Freitag, 3. Dezember 2010

Noctambule: Rückblick - Betrogen

Dies ist ein Kapitel aus KayGees Noctambule. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Inhaltsübersicht Noctambule

Toulouse 1219

Immer öfter gingen sie bei der Jagd getrennter Wege. Adaliz scheuchte ihn jedes Mal mit den Worten weiter, dass sie sich in seiner Gegenwart nicht auf die Beute konzentrieren könnte. Armand hatte jedes Mal mit geschmeicheltem Grinsen nachgegeben und nach der Jagd in ihrem gemeinsamen Haus auf sie gewartet.
Heute nicht. Er war nachdenklich.
Sie war ein wenig zu energisch für seinen Geschmack gewesen, als er sie heute einfach nicht alleine gehen lassen wollte. Er verstand den Grund nicht. Früher hatte sie sich immer konzentrieren können und ihn einfach übersehen, wen sie ihre Beute im Visier hatte. Und auf einmal sollte das nicht mehr gehen?

Mit einem Stirnrunzeln drehte er um und eilte in die Richtung, die Adaliz momentan als Jagdrevier bevorzugte. Lange musste er nicht suchen. Aus den dunklen Schatten des kleinen Parks hörte er ihr leises, triumphierendes Lachen. Vor 30 Jahren erst hatte er sie begeistert bei ihren Verfolgungsjagden beobachtet, ihre geschmeidigen Bewegungen geliebt und ihre Schnelligkeit bewundert.
Oft hatten sie nach diesen Erlebnissen erfrischt und überdreht heftigen Sex miteinander gehabt. Das alles war inzwischen Routine geworden. Aber nun lauschte er auf. Etwas an ihrem Lachen klang anders. Und trotzdem erinnerte es ihn dunkel an etwas.
Lautlos lief er in die Richtung, aus der er ihr Lachen gehört hatte und achtete darauf, selbst im Schatten zu bleiben. Seine lichtempfindlichen Augen konnten perfekt in der Dunkelheit sehen. Und was er sah, hätte er lieber nicht gesehen.
Auf dem Rasen wälzten sich zwei nackte Körper, ineinander verschlungen und voller Leidenschaft.
Normalerweise hätte er amüsiert zugesehen oder sich einfach abgewandt. Aber er kannte jeden Zentimeter des Körpers von Adaliz. Auch ihre schlanken Beine, die zierlichen langen Zehen und ihren festen, runden Hintern, der sich ihm nun hell zeigte, als sie auf dem Schwanz des jungen Mannes zu reiten begann.

Mit ihrem hellen Lachen warf sie ihre rote Lockenmähne zurück, genoss die gierigen Finger des Mannes auf ihren festen Brüsten und bewegte sich immer schneller. Armand stand wie angewurzelt im Schatten und hörte das kehlige Stöhnen des Mannes. Mit geballten Fäusten und zusammengepressten Lippen sah er zu, wie Adaliz ihr Gebiss entblößte, den Kopf senkte und sich mit einer schnellen Bewegung nach vorne warf.
Der Schrei ihres Opfers war kurz und gedämpft. Er begann zu zappeln, dann hörte Armand das ekstatische Stöhnen bis auch das erstarb. Sprachlos und gedemütigt beobachtete er die schöne Frau, wie sie sich erhob und den toten Körper tiefer in das Gebüsch zerrte. In dieser abgelegenen Gegend würde er lange nicht gefunden werden. Wenn überhaupt. Aus Armands Kehle quoll ein dumpfes Knurren.

