Montag, 2. Juli 2012

Für sich behalten

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Wird das jetzt ein Verhör?", mischte Ashley sich in das Gespräch. Die Feststellung von Gretchen stand immer noch im Raum und Nadja hatte keine vernünftige Begründung gegeben. "Was soll das?", wehrte sich Nadja. Sie hatte böse klingen wollen, doch es kam nur ein verängstigtes Fiepsen aus ihrer Kehle. "Unsere größte Kaffeesäuferin trinkt keinen Kaffee mehr.", erklärte Linda nun und legte en Kopf schief. "Ich könnte Kaffee trinken, aber ich will nicht.", patzte Nadja einfach nur.

Gretchen hielt ihre Plastiktasse hin. "Hier! Trink!", forderte sie mit gemeinem Blick. "Ich sagte, ich will nicht!", bellte Nadja zurück. Gretchen wandte den Kopf zu Linda. "Weisst du wer keinen Kaffee trinken will?" "Nein, Gretchen. Wer will keinen Kaffee trinken?" Linda klang fies. Sie sprachen übertrieben akzentuiert, wie in einer Fernsehreklame. "Ich werde dir sagen, wer keine Kaffee trinken will." "Dann sag es mir. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen." Nadja lauschte diesem Zwiegespräch mit bebender Unterlippe. Ihr war längst klar, dass sie aufgeflogen war und dass sie jetzt gleich enttarnt würde, doch sie wusste nicht, was sie unternehmen sollte.

"Schwangere trinken keinen Kaffee!", platzte es nun aus Gretchen heraus und sie sah Nadja triumphierend an. Trotzig und stumm presste Nadja die Lippen aufeinander. "Du hast uns angelogen.", konstatierte Gretchen trocken. Nadja zuckte nur die Schultern. Am liebsten wäre sie gerade einfach weggelaufen. Doch das brachte sie nicht fertig. Das würde das Gerede nur schlimmer machen. "Warum tut ihr das?", quetschte sie schließlich gequält heraus.

Gretchen winkte ab. "Warum lügst du uns an? Ich dachte wir sind Freunde?" "Weil es nicht sicher ist.", gab Nadja schweren Herzens zu. "Nicht sicher? Du warst doch beim Arzt?" Nadja nickte. "Aber es kann sein, dass man die Schwangerschaft in den ersten zwölf Wochen noch verliert. Und die Ärztin hat davon abgeraten, es allen auf die Nase zu binden. Wenn man das Kind dann verlieren sollte müsste man nur zu allen wieder hingehen und erzählen, was passiert ist. Deshalb wollte ich es für mich behalten." Mit den letzten Worten hatte sie sich erhoben und stapfte nun davon.

Kommentare:

  1. Richtig übel nehmen kann Nadja ihren Freundinnen die "Entdeckung" ja nicht. Zum einen kann sie schlecht lügen undr hat sich selbst unglaubwürdig gemacht, zum anderen haven Freunde ja auch ein Recht darauf; mitzuzittern.

    Ich selbst kann dieses Geheim-getue eh nicht nachvollziehen. Aber wenn man das Spielchen schon spielt; muss man auch das Rückrad haben, anderen klar zu machen, dass sie nicht zunächst Kreis der auserwählten Mitwisser zählen .
    Nun stapft sie also davon und lässt Fragezeichen zurück. Das konnte Probleme geben... Immerhin sind pubertierende Mädels brandgefährlich ;)

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  2. *an den Kopf fass*
    Hätte sie doch einfach erzählt, die hätte ein Magengeschwür und sei deswegen in Ärztlicher behandlung.
    Damit kann man auch den eingeschränkten Konsum gewisser "Genussmittel" erklären.
    Teenager *augen verdreh*
    So einfallslos.

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  3. irgendwie muss Nadja aus allem (!) immer ein Problem machen ^^ irgendwie brauch sie ihre Freundinnen immer nur, wenns ihr dreckig geht ^^ C.H.

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