Montag, 6. Dezember 2010

Gartenwege

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Martin hatte Glück. Niemand sprach ihn in seinem Auto an. Fußgänger waren keine vorbeigekommen und Autos fuhren einfach an ihm vorbei. Bei jedem Wagen, schaute er genau hin, ob er Joe oder Nadja darin entdecken konnte. Oder am Besten noch beide auf einmal. Aber er wurde Mal um Mal enttäuscht. Er wartete nun schon seit über drei Stunden und es waren erst zwei Autos in die Comunity eingebogen. Doch keine Spur von Nadja oder Joe.

Fast wollte er schon aufgeben, als eine dunkle Limousine gemächlich die Straße entlangrollte. Er fluchte, weil die Fenster hinten getönt waren, doch das Licht im Inneren war angeschaltet. Und als sie vorbeifuhr konnte er deutlich sehen, dass Jonathan Bernstein auf der Rückbank saß. Sofort verließ er so unauffällig wie möglich das Auto und ging in einem weiten Bogen an der Comunity vorbei.

Er hatte sich auf Luftbildern eine Gartentüre am Nachbargrundstück ausgesucht und wollte dort eindringen und dann über den Zaun auf Joes Anwesen kommen. Dieses Törchen war tatsächlich auf öffentlichen Straßen zu erreichen. Allerdings lag sie ziemlich versteckt zwischen Gebäusch und auch von der Straße, die hinten am Garten vorbeiführte, war sie kaum zu sehen. Das kam ihm allerdings gerade recht. Denn dieser Zugang war offensichtlich schon seit Jahren nicht mehr benutzt worden. Alles war zugewuchert und das Schloss war verriegelt und mit Moos bewachsen. Also musste er auch hier schon klettern.

Vorsichtig hielt er nach Kameras Ausschau und trat einmal gegen den Zaun und zog sich sofort bis zur Straße zurück. Aber es kam kein Hundegebell, kein Alarm und auch kein Wachmann tauchte auf. Offensichtlich war dieses, geradeeinmal brusthohe, Törchen tatsächlich nicht überwacht.
Etwas schwerfällig schwang er sich hinüber und duckte sich sofort. Der Garten war rießig. Ähnlich wie bei Joe auch. Hier von der hinteren Grundstücksgrenze war das gigantische Haus nur so gerade eben zu erkennen. Langsam tastete er sich am Zaun entlang, bis er auf eine Ecke stieß. Nun lag hinter dem Zaun nicht mehr öffentliches Gelände sondern Joes Anwesen. Vorsichtig und geduckt kontrollierte er den Zaun. Amüsiert stellte er fest, dass Joes Zaun an der hinteren Grenze mit Kameras und Sensoren gespickt war. Alles war darauf ausgelegt jemanden zu finden, der hier über den Zaun stieg. Jedoch der an der Seite zum Nachbargrundstück nicht. Er ging noch einige Meter nach vorne um auf jeden Fall aus dem Sichtbereich der Kameras heraus zu sein. Dann schaute er sich um und wuchtete ein zweites Mal seinen Körper über eine Grenze und landete in einem Gebüsch.

Sein Herz klopfte wie wild und er keuchte leicht. Er sah auf die Uhr. Seit Joes Einfahrt in die Comunity waren schon acht Minuten vergangen. Für einen Begrüßungskuss kam er sicherlich zu spät. Auf dem Satellitenbild hatte das alles so kurz ausgesehen, als könnte man in wenigen Sekunden da sein. Aber vielleicht würde sich ja noch eine andere Gelegenheit ergeben. Diesen Garten kannte er ja schon von der Party. Neugierig wie er war, hatte er sich bei dieser Gelgenheit schon alles angesehen und war nicht im vorgesehenen Areal geblieben. Es ärgerte ihn, dass er das Haus nicht von innen kannte. Aber da musste er jetzt durch.

Langsam näherte er sich dem Haus. Er hatte bei der Party keine Kameras ausmachen können, die auf den Garten gerichtet waren. Hier war er also vollkommen unüberwacht. Also bewegte er sich recht ungezwungen, immer aber mit kritischem Blick ob jemand am Fenster steünde. Schließlich kam er am Pool an und wollte diesen Zugang zum Haus nutzen. Doch verbittert musste er feststellen, dass sich die Türe nicht öffnen ließ. Lautlos fluchend ließ er die Türklinke wieder los. Bei der Feier war die Türe geöffnet gewesen. Dahinter lagen ja auch die Toiletten. Seufzend zückte er sein Smartphone um das Haus noch einmal von oben betrachten zu können. Vielleicht konnte er ja dort noch einen anderen günstigen Zugang ausmachen.

Kommentare:

  1. Tja, das kommt davon, wenn man sich auf die Überwachung der Nachbarn verlässt, lieber Joe. So einfach kann man also bei dir einbrechen?

    Jetzt bin ich mal gespannt, wie Martin weiter kommt.

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  2. Vielleicht kann Martin einbrechen und vielleicht sogar Fotos machen aber wenn er das macht legt er sich mit einer zu großen Nummer an

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