Mittwoch, 19. Oktober 2011

Durch den Wind

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja hatte gar nicht mehr richtig an Jurina gedacht. In ihrem Kopf ging alles durcheinander. Sie war raufgegangen in ihr Zimmer um den Rucksack für die Schule zu packen. Aber sie war kaum halbfertig damit geworden. Ein Buch lag von gestern noch auf dem Sofa. Sie hatte es holen wollen, hatte sich dann aber auf das Sofa gesetzt und starrte nun ins Leere. Sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Jurina kam mit der kleinen auf dem Arm nach oben und sah sich auf dem Flur um. Die Türe zu Nadjas Zimmer stand offen und das Licht malte einen hellen Fleck auf den Teppich. "Nadja?", rief sie halblaut doch bekam keine Antwort. Also ging sie zur üffenen Tür hinüber und sah Nadja auf dem Sofa sitzen. "Was ist denn mit dir los?", fragte sie verdutzt. Nadja ob den Kopf und erwachte aus ihrer Starre. "Ich packe für die Schule.", erklärte sie völlig sachlich und nahm nun das Buch auf und stopfte es in ihren Rucksack.

"Ist alles in Ordnung?", bohrte Jurina nach und schaukelte Julija auf ihrem Arm etwas hin und her, da sie ein unwilliges Quäken begonnen hatte. "Jetzt weint sie.", gab Nadja schnell zurück und kam zu Jurina um ihr die Kleine abzunehmen. Jurina stand etwas überrumpelt in der Türe und überließ Nadja das Baby. Nadja nahm die kleine auf den Arm und wiegte sie sanft hin und her. Schnell beruhigte sich das Geschrei wieder. "Jetzt ist alles in Ordnung.", erklärte Nadja dann sehr fest und gab Jurina ihre Tochter wieder. Danach rannte sie wie ein kopfloses Huhn im Zimmer auf und ab um die Tasche endlich zu Ende zu packen.

Jurina sah sich das Schauspiel für einige Augenblicke an. "Du bist ja völlig durch den Wind.", konstatierte sie dann. "Ach was, ich bin ein bisschen zerstreut heute Morgen.", wiegelte Nadja ab und zog den Reissverschluss am Rucksack zu und warf ihn sich über die Schulter. "Lass uns wieder runter gehen." Jurinas Blick war kritisch aber sie wusste auch nicht mehr, was sie noch sagen sollte. Nadja blockte ja jedes Gespräch ab. Vielleicht würde sich das am Frühstückstisch ja wieder ändern.

Doch sie hatte sich getäuscht. Wenig später saßen sie zwar wieder nebeneinander am Frühstückstisch, doch ein ernsthaftes Gespräch kam nicht zu Stande. Nadja wollte nur über Belanglosigkeiten reden und wann immer Julija das leiseste Quäken hören ließ stand sie auf und tröstete sie. Es ärgerte Jurina ein wenig, dass sie so gar nicht an Nadja herankam. Aber das würde sich vielleicht heute Nachmittag geben. Sie hatte sic schon gestern bestätigen lassen, dass kein Besuch nach der Schule anstand. Dann würde sie schon irgendwie herausbekommen, was Nadja so beschäftigte.

Kommentare:

  1. Jetzt wird es aber kritisch mit Nadja. Sie scheint ja schon krampfhaft nach Ablenkungenzu suxhen, um nicht ueber ihre Vergangenheit nachdenken zu muessen. Und da sie offenbar auch nicht darueber reden will, wird es immer schwerer an sie heran zu kommen. Vielleicht sollten Jurina und Joe einmal Kriegsrat halten.

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  2. Mir scheints, als würde der liebe Joe etwas zu schnell tippseln und schon mal Buchstaben vergessen... *gg* Mach dir nix draus, kann passieren, passiert mir auch oft. :)


    Mit Nadja wirds langsam echt eng, also da kann meiner Meinung nach nur noch ein Seelenklempner helfen, damit das Mädchen den ganzen Horror endlich verarbeitet.

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