Sonntag, 7. Oktober 2012

Sag mir wieviel

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Für ein paar Augenblicke war es totenstill am Tisch. "Du bist mit den Kindern einfach abgehauen und hast hier etwas neues angefangen! Ich wäre gern dabei gewesen.", meinte Mykola nun deutlich weicher als bisher. Lelya übersetzte knapp und schüttelte dann den Kopf: "Du wolltest nie dabei sein. Schon seit Jahren hast du dich nicht mehr um die Kinder gekümmert. Das einzige Mal, dass du dich nennenswert für eines der Mädchen interessiert hast, hat dazu geführt, dass Nadja weggelaufen ist! Zweimal! Du warst bisher nicht Teil ihres Lebens und du wirst es auch in Zukunft nicht sein.

Du hast hier keine Ansprüche mehr. Wir sind eine Familie ohne dich! Und so soll es auch bleiben. Du wirst nicht mehr gebraucht. Du bist nicht mehr erwünscht." Sie war so ruhig geblieben wie es ging. Damit alle alles verstehen konnten, hatte sie einfach jeden Satz doppelt gesprochen. Auf Ukrainisch an Mykola und sofort hinterher auf Englisch für den Rest. Abwartend waren nun alle Augen aum ihn gerichtet.

Mykola sah nach wie vor ziemlich geknickt aus. Doch auf einmal umspielte ein fieses Lächeln seine Mundwinkel. "Du magst Recht haben, was Nadja und was Lukas angeht. Aber ich glaube Maria würde sich schon mehr von ihrem Vater wünschen.", meinte er trocken. Lelya erstarrte bereits, während Pjorczyk noch die Übersetzung nachlieferte. "Es ist schamlos auszunutzen, dass das Mädchen nach einer langen Zeit ohne Vater empfänglich für Schmeicheleien war. Sie wünscht sich ein solides männliches Vorbild. Das muss aber nicht zwangsläufig ihr Vater sein. Im Gegenteil der hat sich in der Vergangenheit mehrfach als unbrauchbar erwiesen.", erklärte Pierce nun wieder.

Dann kniff er die Augen wieder zusammen: "Aber lassen Sie uns doch bitte zurück zum Kern der Angelegenheit vorstoßen. Wir waren eben schon fast da. Ihr Mandant ist Arbeitslos und bald pleite. Meine Mandantin kann sich durchaus vorstellen, ihm den Abschied von den Vereinigten Staaten etwas schmackhafter zu machen." Pjorczyk war gerade erst fertig mit der Übersetzung, als Pierce dieses Angebot formulierte. "Was hat er gesagt?", forderte Mykola nun zu wissen, doch der Anwalt war überfordert.

"Du hast keinen Job. Du hast kein Geld. Wenn es das ist, was du willst, sag mir wieviel, ich gebe es dir und dann zieh Leine. Für immer!", zischte Lelya. Mykola war baff. Er legte den Kopf schief und sah seine Ex-Frau verwirrt an. Mit einem solchen Angebot hatte er nicht gerechnet. Schon gar nicht, dass es so offensichtlich kommen würde und er musste erst einmal seine Gedanken sortieren.

Kommentare:

  1. Das Angebot kommt für ihn überraschend? Was hat er sich denn vorgestellt? Lelya läßt ihn bei sich und Maria einziehen, er schmarotzt dann da ohne arbeiten zu gehen und "spielt" dann zwischendurch mal den lieben Papi und verhaut, wenn ihm was nicht passt Exfrau und Tochter? Er wünscht sich wahrscheinlich ein Leben als Pascha, wo er nichts zu tun hat, bekocht und verhätschelt wird. Aber die Zeiten sind vorbei, Lelya hat sich verändert, sie wird das nicht mehr mitmachen. Auch hat sie nun einflußreiche und auch finanzkräftige Freunde, die ihr helfen. Mykola sollte das Angebot annehmen, eine Summe nennen und verschwinden. Ich denke, Joe wird ihm sonst auch noch einige Steine in den Weg legen können. genau so wie er Lelya den Weg geebnet hat. Er hätte sich vorher wirklich besser informieren sollen, auch mit wem Nadja zusammen ist.

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  2. Entweder verstrick Mykola sich gerade in seinen eigenen Plänen oder er ist einfach nur dumm.
    Er gibt also zu, bei Nadja und Lukas Fehler gemacht zu haben. Er akzeptiert ohne Entschuldigung, dass diese beiden Kinder ihn nicht mehr wollen und er auch keine Chancen mehr hat. Das zeigt ja schon, wie groß sein Interesse an den beiden Kindern ist.
    Und obwohl er nun von zwei seiner Kinder abgelehnt wird, will er Familie spielen, womöglich auch noch Familienoberhaupt? Denkt er tatsächlich, dass Maria nicht schnell genug begreift, dass er sich überhaupt nicht verändert hat? Will er sich wirklich bei Lelya einnisten und dort auf die faule Haut legen? Und dabei denkt er noch, dass Maria ihm die Fehler bei ihren Geschwistern verzeiht? Zudem wird er nicht wirklich bei einer Frau leben wollen, die ihm von der ersten Sekunde an Ablehnung entgegenbrachte.

    Also so blöd kann er nicht sein! Also wollte er tatsächlich von Anfang an Geld und jagt seiner Familie bewusst die Angst ein, er könnte wirklich bei ihr leben wollen, um den Preis hoch zu halten.
    Demnach ist er nur baff, weil er nicht mit so einem einfachen Weg gerechnet hat. Nun denn... ich hoffe, er hält sein eigenes Angebot niedrig. Sonst schießt Lelya womöglich noch über das Ziel hinaus und bietet ihm zuviel an.
    Das einzige Problem, dass mir schon seit einer Weile durch den Kopf geht ist, dass ich fürchte, er wird nicht für immer abhauen. Da muss noch irgendeine Sicherung her, die über das Sorgerecht hinaus geht...

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