Montag, 8. Oktober 2012

Du hasst mich!

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

In Mykolas Kopf kreisten die Gedanken schneller als er selbst ihnen folgen konnte. Was hatte er eigentlich gewollt, als er sich auf den Weg gemacht hatte? Er wollte einfach nicht mehr dort sein, wo er seinen Job verloren hatte und nun die zweite Frau ihn auch verlassen hatte. Er hatte weg gewollt von zu Hause, weg von Kiew. Doch damit war der Planeigentlich auch schon zu Ende gewesen.

Die Nachricht, dass Lelya in Seattle lebte, war überraschend, aber willkommen gewesen. Lieber hätte er es wohl gehabt, sie wäre in Deutschland gewesen, wie er ursprünglich vermutet hatte, doch Amerika war ihm auch recht. Aber was hatte er sich versprochen? Dass sie ihn wieder als Eheman und Lebenspartner zurücknehmen würde? Sicher nicht. Doch sollte das im Grunde sein Plan gewesen sein? Zurückzufallen auf die letzte funktionierende Beziehung.

Schon im Cafe, beim ersten Gespräch war ihm klar geworden, dass diese Konstellation keine Zukunft hatte, doch es erschien ihm so praktisch, was der Anwalt vorgeschlagen hatte und es könnte sie doch vielleicht zur Zusammenarbeit bewegen? Wenn sie schon nicht wieder Lebenspartner werden konnte, so war doch vielleicht wenigstens eine Möglichkeit da nebeneinander her zu leben? Doch auch dem hatte sie wieder und wieder eine Absage erteilt.

Doch was war nun die Lösung? Sicher war es schön gewesen, wieder mit Maria zu reden. Aber sogar vor sich selbst musste er zugeben, dass dies nur eine Verlegeheitsreaktion gewesen war. Und auch war ihm klar, dass Marias Begeisterung wohl einen Familienalltag nicht überleben würde. Und nun bot sie tatsächlich Geld? Geld damit er ging und nicht mehr zurückkehrte?

"Du hasst mich.", stellte er dann plötzlich ganz nüchtern fest. "Überraschung!", fauchte Lelya zurück und fixierte ihn mit festem Blick. Die Anwälte sparten sich die Übersetzungen. "Ich will dass du gehst! Und ich will, dass du mir sagst, wieviel du brauchst, damit du mir oder den Kindern nie wieder über den Weg läufst!", polterte sie hinterher. Schuldbewusst wiederholte sie sofort den Satz auf Englisch. Mykola schüttelte immer noch ungläubig den Kopf. Dieses Szenario war im Gespräch mit dem Anwalt nicht vorgekommen. Er hatte keine Ahnung, was er nun fordern könnte oder sollte. Ging es um einen monatlichen Betrag, oder sollte er nach einer einmaligen Summe fragen?

Er bedeutete Lelya mit der Hand kurz zu warten und begann wieder mit seinem Anwalt zu tuscheln.

Kommentare:

  1. Ach, Lelya gefällt mir! :-) Vor allem das "Überraschung!" Da hätte ich jubeln können!

    Tja, Mykola ist also doch dümmer als ich glaubte. Keinen Plan, was er tun will, keinen Plan wie er es tun will und schon gar keinen Plan, wenn er plötzlich einer selbstbewussten Frau gegenübersteht. Da ist dann plötzlich alles, was er sonst tun kann, wie eine Luftblase zerplatzt.

    Was aber kann Mykola? Er kann arbeiten, wenn er damit ein Ziel verfolgt. Und er kann in einem fremden Land ankommen, sofort unangenehm auf einer Parkbank auffallen und genauso schnell mit Kanonen losballern ohne zu wissen, worauf er zielen soll! Der Vollidiot nimmt sich einen Anwalt und hat noch nicht mal einen Plan, was er wirklich will? Wie soll der Anwalt das dann wissen?
    Das entschuldigt natürlich seinen Anwalt nicht! Der könnte ja auch mal den einen oder anderen Tipp nennen.

    Nun lass dir mal was einfallen, du Vollpfosten!

    Achja.. Pierce Hoffnung, dass satte Mägen friedlicher sind, mögen im allgemeinen stimmen. Er hat nur nicht mit Lelyas Magen gerechnet. Der scheint nur Mykola verdauen zu wollen :-)

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  2. Ene monatliche Summe? Mykola spinnt doch wohl! Er kann einmal Geld bekommen und dann für immer Verschwinden. Wenn sie eine monatliche Summe vereinbaren bleibt er irgndwo ja in ihrem Leben und man müßte in Kontakt bleiben. Andererseits könnte man so vielleicht die Summe klein halten in dem Lelya sich ein Hintertürchen läßt, wann die Zahlung endet. Wenn er - oder sie - wieder heiratet, sie DIESEN Job verliert^^, oder. oder, oder.... Wichtig ist es auf alle Fälle, Mykola dazu zu bringen, auf alle seine Rechte zu verzichten, also das Sorgerecht und auch das Recht auf eventuelle weitere Zahlungen. Hoffentlich ist Pierce in der Beziehung um einiges cleverer als Mykolas Anwalt.
    Und jaaaaa, Lelya hasst Dich, oder verwundert Dich das? :-P

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