Freitag, 15. Oktober 2010

Noctambule: Der Apfel danach

Dies ist ein Kapitel aus KayGees Noctambule. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Inhaltsübersicht Noctambule

Anya war restlos erschöpft. Unerfüllt und kraftlos hing sie nun auf dem Bock und versuchte zu erlauschen, was er nun tun würde. Sie glaubte, Kleidung rascheln zu hören, während sie schamvoll spürte, wie sein Sperma aus ihr heraus floss und ihre Schenkel entlang tropfte. Dann endlich spürte sie seine Hände an ihren Füßen. Er befreite sie von den Fesseln und zog sie an den Schultern beinahe behutsam nach oben. Ihre Beine drohten den Dienst zu versagen, doch bevor sie zu Boden sinken konnte, hielten seine Arme sie fest und drückten sie an seine Brust.

Nun begann sie zu beben und ein Schluchzen quälte sich aus ihrer Kehle. Sie schlang die Arme um seine Taille, presste sich an ihn und ließ ihren Tränen freien Lauf. Er stand still und hielt sie wortlos fest, bis sie begann sich zu beruhigen. Sie wusste selbst nicht, warum sie nun zu weinen begonnen hatte.
Als ihr bewusst wurde, dass sie sich an den klammerte, der sie eben ausgepeitscht hatte und dessen scharfes Gebiss eine ständige Drohung darstellte, erschauerte sie wieder. Mühsam versuchte sie sich zu beherrschen und die Zähne aufeinander zu beißen.
Mit einer sehr sanften Bewegung hob er sie auf seine Arme und trug sie einige Schritte. Als er sie wieder absetzte, drückte er sie auf ihre Knie hinunter. Eine Hand legte sich in ihren Nacken und griff mit leichtem Druck zu.
Die andere führte ihre Hände auf den Rücken, legte sie dort übereinander und gaben ihr mit sanftem Druck zu verstehen, die Hände genau dort zu lassen. Dann spürte sie einen Becher an ihren Lippen. Gierig trank sie das kalte Wasser und er stillte ihren Durst, bis sie von selbst den Kopf abwandte.
"Danke Herr." hauchte sie flüsternd. Er antwortete nicht. Statt dessen drängte sich etwas gegen ihre Lippen. Unsicher öffnete sie den Mund und spürte ein Stück Obst auf der Zunge. Ein Apfel! Hungrig begann sie zu kauen.
Dem Apfel folgte ein Stück Brot, Käse, Schinken, wieder ein Stück Apfel und erneut Wasser. Kniend und mit noch immer verbundenen Augen ließ sich Anya füttern und das aufkommende Sättigungsgefühl breitete sich wärmend in ihr aus. Sie begann ihre Erschöpfung zu spüren, Müdigkeit breitete sich in ihr aus und sie schwankte leicht.
Als er nun endlich die Augen befreite, blinzelte sie direkt in seine tiefschwarzen Augen. Sie schnappte nach Luft. Dieses wunderschöne, blasse Gesicht, die markanten Gesichtszüge und die sanft geschwungenen, schmalen Lippen raubten ihr den Atem.
Ernst sah er sie an, musterte ihr Gesicht und nickte schließlich. Er deutete auf eine Tür, die ihr bisher entgangen war. Eine schmale, eher kleine und unscheinbare Tür.
Anya verstand und erhob sich wackelig. Mit tapsigen Schritten lief sie zu der Tür und öffnete sie. Es war ein seltsames Gefühl. Bisher hatte sie entweder versucht zu flüchten oder keinen Schritt ohne seine Begleitung unternommen. Nun sollte sie einfach den Raum verlassen und das vor seinen Augen, so spermaverschmiert wie sie war.
Hinter der Tür verbarg sich ein Badezimmer. Dankbar und freudig schloss sie die Tür hinter sich und begann sofort hastig, sich zu waschen und zu erleichtern. Das kalte Wasser in der Schale tat ihr gut, erfrischte sie und weckte ihre Lebensgeister ein wenig. Nachdem sie sich abgetrocknet hatte, starrte sie auf die Tür, das Handtuch noch an sich gepresst. Sie würde nun zum ersten Mal freiwillig auf ihn zu gehen. Dort, hinter der Tür wartete er.
Sie hatte keine Ahnung, was mit ihr geschehen würde. Aber tief in ihr drin war ihr klar, dass sie es wollte. Ihr Leben war nun ein anderes. Das alte Leben war vergessen. Niemand würde ihr hinterher weinen.
Aber hier, in diesem seltsamen Haus und mit diesem verwirrenden Geschöpf, dem sie sich würde unterwerfen müssen.. hier erwartete sie etwas Unbekanntes, das ihr ein seltsames Kribbeln in den Unterleib jagte. Tief durchatmend öffnete sie die Tür.


Der Raum hatte sich verändert. In dem großen Kamin loderte ein wärmendes Feuer, das den Raum in ein gemütliches, flackerndes Licht tauchte. Nun konnte sie den gesamten Raum deutlich erkennen und seine Einrichtung war ein starker Kontrast zu dem heimeligen Knistern des Kaminfeuers.
Die Ketten an den Wänden warfen Schatten auf die Peitschen und unzählige andere Schlagwerkzeuge. Alle waren an Haken oder Schlaufen an den Wänden angebracht. Der Bock, auf dem sie gelegen hatte, war nur eines der vielen Möbelstücke hier drin. Eine hölzerne Bank von vielleicht zwei Metern Länge wies an den Seiten etliche Ösen auf.
Eine Kommode verbarg in ihren Schubladen unbekannten Inhalt und an einer Wand stand ein Käfig, der so niedrig und klein war, dass sie darin höchstens knien oder zusammengekauert liegen konnte.
Eine schwere Kette war an dem oberen Gitter befestigt und führte zu einem Flaschenzug an der hohen Decke. Ein seltsames Holzgestell verwirrte sie. Es bildete einen großen Halbkreis aus zwei dicken Holzstreben, die mit Sprossen wie bei einer Leiter verbunden war.
Es wirkte tatsächlich, als ob er eine lange Leiter zu einem Halbkreis gebogen hätte. Sie wagte nicht, sich weiter umzusehen, denn er stand breitbeinig vor dem flackernden Kamin, die Hände auf dem Rücken verschränkt und schien sie zu erwarten. Da er das Feuer im Rücken hatte, lag sein Gesicht im Schatten.

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