Samstag, 3. November 2012

Mietfrei wohnen

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Mykola lag in dem kleinen Appartement auf dem Sofa faul herum und zappte durch das Fernsehprogramm. Er verstand immer noch nicht nennenswert mehr Englisch und so suchte er etwas mit Musik oder irgendeinen Film, den er vielleicht schon kannte. Aber wie so oft, wurde er bei dieser Suche enttäuscht. Er stand auf und ging in die Küche um sich etwas zu Essen zu machen. Bequemer war das Leben hier schon als in dem Hotel. Und vor allem gab es keine Miete, die sein Budget belastete. Allerdings schien auch nicht wirklich etwas zu passieren.

Auf der Fahrt zum Flughafen war er mit Vjadir, dem Taxifahrer, ein wenig ins Quatschen gekommen. Es war schön, endlich mal wieder mit jemandem reden zu können. Und Vjadir zeigte großes Interesse an seiner Geschichte. Er riet ihm zu bleiben. Man könne immer kräftige Männer in der Organisation gebrauchen und sicherlich gäbe es auch eine Möglichkeit sich bei Lelya oder auch bei Nadja noch mal zu revanchieren. Da sei schließlich viel Geld zu holen.

Die Überlegung hatte für Mykola nicht lang gedauert. In Kiew wartete nichts auf ihn als monatlich 100 Dollar, die kaum für ein ärmliches Leben reichen würden. Ein Angebot hier in Amerika zu arbeiten kam ihm da gerade recht. Und wenn es ihm nicht zusagen würde, was man ihm an Arbeit bot, konnte er immer noch auf eigene Faust verschwinden. Er hatte es gewinnbringend auf einem Schiff nach Seattle geschafft, er würde es vielleicht auf die gleiche Weise auch zurück schaffen. Spätestens, wenn am Ende des Sommers in ein paar Monaten eben jenes Schiff wieder vorbei kam. Er hatte sich schließlich die Nummern von den wichtigen Leuten an Bord notiert und konnte sich dort melden.

Aber vielleicht ergab sich ja auch eine brauchbare Alternative hier in Seattle? Vjadir hatte imer nur von der 'Organisation' gesprochen ohne sich näher zu äußern, was genau für eine Organisation das sein sollte. Aber Mykola vermutete, dass es sich irgendwie um Schutzgeld oder Drogen handeln musste. Eigentlich war ihm das herzlich egal, womit er Geld verdienen konnte. Er hatte kein Problem damit anderen Leuten etwas zu verkaufen, was diese krank machte. Sie waren es doch selbst schuld.

Leider war aber von dem Angebot bisher nicht viel herumgekommen. Vjadir hatte ihn vom Flughafen weg durch die Stadt gefahren. Derweil hatte er schon einiges Telefoniert und schließlich Mykola an diesem Appartement abgesetzt. Ein anderer Ukrainer, David, war dort gewesen und hatte ihm einen Schlüssel gegeben und ihm die Wohnung gezeigt. Es war ein etwas heruntergekommenes kleines Appartement mit nur einem Zimmer und einem Badezimmer. Aber die Ansagevon Vjadir und David war eindeutig gewesen. Er durfte dort kostenlos wohnen. Zumindest vorerst. Und man würde sich bei ihm melden, wenn es Arbeit für ihn gab. Doch darauf wartete Mykola bisher vergeblich.

Kommentare:

  1. Ach du Schande... Aber ich hab geahnt, dass er sich nicht einfach so abschieben lässt.

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  2. Ohje!
    Das Problem ist für mich eher die Organisation. Mykola ist so ein hohles Schaf! Die werden von ihm einige kleine kriminelle Sachen verlangen, er wird immer tiefer hineinrutschen und schließlich wird die Organisation selbst auf die Kohle von Joe aus sein.
    Mir wird jetzt schon ganz anders. Kann den bitte jemand so sehr verprügeln, dass er keine verständlichen Worte mehr herausbringt??
    Mensch Mensch... *auf den Nägeln kaut

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  3. Das mit der Organisation gibt mir auch am meisten zu denken. Gut, wenn nur Mykola in krumme Geschäfte verwickelt werden würde und vielleicht geschnappt und ins Gefängnis gesteckt werden würde, super. Wenn er dann im Knast vergammelt, noch besser. Aber das Problem werden seine Bosse und Kollegen sein. Wenn die spitz kriegen, wer der zukünftige Schiegersohn ist, werden die sicherlich versuchen einen hohen Profit rauszuschlagen. Da bekommt man schon Angst um Nadja, Maria und den Rest der Familie.
    Nach dem sicherlich nicht sehr gut verlaufenden Gespräch mit Nadja sollte Joe auf dem schnellesten Wege jemanden mit der Suche beauftragen. Jemanden der es mit dem Gesetz vielleicht nicht ganz so genau nimmt, sich auch in der Unterwelt etwas auskennt und auch mal "schlagende" Argumente vorbringt :-P.

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