Donnerstag, 24. Februar 2011

Abholung und Hausfriedensbruch

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Der Aufruf durch das Gerichtsgebäude verhallte ungehört. Sebastian tauchte nicht auf. Der Richter sah zum Tisch er Anklage. "Meine Herren, der Zeuge ist leider nicht aufgetaucht. Wie soll vorgegangen werden?" Grant und der Staatsanwalt berieten sich kurz. "Euer Ehren, ich würde gern eine Abholung zu Hause durch die Polizei veranlassen. Einstweilen könnten wir an dieser Stelle die Vorwürfe rund um den Hausfriedensbruch auf dem Gelände von Mr. Bernstein klären." Der Staaatsanwalt war bereits aufgestanden. "Veranlassen Sie die Abholung und danach rufen Sie ihre Zeugen in dieser Sache auf.", bestätigte der Richter.

Der Staatsanwalt verlies kurz den Saal um mit der Polizei die Abholung von Sebastian zu klären. Nach einer Minute kam er wieder hinein und Geoffrey wurde aufgerufen. Etwas steif ging der Butler nach vorne und nahm im Zeugenstand Platz. Er gab seinen Eid ab und schaute dann etwas affektiert in den Saal.

"Erzählen Sie uns doch bitte, was am fraglichen Abend in Mr. Bernsteins Garten vorging.", bat der Staatsanwalt. "Natürlich.", näselte Geoffrey. Nadja hatte Mühe ein Kichern zu unterdrücken. Geoffrey gab hier tatsächlich die perfekte Show eines englischen Butlers. "Die Herrschaften hatten sich bereits zurückgezogen und ich hatte an jenem lauen Sommerabend auf der Terasse des Hauses einen Drink zu mir genommen und wollte meinem Laster, dem Pfeiferauchen, fröhnen. Niemals würde ich das im Haus tun und so die Herrschaft mit dem Geruch belästigen, der dabei ensteht. Ich besprühe auch jedesmal, wenn ich danach das Haus betrete, die Kleidung mit einem Geruchsneutralisierenden Spray" "Ist das wichtig?", unterbrach der Richter kurz. Geoffrey drehte den Kopf. "Selbstverständlich ist das wichtig. Ich erläutere hier meine Vorgehensweise des Abends und gebe eine Begründung warum ich auf der Terasse gesessen habe. Ich muss doch meine Glaubwürdigkeit untermauern."

Er hatte dies im Brustton der Überzeugung von sich gegeben. Der Richter rollte kurz mit den Augen. "Fahren sie fort." "Nun, wie gesagt ich saß auf der Terasse und hatte mich auf einem der Liegestühle niedergelassen. Die Dämmerung war bereits fast vollständig abgeschlossen und Dunkelheit umfing den Garten. Die Herrschaft hat sich bereits vor Jahren gegen eine umfassende Gartenbeleuchtung ausgesprochen. Dies dient dem Schutz der Pflanzen jedoch ist ein gewisser Sicherheitsaspekt nicht zu verleugnen. Dennoch hat sich die Herrschaft entschieden lediglich die Wege zur Verminderung des Unfallrisikoszu beleuchten."

Der Richter unterdrückte mühsam ein Stöhnen doch das Risiko erneut nachzufragen und wieder eine entrüstete Erklärung zu bekommen wollte er nicht eingehen. Sollte sich der Staatsanwalt doch mit ihm rumschlagen. Der Verteidiger hatte jedenfalls schon scheinbar abgeschaltet. Seine Arme waren verschränkt und er hatte den Kopf auf der Brust ruhen lassen. "Nun und in eben jener Dunkelheit verbarg sich der Angeklagte hinter einem Gebüsch. Seine Kamera fest in der Hand und auf das Haus der Herrschaft gerichtet. Nur machte er einen Fehler. Er hatte das Blitzlicht eingeschaltet und als er sein finsteres Werk vollbrachte und versuchte Fotografien anzufertigen riss er mich aus meiner Lethargie. Denn diese grellen Gewitterschläge konnte mir nicht verborgen bleiben." "Und sie haben den Angeklagten dann durch den Garten verfolgt?", hakte der Staatsanwalt ein.

"So ist es. Ich bin nun sehr trainiert und so war es für mich ein leichtes den etwas behäbigen Angeklagten zu stellen, ehe er das Grundstück wieder verlassen konnte. Ich verfüge über eine umfangreiche Ausbildung auch in polizeilichen Techniken der Verteidigung sowie der waffenfreien Kontrolle eines Delinquenten." "Sie haben ihm den Arm auf den Rücken gedreht?", wollte der Staatsanwalt wissen. "Es bedarf ein wenig mehr, als einer so simplen Handlung, wie Sie hier beschreiben, doch wenn Sie es vereinfachen wollen. Ja. Ich habe ihm den Arm auf den Rücken gedreht und ein Team des privaten Sicherheitsdienstes gerufen, damit sie sich seiner vorübergehend annehmen."

Geoffreys Aussage ging noch eine Weile in dem Stil weiter. Und so bedrückend die Situation auch war, so sehr hatte Nadja mit einem Kichern zu kämpfen. Sie fragte sich ernsthaft, wo Sebastian wohl steckte und ob die Polizei ihn zu Hause finden würde. Gerne hätte sie Grant gefragt, was passieren würde, falls Sebastian nicht auftauchte. Aber der saß ja vorn am Tisch des Staatsanwaltes.

Kommentare:

  1. Die Dämmerung war bereits abgeschlossen... *weglach* das ist ja mal genial. Ich mag Geoffrey, sagte ich das schon?

    So und nun muss ich leider los *seufz*

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  2. Ja Pinguine sind schon wirklich liebenswert und in Ihrem korekten auftreten umso putziger :)

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