Samstag, 23. Oktober 2010

Noctambule: Die Regeln

Dies ist ein Kapitel aus KayGees Noctambule. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Inhaltsübersicht Noctambule

Auch wenn seine Massage ihre Beine frisch durchblutet hatte, so war das Knien selbst anstrengend gewesen und ihre Beine schmerzten bei den ersten Schritten. Staksig tapste sie zu der Tür und schloss sie hastig hinter sich. Das Wasser erfrischte sie. Ihre Lebensgeister kehrten wieder zurück. Sie fühlte sich schnell satt und sauber, die Kälte des Wassers hatte ihren Kreislauf angeregt und frische Farbe in ihr Gesicht gebracht. Hastig trocknete sie sich ab und kehrte zu ihm zurück.

Er hatte den Sessel verlassen und stand nun in der Mitte des Raumes, wieder leicht breitbeinig, den linken Arm in den Rücken gelegt, in der Rechten immer noch die Uhr haltend. Anya eilte zu ihm und sank vor ihm auf die Knie. Nach einem kurzen, scheuen Blick zu seinem Gesicht senkte sie den Kopf und verschränkte ihre Hände auf dem Rücken.
Seine Ruhe wirkte seltsam bedrohlich auf sie und ihr Herzschlag wurde schneller. Lange Zeit schien er sie nur zu betrachten, dann klappte er die Uhr zu und dieses kleine metallische Geräusch löste eine Gänsehaut bei ihr aus.
"Welche Regeln hast du bisher gelernt?" fragte er sie ruhig. Wie süß sie dort vor ihm kniete! Ihr blondes Haar floss seidig über ihre Schultern und bedeckte ihren Rücken fast bis in das zierliche Kreuz.
Er konnte ihren Herzschlag hören, der kräftig und gleichmäßig, aber deutlich schneller schlug. Sein Genuss würde sich gleich noch mehr steigern.
"Ich muss vor dir knien.. ich darf nicht ohne Erlaubnis sprechen.. und ich ertrage jeden Schmerz für dich, Herr." Ihre Stimme war entzückend leise, er hörte eine feine Unterwürfigkeit aus ihr heraus, die ihn wohlig durchfuhr und kurz durchatmen ließ.
Die Art, wie sie vor ihm kauerte, erregte ihn unendlich. Klein, zierlich und unsicher kauerte sie vor ihm und er sog das Bild in sich auf. Sie schien die Zeit im Käfig genutzt zu haben, um sich ihre Situation zu verinnerlichen, was ein erfreulicher Fortschritt war.
Mit lautlosen, weichen Schritten begann er sie zu umkreisen und bemerkte amüsiert die leichte Gänsehaut auf ihrem Rücken.
"Sehr gut, kleine Anya. Fehlt da nicht noch etwas?" Seine Stimme war sanft und weich, fast ein Schnurren, doch Anya beschlich ein mulmiges Gefühl. Sie suchte fieberhaft in ihren Gedanken nach einem vergessenen Faktor, während er sie weiterhin langsam umkreiste.
"Ich werde für meine Fehler bestraft, Herr." hauchte sie leise. Er blieb stehen. Ihr Herz schlug nun so laut, dass es ihm ein Lächeln auf sein Gesicht zauberte.
"Richtig. Steh auf!" Anya erhob sich sofort, die Hände noch immer auf dem Rücken verschränkt und ihr Kopf hing nach vorne, sodass einige blonde Strähnen ihr Gesicht verdeckten. Seine Finger strichen sanft über diese Strähnen und führten sie über ihre Schultern zurück.

Er wollte ihr Gesicht sehen, doch für sie wirkte es eher, als störe das Haar seinen Ordnungssinn, denn seine Finger ordneten sie fast zärtlich und strichen die blonde Pracht sanft glatt. Mit wenigen Schritten war er hinter ihr.
Sie konnte ihn dicht an ihrem Rücken spüren und schluckte. Seine Nähe löste den plötzlichen Wunsch aus, sich an ihn zu lehnen, besonders jetzt, wo sich seine gepflegten Hände an ihre Hüfte legten, nachdem er ihre Hände seitlich an ihre Beine geführt hatte.
Als hätte er ihren Wunsch gehört, drückte er sein Becken gegen ihren nackten Po und sie konnte seinen Oberkörper an ihrem Rücken spüren. Ebenso fühlte sie sein tiefes Einatmen, mit dem er ihren Duft aufsog.
Sie schluckte erneut. Also hatte er das Wegzucken ihrer Hände gestern nicht vergessen. Die Furcht vor dem unbekannten Ausmaß der Strafe erhöhte ihren Puls noch einmal.
"Es ist mir ein Vergnügen, dir Schmerzen zuzufügen. Und auch, dich zu bestrafen, wenn du es herausforderst, kleine Anya." flüsterte seine Stimme hinter ihr. Sie schauderte leicht zusammen und deutete ein kleines Nicken an.
"Du erhöhst mein Vergnügen jedoch um einiges, wenn du mir deine Lust dabei zeigst." Anya musste blinzeln. Wie konnte sie Schmerz mit Lust vereinen? Was erwartete er von ihr?

Sie dachte an ihr erstes Erlebnis auf dem Esstisch und errötete tief. Nun wusste sie es.
Er hatte es verstanden, eine bestimmte Art von Schmerz auszulösen, die ihr Bewusstsein für ihre Hilflosigkeit enorm gesteigert hatten.
Und genau das hatte zu ihrer heftigen Erregung geführt. Woher hatte er gewusst, dass es diese Wirkung auf sie hatte? Sie wusste es doch selbst jetzt noch nicht genau!
Erneut schluckte sie.
"Ja Herr." stammelte sie verlegen. Seine Hände glitten nun zu ihren Schultern und blieben mit leicht belastendem Druck dort liegen. Gleichzeitig zog er sie fest zurück an seinen Körper. Sie konnte nicht sehen, wie er die Augen schloss und den Kopf genussvoll in den Nacken legte. Seine Lippen entblößten das messerscharfe Gebiss kurz in seiner tiefen Vorfreude auf das, was er mit ihr tun würde.

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