Adaliz lächelte, als sie sich aus dem Gestrüpp kämpfte, um nach ihren Kleidern zu greifen. Doch plötzlich packte eine kraftvolle Hand ihren Haarschopf, riss ihren Körper mit überraschender Wucht zurück und warf ihn gegen einen Baum. Fauchend drehte sie sich ihrem Angreifer zu und riss die Augen auf.
"Armand?!" Sein blasses Gesicht war drohend nah an ihrem und seine Hände drückten ihren Körper an die raue Rinde des Baumes.
"Deshalb willst du also alleine jagen!" fauchte er sie an. Adaliz lachte höhnisch und reckte ihr Kinn vor.
"Was hast du denn gedacht?" zischte sie zurück. "Meinst du, ich will meine Zeit nur mit einem unreinen Tölpel wie dir verbringen?" Armand ließ sie erschrocken los.
"Was?"
"Du langweilst mich!" schrie sie ihn an und stieß ihn grob von sich. Fassungslos starrte er sie an, unfähig eine Antwort zu finden.
"Habe ich dir jemals Treue geschworen? Soll ich, nur weil ich dich .. 'groß ziehe' …wie eine brave Ehefrau dein lächerliches bisschen Sex ertragen?" Ihre bissigen Worte verletzten ihn tief. Wie ein geprügelter Hund wollte er sich abwenden, aber er konnte sich nicht rühren. Adaliz stieß ihn weiter zurück.
"Willst du gehen? Geh doch! Versuch doch, alleine durchzukommen! Viel Spaß auch, wenn du anderen Vampiren begegnest, die sofort an deinem Gestank erkennen, dass du ein elender Mischling bist! Verschwinde!" Tag für Tag, Monat für Monat hielt sie es ihm vor. Seit so vielen Jahren schienen ihre Worte immer noch die gleiche Wirkung zu erzielen wie zu Anfang seiner neuen Existenz. Aber nicht heute. Kalte Wut stieg in ihm hoch und seine schönen Lippen formten sich zu einem schmalen Strich. Er straffte sich und sah auf sie herunter.
"Ich langweile dich also?" fragte er mit ruhiger Stimme. Sie erkannte seine Veränderung sofort und legte aufmerksam den Kopf schief.
"Und wie! Du bist ein Nichtsnutz, ein fantasieloser Trottel!" giftete sie ihn an, offenbar neugierig, was ihre Worte bei ihm bewirken würden. Mit allem hatte sie gerechnet. Aber nicht mit der schallenden Ohrfeige, die ihren Kopf herumriss und sie aus dem Gleichgewicht brachte. Sie taumelte rückwärts und als sie sich gerade gefangen hatte, brachte eine weitere Ohrfeige sie erneut ins Straucheln.
Sie fiel nicht. Seine Hände packten sie und wirbelten ihren nackten Körper herum. Kraftvoll riss er ihre Arme auf den Rücken und fixierte ihre schmalen Handgelenke mit einer Hand. Mit einem schmerzvollen Wimmern verzog sie das Gesicht.
"Du willst Abwechslung? Du sollst sie haben!" flüsterte seine dunkle Stimme an ihrem Ohr. Im nächsten Moment warf er sie nach vorne, bis sie auf den Knien landete. sein Fuß trat ihre Beine auseinander, seine freie Hand presste ihren Kopf hinunter in das nachtfeuchte Gras.

"Hör auf! Lass mich sofort los!" keuchte sie, völlig wehrlos im Griff seiner Hand zappelnd. Als seine Hand hart auf ihrem nackten Hintern landete, schrie sie auf. Wild versuchte sie, sich zu wehren, loszureißen und herumzuwerfen. Ein neuer Schlag brachte sie zum Stöhnen. Dann spürte sie ihn an ihrem Hintereingang und bäumte sich auf.
"Verschwinde! Nicht.." ihr gellender Schrei erstickte ihre Worte. Armand nahm keinerlei Rücksicht. Heftig stieß er zu, durchbrach ihren Widerstand und drang in sie ein. Sie verzog wimmernd das Gesicht. Noch immer hielt Armand sie im Griff, seine freie Hand presste sie zwischen den Schulterblättern auf den Boden und sein Becken stieß ungezügelt und grob nach vorne.
Armands Augen glühten, als er fauchend sein Gebiss freilegte. Die enge, heftige Reibung tat ihm selbst weh. Aber ihre Wehrlosigkeit verpasste ihm einen heftigen Schub. Wild und hemmungslos nahm er sich das, wonach ihm gerade war und der Gedanke an ihre Unfähigkeit, sich zu wehren trieb seine Erregung auf die Spitze.
Schnell bemerkte er das hemmungslose Stöhnen der Frau unter ihm. Ihr Profil zeigte ihm ihr verzerrtes und doch erregtes Gesicht, ihr plötzliches Stillhalten ließ ihn dunkel auflachen.
"Das ist es, was du brauchst? Du kannst es haben, kleine Schlampe!" Sie konnte nicht antworten. Jeder Stoß ließ sie wimmernd stöhnen und als Armand neugierig zwischen ihre Beine griff, grinste er böse. Sie war klatschnass!
"Du gehörst mir! Du wirst tun, was ICH sage, hast du verstanden?" Sie winselte, denn seine Stöße wurden noch härter, noch tiefer und noch besitzergreifender. Obwohl er sie nicht weiter in das Gras presste, blieb sie liegen, wie er sie platziert hatte.
Sie begann zu zucken und die Finger ihrer gekreuzten Hände begannen sich zu strecken und zu spreizen. Armand registrierte es und warf den Kopf in den Nacken.
Ihm war egal, ob sie kam oder nicht. Aber seine eigene Erregung konnte er nicht mehr bremsen. Er warf den Kopf in den Nacken zurück und brüllte seinen Orgasmus hemmungslos in den klaren Sternenhimmel.

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