Samstag, 4. September 2010

Filmkritik: Avatar - Special Edition

Wieder einmal war es Zeit fürs Kino und auf Drängen verschiedener Personen wurde es Avatar in der Special Edition.

Vorweg nur gleich: Ich gehe davon aus, dass die Story des Films so langsam bekannt sein sollte. Ich werde also nicht darauf achten, ob ich zu viel verrate.

Ich möchte, um dem Film gerecht zu werden, zuerst einmal sagen, dass auch ich von meinem ersten Besuch bei Avatar begeistert war. Es ist und bleibt ein absolut bildgewaltiges Epos, dem man die storytechnischen Unzulänglichkeiten verzeihen sollte.

Doch geht es ja hier nicht um Avatar sondern um die sogenannte Special Edition. Nun muss man sich fragen, was man eigentlich erwartet, wenn der erfolgreichste Film aller Zeiten erneut in die Kinos wandert? Man darf natürlich nicht Filmverleih mit Wohltätigkeitsverein verwechseln. Es ist und bleibt ein weiterer Vermarktungskanal. Der Film wird gezeigt um erneut die Massen in die Kinos zu locken und ihnen das Geld abzunehmen.

Jedoch bin ich absolut enttäuscht. Hatte es z.B bei 'Herr der Ringe' noch wertvolle zusätzliche Szenen gegeben, so ist das hier gezeigte Zusatzmaterial damals dem Schnitt nicht ohne Grund zum Opfer gefallen. Einzig eine neu eingefügte Jagdszene mag hier zu begeistern. Alles andere, was sich als neu ergab ist Füllmaterial und bei der Länge des Films nicht notwendig.

Ganz im Gegenteil sticht noch negativ heraus, dass mit einer zusätzlichen Szene in der ehemaligen Schule der Na'vi ein Strang der Geschichte aufgegriffen wird, welcher im Original nahezu unerwähnt blieb. Die Auseinandersetzung die schließlich zum Zerwürfnis zwischen Menschen und Na'vi führte. Und die anfängliche Freude, dass hier wirklich neue Ereignisse den Weg in die Story finden könnten, wird bitter enttäuscht. Man hat diesen Teil schlichtweg nicht beendet und es werden durch die Szene Fragen aufgeworfen, die der Film nicht beantwortet.

Weiterhin gewinnt in meinen Augen der Film durch mehrmaliges Ansehen keineswegs. Die schwache Handlung und die vielen kleinen Fragen, die das ein und andere Bild aufwirft häufen sich. Ich hätte den Film lieber aus seiner ersten Vorstellung in Erinnerung behalten.

Fazit:
Wer noch einmal den derzeit besten 3D-Realfilm sehen möchte bekommt hier die Gelegenheit es auf der großen Leinwand zu genießen. Wer jedoch darauf hofft eine echte Special Edition zu sehen, welche dem Film einen neuen Aspekt gibt oder eine weitere Nebenstory, wird bitter enttäuscht. Überhaupt grenzt es an Frechheit, hier den Film mit ein paar Schnittopfern zu verlängern und ein Etikett "Special" daraufzukleben.

Bei den unsportlichen Preisen, die für 3D-Vorstellungen verlangt werden, sollte man sich dies definitiv zweimal überlegen.

Avatar bleibt Avatar.

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