Dienstag, 18. Januar 2011

Sie wollen zu meinem Sohn?

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Lieutenant Brady rief unten im Revier an: "Ist ein Streifenwagen verfügbar? Ich hätte da zwei Kerle abholen zu lassen." der diensthabende Officer warf einen Blick auf den Plan. "Wann brauchst du sie denn?", wollte er wissen. "Den einen so schnell wie möglich, den anderen etwa zwei Stunden später." Aus dem Hörer kam ein Brummen. "Du sagst Kerle. Da will ich keinen allein schicken. Aber ich habe nur noch einen Wagen übrig und da hat sich einer krank gemeldet. Du wirst dich wohl selbst zum Abholen bequemen müssen."

"Das ist kein Problem. Sag dem Kollegen ich bin in zehn Minuten unten in der Garage." Dann legte sie auf. Sie selbst fuhr selten Streifenwagen. Nur wenn Not am Mann war, sprang sie zuweilen mal ein. Aber eigentlich war ihr Schreibtisch mit den Ermittlungen zu häuslicher Gewalt und Vergewaltigungen stets gut gefüllt. Sie nahm die beiden Vorführungsanordnungen mit und ging dann hinunter in die Tiefgarage. Sie überlegte krampfhaft, wen sie sich zuerst vornehmen sollte.

"Morgen Lieutenant, wohin solls denn gehen?", begrüßte sie der Kollege. Brady stieg ein und überlegte immer noch. "Den hier holen wir zuerst.", erklärte sie dann und reichte die Anordnung mit Martins Namen und Adresse hinüber. "Alkoholvergehen bei einem Teenager? Und der wird abgeholt?", staunte der Kollege. "Der hat eine zwölfjährige abgefüllt, damit sein Kumpel leichtes Spiel hat." Brady sagte ungern etwas über die Vergehen, wenn Leute zu Hause abgeholt wurden. Zu groß war die Gefahr, dass Kollegen es, gerade in ihrem Bereich von Vergewaltigern und häuslichen Schlägern, dann bei der Verhaftung zu eng sahen und meinten, sie müssten schon mal einen Teil der Bestrafung auf die Verhaftung vorverlagern. Doch bei dem jungen Kollegen heute, hatte sie da keine Bedenken und sie selbst war ja auch noch anwesend um im Zweifelsfall eingreifen zu können. Überhaupt wirkte die Anwesenheit eines Lieutenants auf die meisten Polizisten Wunder.

Das Haus von Martins Eltern war leicht zu finden. Das Klingelschild verriet, dass Martins Vater wohl selbstständiger Architekt war und sein Büro im haus hatte. Die Polizisten rückten ihre Mützen zurecht und klingelten. Martins Vater schien wenig geschockt zu sein. "Guten Morgen, Sie wollen zu meinem Sohn, vermute ich?", fragte er gleich als er die Uniformen sah. Brady nickte: "Ja Sir, wir werden ihn zu einer Vernehmung im Revier mitnehmen." "Es kommt noch der Tag, an dem ich der Polizei nichtmal mehr den Weg in sein Zimmer erklären muss. Treppe rauf und rechts. Und wegen mir brauchen sie nicht zu warten, bis er sich angezogen hat.

"Ihrem Sohn werden Alkoholvergehen vorgeworfen.", erklärte Brady der Form halber. Doch der Vater winkte ab. Lammfromm ließ Martin sich abführen. Nur schwer hatte er dem Drang sich einzunässen widerstehen können, als Brady ihm die Vorwürfe und seine Rechte vorgelesen hatte. Während er im vergitterten hinteren Teil des Streifenwagens saß, dachte er angestrengt nach, warum Sebastian ihn wohl jetzt schon verpfiffen hatte. Doch er kam einfach nicht darauf.

Wenig später saß er allein im Vernehmungsraum und starrte an die Wand mit dem Spiegel. Seine ganzer Körper zitterte. In so einem Raum war er noch nicht gewesen. Bisher hatte er seine Aussagen immer in einem halbwegs freundlich gestalteten Büro machen dürfen. Hinter dem Spiegel bereitete Brady mit dem jungen Kollegen die Aufzeichnung vor. "Ich nehme nicht an, dass du nen bösen Cop brauchst?", fragte der junge Mann fast vergnügt und ließ sich in den Stuhl fallen. "Ganz sicher nicht. Mit dem werde ich allein fertig."

Kommentare:

  1. Vielleicht ist ihm das ja danach dann endlich mal eine Lehre. Mir hätte es ja gefallen, wenn er sich nicht unter Kontrolle gehabt hätte :-)
    Ist eben doch nicht alles so easy und cool, kleines Scheißerchen.

    So, und ich hab nen stressigen Vormittag vor mir *seufz und inne Arbeit stürz*

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  2. Warum ist denn der so ängstlich?! Ist es nicht der Traum schlechthin von solchen Kerlen einmal im Polizeiauto zufahren??? ...Oh hab ich ja vergessen er darf ja gar nicht fahren *kicher*

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