Mittwoch, 19. Januar 2011

Ein Häufchen Elend

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Brady hatte fast ein schlechtes Gewissen, als sie wieder aus dem Vernehmungsraum herauskam. Martin war so schnell eingeknickt, wie sie es selbst noch nicht erlebt hatte. Zwischendurch hatte sie ihn nochmal gefragt, ob er nicht einen Anwalt anrufen wollte. Doch er wollte nicht. "Ich will das hier und jetzt hinter mich bringen.", erklärte er nur und erzählte, wie er Pammy Schnaps in die Cola getan hatte. Auch alle anderen Fragen, beantwortete er brav und erklärte wo er den Schnaps her hatte, was einem gewissen Drugstorebetreiber noch Probleme verursachen würde.

Doch schließlich hatte Brady alles aus ihm herausgeholt, was sie wissen wollte. Martin war ziemlich geschockt gewesen, dass nicht Sebastian sondern Pammy selbst ihn angezeigt hatte. Schließlich hatten sie seitdem sechs Wochen völlig normal nebeneinander in der Schülerzeitung verbracht, wo sie sich oft gesehen hatten. Aber das war nun auch egal. Pammys ursprünglichen Plan behielt Brady allerdings für sich.

Wenig später saß Martin unten im Wartebereich der Wache und hoffte, sein Vater würde ihn abholen. Angerufen hatte er jedenfalls, doch die Antwort war nur "Wenn ich Zeit habe.", gewesen.
Zur gleichen Zeit schrieb Liuetenant Brady oben den Bericht über die Vernehmung zu Ende. Dann nickte sie ihrem Kollegen zu. "Jetzt zu Nummer zwei.", erklärte sie und die beiden gingen wieder zum Streifenwagen in der Tiefgarage. Diesmal steuerten sie Sebastians Adresse an.


Sebastian hatte lange geschlafen und wachte dann sehr schlagartig auf. Sofort wurde ihm wieder bewusst, dass er etwas tun musste. Er duschte schnell und nahm sich in der verwaisten Küche ein Sandwich. Die Eltern waren beide arbeiten. Er ging zurück in sein Zimmer und betrachtete die Liste, die er gemacht hatte. Was konnte er den dreien anbieten, wenn sie nicht zur Polizei gingen? Gingen sie überhaupt zur Polizei? Wusste man dort davon? Sein Herz begann einmal mehr heftig zu klopfen. Warum konnte Martin, dieser fette Bastard, sich nicht etwas einfallen lassen? Es musste doch einen Weg geben, die Mädchen zum Schweigen zu bringen. Dann blieb es wenigstens bei Nadja und Pammy.

Es klingelte an der Türe und hektisch stopfte er die Liste in seine Hosentasche. Das sollte schließlich keiner sehen. Schon durch die geriffelten Glasscheiben der Türe konnte er die Umrisse der Dienstmützen und das dunkle Blau der Uniformen erkennen. Sein Körper erstarrte. Es war also soweit. Wenigstens waren seine Eltern nicht zu Hause. Einen Augenblick lang blieb er stehen. Doch es half nichts. "Ich habe Sie bereits gesehen.", erklang die Stimme des Polizisten vor der Türe. "Wenn sie nicht aufmachen, werden wir die Türe aufbrechen.", setzte er nach. Brady warf ihrem Kollegen einen strengen Blick zu. "Der macht jetzt auf. Wetten?", gab der junge Kollege leise zurück. Und er behielt recht.

Einmal mehr an diesem Tag verlas Brady die Rechte und den Vorwurf und wenig später saß ein Häufchen Elend namens Sebastian Settlemeyer hinten im Streifenwagen. Die Hände schwitzten unheimlich und er konnte sie gar nicht so oft an der Jeans abwischen, wie sie wieder nass wurden. Auf dem Revier angekommen starb auch die Hoffnung, die Sache ohne seine Eltern regeln zu können. "Bei Verhaftungen Minderjähriger müssen wir immer die Eltern informieren.", sagte Brady nur knapp und griff zum Telefon. Sebastian hoffte nur noch, dass sie wenigstens einen Anwalt schicken würden.

Kommentare:

  1. Hachm könnte bitte jemand auf dem Revier die Liste finden? Das würde mir großartig gefallen. Rechts in der Hosentasche *flüster*
    Naja, einen Anwalt wird er sicherlich brauchen. Wäre schon komisch, wenn die Eltern dann nicht einen hinschicken.
    Hat er denn Martin da irgendwo sitzen gesehen? Oder achten die auch auf ne optische Trennung?

    AntwortenLöschen
  2. Ich glaub auch das die ellis ihm einen Anwalt zur seite stellen, jeder hat doch angst um seine kinder egal was sie verzapft haben. Zumindestens ist das normal so und der kleine martin hat sich bestimmt schon vorher mit seinem dad böse verstritten :D
    also mal sehen wie es beim basti abläuft

    AntwortenLöschen

Bitte beim Kommentieren höflich bleiben. Es gibt hier die Möglichkeit Anonym zu kommentieren, aber denke bitte kurz nach ob du das wirklich möchtest. Unterzeichne deinen Kommentar doch mit einem Pseudonym oder deinen Initialen, dass man weiß, welche Kommentare alle von dir sind. Oder noch besser, du nutzt nicht die Auswahl "Anonym" sondern "Name/URL" und lässt das Feld für die URL einfach frei. Dann wird dein Kommentar mit deinem selbst gewählten Namen angezeigt.

Vielen Dank.