Dienstag, 28. September 2010

Noctambule: Ohnmacht

Dies ist ein Kapitel aus KayGees Noctambule. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Inhaltsübersicht Noctambule

Nur eine Handbreit vor ihr stand er. Ihr Herz hämmerte bis zum Hals, als sie zurückwich. Er folgte ihr so geschmeidig, dass sie keinen Schritt hören konnte und kaum eine Bewegung sah. Ihr Rücken stieß gegen die nasse Mauer und sie presste sich wimmernd dagegen, als könne sie hindurch dringen.

Sein Gesicht näherte sich ihrem. Er musste sich zu ihr herunter beugen, sie war viel kleiner als er. Mit beiden Armen stützte er sich rechts und links von ihr an die Wand. Fast liebevoll schien er jede Einzelheit ihres Gesichtes aufzunehmen.
Sie jappste panisch nach Luft. Er war wunderschön und dennoch.. eine animalische Kraft strömte aus ihm heraus, eine Drohung schwebte über ihm. Schnuppernd näherte sich seine edel geformte Nase ihrem Hals. Mit einem genussvollen Seufzer sog er ihren Duft ein und schloss die Augen. Bei ihrem wimmernden Laut legte sich ein Lächeln auf seine Lippen.

"Soviel Angst…" hauchte seine Stimme. Anya durchfuhr diese Stimme wie eine heiße Welle. Noch nie hatte sie so eine sanfte, weiche und dunkle Stimme gehört.
"Bitte…" Mehr brachte sie nicht heraus. Sie schüttelte bebend den Kopf und presste ihre kleinen Hände gegen seine Brust. Aber so sehr sie auch zu schieben versuchte, sie hätte eher ein Haus wegdrücken können. Er schien es nicht einmal zu bemerken! Seine Nasenspitze berührte ihre Haut zart wie ein Schmetterling. Sie konnte sein schnupperndes Atmen fühlen, als seine Nase ihre Halsschlagader entlang glitt.. dann spürte sie seine Zunge.. warm, tastend und hörte sein genussvolles Seufzen. Am ganzen Leib bebend schloss sie die Augen.
Das also wollte er.. Hätte sie nicht gedacht. Nicht von ihm.. er wirkte so.. anders.. und doch…

"So viel herrliche, frische Angst!" flüstere er erneut. Sie nickte zustimmend. Wenn doch nur ihr Herz einfach aussetzen könnte. Zitternd schloss sie die Augen. Seine Lippen berührten kurz die ihren.. sie spürte seine Zähne erschreckend scharf an ihrer Unterlippe. Aber er ließ sie wieder los und als sie die Augen öffnete, neigte er seinen Kopf.
Seine Augen strahlten fast liebevoll und seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. Ihre Beine drohten nachzugeben. Strahlend weiße Zähne wurden sichtbar. Aber die Eckzähne waren so unnatürlich lang und wirkten so rasierklingenscharf, dass sie glaubte, ein Raubtier vor sich zu haben. Das Blut rauschte in Anyas Ohren, das Gesicht vor ihr wurde unscharf und endlich umfing sie eine gnädige, sanfte Dunkelheit.

Kommentare:

  1. *Verwirrt*
    könntet ihr bitte verdeutlichen, welche Kapitel zu welcher Geschichte gehören?

    N. wie Nadja, V. wie Vampiere ...oder so?

    Hab hier angefangen zu lesen und hab mich gewundert wo Nadja da gelandet sei :-D

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  2. Sehr toll beschrieben!
    H.B

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