Samstag, 6. Oktober 2012

Der Kern der Angelegenheit

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Ich glaube ihm kein Wort!", wich Lelya nun der Frage aus. Sie hatte sich schon damals sehr geschämt, mit solcher Leichtigkeit einen Job gefunden zu haben. Natürlich war ihr klar, dass dies im Wesentlichen auf Joes Empfehlungen zurück zu führen gewesen war. Doch hatte sie sich eingeredet, auch ihre positive Einstellung, ihr Fleiß und ihr verbissener Wille in weniger als drei Monaten ganz passables Englisch zu sprechen, hätten dazu beigetragen. Doch nun saß Mykola ihr gegenüber und forderte die gleichen Kontakte ein. Und es nagte sehr an ihr, dass er mit diesen Verbindungen wohl ebenfalls einen Job bekommen würde.

"Lelya hat erhebliche Anstrengungen unternommen um den Anforderungen ihrer Anstellung gerecht zu werden. Sie hat mit atemberaubender Geschwindigkeit Englisch gelernt und außerdem verfügte sie über Basiskenntnisse in der Textverarbeitung und kann blind am Computer tippen. Das sind Fähigkeiten, welche hier gebraucht werden. Sie hatte keine vollständige Berufsausbildun, jedoch einige Erfahrungen als Sekretärin. Ich bin sicher ihr Mandant kann mit Ähnlichem aufwarten?", gab Joe nun spitz dazu. Er warf Lelya einen beruhigenden Blick zuö. Pjorczyk sah Joe sehr feindlich an und übersetzte dann für Mykola. Die beiden tauschten kurz ein paar Worte aus.

Dann straffte Pjorczyk sich wieder. Offensichtlich passte ihm Joes Anwesenheit gar nicht. Doch nun hatte er seine Chance verspielt dagegen zu protestieren. "Wenn mein Mandant mittellos ist und seine Ex-Frau über ein solides Einkommen verfügt, könnte er auch eine Unterhaltsforderung geltend machen.", meinte er nun süffisant.

Lelya blieb der Mund offen stehen. "Nur die Ruhe.", meinte Pierce zu ihr und tätschelte ihr sogar kurz die Schulter. Dann wandte er sich Pjorczyk zu und schüttlte langsam den Kopf. "Erstens scheinen wir damit beim Kern der Sache angekommen zu sein. Ihr Mandant ist mittellos und versucht nun seine Ex-Frau, welcher er den Wohlstand neidet, den sie sich erarbeitet hat, um Geldmittel zu erleichtern. Und zweitens hatte ihr Mandant die Frechheit seine erste Frau, welche ihm drei Kinder geboren hat, die er vernachlässigt hat, um ihren Unterhalt zu bringen. Und zwar indem er erneut eine Ehe einging, kaum dass das Scheidungsurteil geschrieben war.
Ich habe zwar keine Ahnung von Ukrainischem Recht, aber hier in Amerika erlöschen mit einer erneuten Heirat alle laufenden Ansprüche an den ehemaligen Partner. Wie wärs, ihr Mandant konzentriert sich darauf seine zweite Frau anzuschnorren?"

Joe nickte Pierce anerkennend zu. Und auch Lelya warf ihm ein Grinsen zu. "Was hat er gesagt?", forderte Mykola bei Pjorzcyk seine Übersetzung ein. Der war viel zu baff und stockte. So begann Lelya ihm den Text zu wiederholen. Während sie sprach sackte Mykola ein wenig in seinem Stuhl zusammen. "Was für Ansprüche habe ich?", fragte er anschließend seinen Anwalt. Doch der zuckte nur ein wenig die Schultern. "Das weiß ich wirklich nicht genau. Nach Amerikanischem Recht: keine!", bestätigte er Pierce Drohung.

Kommentare:

  1. Sooo ist es Recht :-). Macht dem Kotzbrocken mal klar, dass er eigentlich keine Ansprüche hat. Vielleicht wird er dann ja etwas kooperativer. Soll er doch seine 2. Frau nerven und um Geld erleichtern, aber die wird ja wohl zu wenig haben, um ihm einen gesicherten Lebensstil zu finanzieren.
    Er hat jetzt fast nur 2 Möglichkeiten: Er pocht auf das gemeinsame Sorgerecht, alle müßen zurück in die Ukraine bis Maria 18 ist (Maria wird Papi dafür lieben^^), da aber alle dort keine Arbeit haben, wird es finaziell mies aussehen, so dass er nur seine "heile" Familie hat oder 2. er verzichtet auf das Sorgerecht, gaht alleine zurück, hat aber vielleicht nettes Sümmchen ergaunert, mit dem er sich dort erstmal auf die faule Haut legen kann.
    Mal sehen, wie sehr ihm die Familie nun noch am Herzen liegt^^.

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  2. Danke Minito! Du hast mir tief aus der Seele gesprochen.

    Mykolas Anwalt hat sich ja wirklich herzlich schlecht auf den Fall vorbereitet. Ein Anwalt sollte die gegnerischen Argumente eigentlich kennen, um sie zu widerlegen. Und er müsste auch wissen, dass sie auf amerikanischem Boden sind, auf dem ukrainisches Recht nicht gilt. Aber der Typ hat wohl auch nur das schnelle Geld gesehen.

    Joe hat Lelya gut aus der Klemme geholt. Nun bin ich mal gespannt, ob sie ihn weiter in die Ecke drängen können und dann rauswerfen! Weiter so! Zeigts dem Drecksack! *anfeuer*

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  3. So ist es gut. Eigentlich wär Joe auch ein guter Anwalt :-)

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