibt es ja leider die unwahrscheinlichsten Sachen.

    Mykola ist also schon mal richtig. Er hat ein Touristenvisum und sucht Arbeit bei einer deutschen Behörde. Nun bin ich ja mal gespannt, ob die ihm wirklich weiterhelfen können mit dem bisschen, was er vorweisen kann.
    Sooo.. wehe, dieser Kommentar verschwindet auch wieder in den ewigen Weiten des WWW!

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