Sonntag, 4. November 2012

Kinokritik: Skyfall

Aller guten Dinge sind drei. Zum dritten Mal also Daniel Craig als unser allseits beliebter Superspion mit der Lizenz zum Töten. Meine unverholene Begeisterung für die ersten beiden Filme mit Daniel Craig hat mich natürlich auch in diesen Film gelockt. Und ich muss gestehen, es war optisch der attraktivste und ästhetischste Bond den ich je gesehen habe.




Sam Mendes hat sich ja schon bei American Beauty als wirklicher Liebhaber schöner Bilder gezeigt und er hat seine Methoden seitdem offensichtlich perfektioniert. Das Spiel mit Licht und Schatten taucht immer wieder auf und gipfelt in so perfekten Szenen wie einem Kampf zweier Schattengestalten, vor einer riesigen Videoprojektion bei dem man bis zum Ende der Einstellung nicht sicher sein kann, wer da nun wen gerade fertig macht.

Die Story und da verrate ich nichts neues zielt diesmal nicht in Richtung Weltherrschaft, wie sonst zumeist in Bondfilmen. Diesmal ist es M, wieder verkörpert von Judy Dench, welche mit ihrer Vergangenheit in Konflikt gerät. Es ist etwas Persönliches, was dort ausgetragen wird. Und das zieht sich auch durch die gesamte Darstellung.
Die Figuren sind menschlicher geworden. Sie sind stärker gezeichnet. Aus dem unnahbaren M, welcher in seinem Büro sitzt ist ja bereits seit Pierce Brosnan eine stärker beteiligte Person in der Handlung geworden, was hier seinen Höhepunkt erhält. Sie ist verletzbar und angreifbar. Körperlich, wie politisch.
Und auch Bond hatte sich ja bereits gewandelt. Der unnachgiebige Geheimagent hat mit Daniel Craig menschliche Züge bekommen wie die echte Trauer um den Verlust seiner Geliebten in Casino Royale. Diesmal muss auch er sich seiner Vergangenheit auseinandersetzen.

Doch das macht den Film nur greifbarer. Der Weg ist klar. Weg vom überzogenen Actionspektakel hin zu einem klaren Agentenfilm mit glaubwürdigen Charakteren. Dieser Schritt ist gut gelungen.

Skyfall spannt als Jubiläumsausgabe einen Bogen über 50 Jahre Bond. Vieles was man gesehen hat, wird man hier wiedersehen. So viel sei verraten: Auch der legendäre Aston Martin DB5 hat seinen Auftritt. Eine Art Best of Bond.

Die Story des Films ist nicht überragend. Aber gut durchdacht und hat weniger Schwächen als manch andere bislang gezeigte. Doch wenn man ehrlich ist, ging es bei einem Bond-Film doch niemals um die Story.

Skyfall ist ein sehenswertes Meisterwerk. Ein optisches Spektakel, dass einmal mehr Bond im Umbruch zeigt. Es gibt viel von früher und am Ende ist alles wie vorher. Absolut empfehlenswert.

Kommentare:

  1. Als Bond-Fan ging es mir anders.
    Schwer, schwer, schwer enttäuscht bin ich vom aktuellen Bond.
    Schöne Bilder halfen mir nicht über viele dünne Dialog.
    Nach dem Startintermezzo wurde es echt langweilig bis weit in die 2. Hälfte.
    Aber es gab Glanzpunkte, wie der furiose Javier Bardem.

    Kann man sein erstes Date in den Film mitnehmen? http://datedoktoremanuel.de/james-bond-skyfall-dating/ Das war dann für mich das Wichtigste.

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  2. Die Anfangsszene hatte mich noch nicht so direkt in den Bann gezogen, doch als das Lied Skyfall anfing schon. Teilweise war es langweilig, doch dann kam wieder etwas spannendes. Meiner Meinung einfach ein sehr sehenswerter Film

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