Sonntag, 11. November 2012

Handyortung

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Henry klopfte zufrieden mit den Fingern auf dem Papier herum. Er hatte vom Hotel die Handynummer von Mykola bekommen. Und ein kurzer Anruf hatte ergeben, dass das Gerät weiterhin eingeschaltet war und sich auch noch in Mykolas Besitz befand. Es wäre zu peinlich gewesen, wenn er es am Flughafen jemandem geschenkt hätte und er den falschen jagte. Doch das war hier nicht der Fall. Somit würde es ein Kinderspiel werden, den Aufenthaltsort innerhalb Seattles auf etwa einen Häuserblock einzugrenzen. Solche Methoden gehörten zu seinen leichtesn Übungen. Allerdings war ein Häuserblock immer noch erheblich zu groß um ihn suchen zu gehen.

Viel interessanter war die Möglichkeit zu warten, bis das Handy sich bewegte. Dann konnte man anhand der Wechsel der Funkzellen recht leicht ausmachen, auf welcher Straße der Betreffende sich bewegen musste. Wenn es eine Hauptstraße oder gar Schnellstraße war, war es überhaupt kein Problem mehr die Bewegung vorher zu sagen. Dann brauchte man sich nur noch an eine geeignete Ecke zu stellen um die Verfolgung aufzunehmen, sobald er vorbei kam. Dann musste man nur darauf hoffen, dass derjenige nicht gerade im hinteren Bereich einer Limousine mit getönten Scheiben saß, doch das war bei diesem Kunden wohl weniger zu befürchten.

Die Bewegungsprofile der letzten Tage waren wenig aufschlussreich. Er würde abwarten müssen, bis etwas vernünftiges damit passierte. Schnell war ein Alarm eingerichtet, der ihn warnen würde, sobald das Handy sich offensichtlich in einem Auto bewegte. Bis dahin konnte er sich ja einmal die Gegend ansehen, in der Mykola nun offesichtlich wohnte. Jedenfalls lag das Handy dort die ganze Nacht herum.

Doch auch ohne dort herumzufahren ergab sich für Henry ein durchaus unangenehmer Eindruck. Das Viertel in dem Mykola sich vorwiegend aufhielt war ziemlich heruntergekommen und es war stadtbekannt, dass dies die Brutstätte der organisierten Kriminalität war. Das entwickelte sich in eine ziemlich prekäre Richtung, wenn aus diesem losen Verdacht eine Tatsache werden sollte.

Kriminelle dieses Formats schätzten wenig, wenn man sich in ihren Reihen umsah. An der Stelle konnte auch das ausspionieren eines einfachen Soldaten, und sei er noch so neu im Unternehmen, zur Prinzipienfrage werden. Und das wiederum bedeutete eine Menge Ärger. Er würde hier erheblich vorsichtiger sein müssen. Am Besten wäre es, überhaupt nicht bemerkt zu werden. Und wenn doch, sollte er sich so geben, dass man es nachher dem FBI in die Schuhe schob. Die beobachteten ständig die gesamte organisierte Kriminalität und das mit so wenig Erfolg, dass es von der Gegenseite inzwischen nahezu ignoriert wurde. Alles in Allem könnte das aber ein heikler Auftrag werden. Wenn es sich so herausstellte würde man aber beim Auftraggeber sicherlich einen satten Aufschlag aushandeln können.

Kommentare:

  1. Henry hat es schon ganz richtig eingeschätzt: es sieht nach einer Menge Ärger aus.
    Man ist ja hin und hergerissen, ob man sich wünscht, dass Mykola schnell erwischt wird und "nur" abgeschoben wird, oder ob er richtig in der Organisation drin ist und dann entweder von seinen eigenen Leuten was auf die Knabberleiste bekommt oder von der Poizei bzw, FBI geschnappt wird und dann im Knast mit ihm "gespielt" wird^^. Eigentlich würde ich ihm ja das letztere mehr gönnen, aber bis er geschnappt wird, kann der Depp noch ganz schön Ärger für Nadja und Joe bedeuten *seufz*.

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  2. Mir geht es wie Minito. Mein Pazifismus hält sich bei ihm arg in Grenzen und auch ich weiß nicht genau, welche Gemeinheit ich ihm mehr wünschen möchte.

    Im Übrigen: Respekt an den Autor was die Recherche betrfft, denn diesen ganzen detaillierten Kram über Handyortung würde ich nicht mal im Ansatz verstehen, egal wieviel und wie lange ich darüber lesen würde.

    Ich vermute mal stark, dass Henry sich auch in dieser Szene gut auskennt. Er wird schnell darauf kommen, dass Mykola noch Rekrut ist und noch auf der untersten Stufe der fragwürdigen Karriere steht.
    Vielleicht benötigt er dann Hilfe, vielleicht kennt er ja auch Strohmänner dort. Auf jeden Fall wird er bei Joe einen Batzen Risikoaufschlag aushandeln können. Aber das wird Joe ohne Wimpernzucken bezahlen, denk ich.

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  3. Mir gefällt es mal wieder richtig gut, also wie sich jetzt ein neues Kapitel in der Geschichte auftut und es verspricht spannend zu werden
    Aber wenn das ganze jetzt ausgebaut wird und der Henry da öfter vorkommt, wäre ja sone genauere Beschreibung von dem echt nich schlecht :P

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