Donnerstag, 13. Oktober 2011

Schlafen

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Als sie Mary verabschiedet hatte, ging Nadja nach hinten in den Wintergarten, wo sich Jurina wieder niedergelassen hatte. Etwas geschafft ließ Nadja sich auf den Liegestuhl neben ihrer Freundin fallen. "Na, ist sie weg?", meinte Jurina etwas neutral. Nadja nickte nur. Sie wusste nicht so genau, wie sie Marys Verhalten deuten sollte. Es schmeichelte ihr zwar, dass es ihr offensichtlich so nahe ging, doch hatte sie ebenso ein schlechtes Gewissen, ihre Freundin derart belastet zu haben.

"Du wolltest ja nicht auf mich hören.", meinte Jurina gespielt patzig. Nadja blickte sie verwirrt an. Jurina rollte mit den Augen. "Na du musstest ihr ja alles erzählen." Nadja seufzte und ließ sich in den Liegestuhl sinken und starrte durch die gläserne Decke. "Ich mag dieses Lügenspiel nicht. Und, ich denke sie kann mit der Wahrheit umgehen." Jurina schob eine Hand hinüber und griff nach Nadjas. "Da magst du recht haben. Du kennst sie gut genug um das zu wissen."


Den Abend verbrachten die Mädchen mit Joe gemeinsam vor dem Fernseher. Es wurde nicht viel geredet, aber es war eine angenehme Situation. Nadja war auch heute gar nicht mehr nach großartiger Konversation. Sie saß einfach nur auf dem Sofa und schmiegte sich an Joes Körper. Dem Film konnte sie fast nicht folgen. Immer noch spukten die Gedanken an das Gespräch mit Mary in ihrem Kopf herum. Und auch die Erinnerungen an die Zeit in Deutschland waren zurückgekehrt. Immer wieder versuchte sie sich auf den Film zu konzentrieren um diese Bilder loszuwerden. Doch es klappte einfach nicht. Ihre Gedanken schweiften ab und wieder war sie bei Boris und Dimitri angekommen.

Nach dem Film gingen die Mädchen ins Bett. Joe brachte Nadja bis ins Schlafzimmer. Er hatte vor noch etwas zu erledigen und hatte auf ein wenig Zärtlichkeiten gehofft, solange Nadja noch wach war. Doch schon auf seinen Kuss reagierte sie nur verhalten. "Ich werde schlafen gehen.", erklärte sie überflüssigerweise. Joe schaute etwas enttäuscht aber nickte dann. "Schlaf gut. Ich gehe noch ein wenig ins Arbeitszimmer.", sagte er sacht und streichelte über ihren Kopf. Nadja entwand sich ihm und ging richtung Badezimmer. Ihre Stimme klang belegt und sie rang sich auch ein: "Gute Nacht.", ab.

Für eine Sekunde überlegte Joe, Nadja zu fragen, was los wäre. Doch er hatte noch nicht zu Ende überlegt, als sie schon im Bad verschwunden war. Seufzend ging Joe in sein Arbeitszimmer. Er fragte sich, ob er etwas gemacht hatte, was Nadjas Verärgerung ausgelöst hatte. Aber vielleicht war sie auch einfach nur schlecht gelaunt. Er könnte sich immer noch Sorgen machen, wenn sie Morgen auch noch in der Laune war.
Nadja war ins Bett geschlüpft und rollte sich hin und her. Kaum, dass sie die Augen schloss, waren die Bilder noch präsenter als eben beim Fernsehen. Es dauerte eine Ewigkeit, bis sie endlich in einen unruhigen Schlaf fand.


Mary ging es keinen Deut besser als ihrer Freundin. Üble Bilder aus der Reportage über Menschenhandel, welche sie im Rahmen des Unterrichts gesehen hatten, spukten in ihrem Kopf herum. Und sie fragte sich, wie Nadja all diese Ereignisse so gut hatte verarbeiten können. Zwischenzeitlich fragte sich Mary immer wieder, ob es schlau gewesen war, diese Wahrheiten aus Nadja herauszuquetschen. Auch sie brauchte lange, bis sie endlich in den Schlaf fand.

Kommentare:

  1. Dass Nadja nun solche Probleme hat, zeigt ja nur, dass sie ihre Vergangenheit noch gar nicht verarbeitet hat. Vielleicht waere eine professionelle Hilfe gar nicht so falsch, denn sie verdraengt ja nur fleissig.
    Ich glaube auch nicht, dass Jurina sich Gedanken um Nary machte. Sie weiss wohl schon, was nun in Nadja geschieht.
    Bin gespannt ob Nadja nun wiedet alles vetdraengt oder wenigszens Joe mal erklaert eas ueberhaupt los ist. Viel miteinander reden tun die Zwei ja mal nicht

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  2. Verdrängung ist nun eben nicht immer das Beste. Nadja sollte sich ganz schnell aufmachen und einen Psychologen suchen, der ihr hilft das ganze zu verarbeiten. Es ist hart sowas zu erleben und ich weiß wie Mary sich fühlt, da ich als Freundin auch die eine oder andere böse Sache aus den Leben meiner Freundinnen erfahren habe. Und ja, man kann dann echt nicht schlafen, wenn man sowas erfahren hat. Leider gibt es eben solche Schweine, die Mädchen wie Vieh behandeln... Unschöne Welt da draussen :-/

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  3. zu was hat man einen festen Partner, wenn man mit ihm über so was nicht redet? Ich mein, schlecht gelaunt sein ok, aber das eskaliert doch bestimmt wieder?! C.H.

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