Montag, 24. Oktober 2011

Sei vorsichtig

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Jurina sah Nadja etwas verblüfft an. "Wieso sollte ich an damals denken wollen?" Nadja zuckte die Schultern. "Ich habe, seit ich hier bin fast gar nicht an die Zeit gedacht. Nur als der Prozess in Deutschland war. Aber jetzt, wo ich es Mary erzählt habe geht es mir einfach nicht aus dem Kopf." Beide sahen sich einige Augenblicke lang an und seufzten dann.

"Es war schlimm damals.", meinte Jurina und klang auch ehrlich etwas bedrückt. "Ich träume wieder davon.", gab Nadja gequält zu, "Letzte Nacht habe ich so schlecht geschlafen, wie noch nie, glaube ich."
"Es ist schwierig die Zeit zu vergessen. Vermutlich sogar unmöglich. Aber die Frage ist, warum es dir noch immer etwas ausmacht. Es ist vorbei und es wird nie wieder passieren."
Überrascht sah Nadja ihre Freundin an. So hatte sie das noch gar nicht gesehen und für sie selbst stimmte das sicherlich auch. "Aber anderen passiert es.", gab sie zu bedenken, "Jeden Tag!"

"Aber denen kannst du nicht helfen."
Nadja seufzte schwer und legte den Kopf schief. "Mary will es versuchen." "Was? Mädchen zu helfen, die bei Typen wir Boris gefangen sind? Ist die lebensmüde? Du weisst schon, was er mit mir gemacht hat, als ich mich geweigert habe für Dimitri zu arbeiten?" Zur Bekräftigung tippte sie sich an die Schulter, wo noch heute ein verfärbter Fleck, eine Narbe, daran erinnerte. Nadja schwieg nur und sah zu Boden doch Jurina war in Fahrt. "Und selbst Tom hat mir gesagt, dass er immer wieder mal Schiss hatte, wenn es daran ging mit diesen Kerlen zu verhandeln. Das ist kein Spiel, dass Mary oder du spielen können."

"Vielleicht kann man ja anders helfen.", meinte Nadja kläglich. Gegen Jurinas Einwände hatte sie wenig vorzubringen. Sie hatte natürlich keine Ahnung, wie andere Menschenhändler mit ihren Mädchen umgingen, aber vermutlich unterschied es sich von dem was sie erlebt hatte nicht wirklich. "Mir fällt nicht ein wie man sonst helfen könnte.", meinte Jurina etwas patzig, als Nadja immer noch nichts sagte. Sie zuckte die Schultern: "Überlegen schadet sicher nicht." Jurina rollte ein wenig mit den Augen. "Sei vorsichtig Nadja. Sicher hast du Mary erzählt, was damals los war. Aber sie hat keine Vorstellung davon, wie es da wirklich war. Und auch nicht davon, wozu die Typen fähig sind, die in so einem 'Geschäft' arbeiten."

Nadja nickte nur und überlegte, sie das verkaufen sollte, ohne allzu viele Details preiszugeben. Oder brauchte Mary diese Details, damit sie kapierte, was da lief? Sie atmete einmal tief durch und griff zu einem der Wassergläser auf dem Tisch. Geoffrey hatte schon vorsorglich ein zweites Glas für sie mitgebracht. In einem einzigen Zug leerte sie das Glas aus. So frustrierend das Thema gerade mit Jurina gelaufen war, so fühlte sie sich doch merkwürdigerweise erleichtert. Einmal mehr schüttelte sie den Kopf über sich selbst. Es würde vermutlich noch eine Weile dauern, bis sie ihre Gefühle wieder im Griff hatte.

Kommentare:

  1. Ich bin wieder da :) .... also falls jemand meine Kommentare vermisst hat, ich war in Spanien.

    Ich find die großen Stimmungsschwankungen in den letzten Kapiteln bisschen arg übertrieben...also da meine ich nadja´s die ja nicht dran denken will aber sich dann doch mit auseinandersetzen will mit dem Widerstand :), aber es muss sich mir ja nicht immer alles erschließen.
    Und bei Mary´s verhalten ist auch irgendwie der Wurm drin, an einem Tag geschockt am nächsten freut sie sich wie ein Kleinkind auf Verbrecherjagd zu gehen, am nächsten Tag heult sie mehr als Nadja rum und am nächsten Tag fragt sie Nadja was denn los sei.

    Mir würde es gefallen wenn Nadja wieder der alleinige Hauptcharackter wird, so geht irgendwie der Lesespaß futsch.

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  2. Schoen, dass du wieder da bist, Josi. Und ja, ich habe dich schon vermisst.
    Ich findedie Stimmungsschwankungen sxhon naxhvollziehbar. Das sind Teenies und wir reden hier nicht von kaputten Lieblingshosen oder verloren gegangenen Handies. Hier geht es um Traumata und ein mitfuehlender Mensch wie Mary dars in Anbetracht seines zarten Alters ruhig einmal ein.wenig schwanken. Die Beiden werden sowieso schnell an ihre Grenzen geraten und feststellen, dass sie weder Robin Hood noch Mutter Theresa heissen.
    Marys Eifer ist aallerdings schon lobenswert und wenn er nur bewirkt hat, dass Nadja wieder aufwacht ;)
    LG Kay

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  3. Du lieber Gott! Was für Schreibfehler! Ich schwöre, ich kann das besser! *schäm* In Zukunft schreib ich über Handy nur noch ganz anonym und streite dann später alles ab :)

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