Dienstag, 12. Oktober 2010

Angst

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Wir könnten versuchen sie in der Ukraine in das Zeugenschutzprogramm aufnehmen zu lassen.", meinte der Kriminalkommissar. "Das Ukrainische Zeugenschutzprogramm. Das ist wohle in Witz?", blaffte Greunert zurück. "Beten sie lieber, dass das Mädchen nicht rausfindet, dass ihre Mutter in Gefahr ist." Heinert seufzte. "Das könnten sie doch nicht machen. Wenn da in der Ukraine noch Leute herumlaufen, wird er sie spätestens in der Verhandlung damit bedrohen. Und dann können Sie sich die Verurteilung in die Haare schmieren."

Jetzt war es an Greunert zu seufzen und er lehnte sich in seinem Sessel zurück. "Wissen wir denn, wo die Familie lebt oder hat unser geheimnisvoller Informant auch das für sich behalten?" Er wühlte in der Akte und in den spärlichen Daten, die er von Tom bekommen hatte.

Doch da fand sich nichts. Die Identitäten und die derzeitigen Wohnorte der Zeuginnen hatte er geheim gehalten. Bei dieser Nadja stand wenigstens USA dabei. Bei Jurina noch nicht einmal das Land in dem sie jetzt lebte. So recht schmeckte ihm die Sache noch immer nicht. Aber dieser Tom wusste offensichtlich, was er tat. Es hatte jedenfalls nicht geklappt, ihn ausfindig zu machen. "Wenn dieser Tom die Identitäten der Familien nicht rausrückt können wir die auch nicht beschützen.", meinte Greunert nun patzig.


Am Abend klingelte Nadjas Handy doch verhallte ungehört. Es lag in Nadjas Zimmer auf dem Schreibtisch. Die Familie saß im Wohnzimmer. Lelya hatte sich dem Gespräch am Morgen schließlich entzogen ohne eine Entscheidung zu treffen. Sie konnte sich einfach nicht durchringen endlich zuzustimmen. Zu groß war ihre Angst vor einem neuen Leben.

Zwar hatte sie in Kiew, nüchtern betrachtet, nichts zu verlieren und auch nichts, was sie hielt. Doch die Ungewissheit war stärker. Sie würde in einer Woche mit Maria nach Hause fliegen und dort in ihr Leben zurückkehren. Sie wusste nur noch nicht, wie sie das ihren Töchtern verkaufen sollte. Doch diesen Abend wollte sie erst noch genießen. Die schönen Abende im Kreis der Familie würden schließlich wieder selten werden. Speziell jetzt, wo Lukas sich zum Bleiben entschlossen hatte.

Lange grübelte sie, wieso es ihm gar nichts ausmachte alles hinter sich zu lassen. Er hatte sogar eine Ausbildungsstelle, doch das störte ihn scheinbar nicht im Geringsten. Noch im letzten Jahr hatte er direkt die Kündigung hinübergeschickt. Sie hatte gar nichts, was sie hielt und doch hatte sie Angst.

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