Montag, 10. Januar 2011

Lieutenant Brady

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja und Mary mussten nur kurz warten, bis eine Frau zu ihnen kam. Sie war etwa Mitte 20 und hatte ihre langen blonden Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Sie schaute freundlich aber ernst. "Hallo ihr Beiden." Nadjas Herz klopfte jetzt bis zum Hals. "Hallo.", gab sie nur mit belegter Stimme zurück. "Ich bin Lieutenant Brady.", erklärte die Polizistin. "Wollen wir uns einfach mal in meinem Büro unterhalten?", schlug sie vor. Mary drückte Nadjas Hand noch ein wenig fester. Dann standen sie auf und folgten der Dame durch das Innere des Reviers in ihr Büro.

Sie setzten sich auf die Stühle und Lieutenant Brady holte als erstes Cola aus einem kleinen Kühlschrank und goss jedem der Mädchen und auch sich selbst etwas ein. Dann stellten sich alle nochmal einander vor und die Polizistin begann zu sprechen: "Also. Der Junge am Empfang hat mir gesagt, du möchtest jemanden anzeigen?", fragte sie möglichst offen. Nadja holte tief Luft und warf noch einen Blick auf Mary. Dann begann sie zu reden.

"Sebastian, er geht auf meine Schule, er hat versucht mich zu...", sie stockte kurz doch sowohl Mary als auch die Polizistin nickten nur. "Er hat versucht mich zu vergewaltigen.", platzte es aus Nadja heraus und sofort schlug sie den Blick nieder. Nun war es wieder wie am Samstag, als Grant bei ihnen zu Hause saß und sie es erzählen musste. Warum schämte sie sich eigentlich? Sebastian war doch das Schwein. Warum war es so unglaublich schwierig das zu erzählen?

Die Polizistin sah sie neutral an. "Ich lasse jetzt ein Tonband laufen, damit wir uns gleich noch an alles erinnern, wenn ich die Anzeige schreibe. Wenn du das nicht möchtest, kann ich auch direkt versuchen alles mitzuschreiben. Aber so schnell bin ich nicht beim Tippen." Nadja nickte und wartete ab, bis der Kasettenrecorder auf dem Tisch aufgebaut war. "Schrecklich altmodisches Teil. Aber es funktioniert.", gab Lieutenant Brady mit einem verlegenen Lächeln hinzu. Dann war alles bereit und mit leisem Knirschen signalisierte der Recorder, dass er jetzt lief. "Erzähl mir am Besten alles von Anfang an. Alles woran du dich erinnerst kann wichtig sein."

Nadja nickte: "Okay." Sie erzählte alles, woran sie sich erinnerte. Von der Party und Sebastians Anmachversuchen in der Schule und während der Feier. Dann erzählte sie genau, wie sich der Samstagmorgen abgespielt hatte. Gelegentlich hatte Brady Fragen, auf die Nadja dann nochmal gesondert einging. Dann endlich war alles erzählt, bis zu dem Augenblick, als Joe hereingekommen war. "Und dann hat er ihn gepackt und rausgebracht. Was er mit ihm gemacht hat, weiß ich nicht genau. Aber auf jeden Fall hat er ihn rausgeworfen.", schloss Nadja ab. "Da hast du wirklich Glück im Unglück gehabt.", erklärte die Polizistin. "Aber eine Vergewaltigung ist es so oder so."

"Ich möchte noch etwas über Sebastian erzählen. Aber ich weiss nicht ganz, wie ich das anfangen soll.", meinte sich etwas unsicher. "Fang wieder einfach vorne an.", kam die ganz ruhige Antwort. "Du packst das!", ermutigte auch Mary wieder. "Ich kenne da ein Mädchen aus unserer Schule. Pamela Berringer. Sie ist erst zwölf Jahre alt. Und sie war neulich auf einer Feier, wo sie eigentlich nicht hingedurft hätte. Dort hat ihr jemand Alkohol gegeben, bis sie ganz betrunken war. Und dann hat Sebastian mit ihr geschlafen." Lieutenant Brady starrte Nadja an. "Er hat sie auch vergewaltigt?", fragte sie etwas perplex. "Warum kommt sie nicht selbst hierher?" Nadja seufzte. "Naja, nicht wirklich vergewaltigt. Sie war viel zu betrunken um sich zu wehren. Und sie will nicht zur Polizei gehen, weil ihre Eltern dann ja mitbekommen würden, dass sie auf der Party war." "Verzwickte Sache. Aber ich denke, da wird sie nun nicht mehr drumherum kommen."

Kommentare:

  1. Tja, es ist fraglich, ob die kleine Pammy so abgebrüht ist, dass sie gegen Eltern und Polizei stand hält und alles abstreitet. Bin mal gespannt.

    Aber jetzt hat sie es hinter sich und ich kann getrost Sebastians Zerstückelung entgegen sehen :-)

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  2. Ich glaube wenn ein außßenstehender Beamter das Thema anspricht bei Pammy und ihren ellis, wird es in ihren Erinnerung so wieder hoch kommen das sie es gar nicht mehr abstreiten kann.

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