Dienstag, 7. Dezember 2010

Noctambule: Die Oper

Dies ist ein Kapitel aus KayGees Noctambule. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Inhaltsübersicht Noctambule

"Sie ist Mademoiselle Sanisoise." antwortete Armand ruhig. Anya hielt unbewusst die Luft an. Nie hätte sie gewagt, einem Comte eine Auskunft zu verweigern. Doch welche hätte sie geben können? Seine Dienerin? Sein Eigentum? Der Skandal wäre schrecklich.
Was dachte sich Armand dabei, sie zum Stadtgespräch zu machen? Amüsierte ihn die Demütigung als seine Mätresse zu gelten? Ihr Blick fiel in das Gesicht des jungen Mädchens, sicher der Tochter des Comte. Sie zwinkerte ihr verschwörerisch zu und löste damit ein zögerndes Lächeln bei Anya aus.

"Oh.. Ahja. Nun denn…" der Comte räusperte sich leicht pikiert. Armand neigte seinen Kopf zu Anya.
"Der Comte war so freundlich, mich in finanziellen Dingen zu unterstützen und mir bei der Suche nach einer Bleibe in Marseille zu helfen." erklärte er ihr leise. Anya lächelte verstört und nickte.
"Und ich habe Euch schon mehrere Male auf der Promenade gesehen und mich immer gefragt, wer diese natürliche Schönheit wohl sein mag." flötete der Comte nun gönnerhaft. "Wäre es nicht eine gute Idee, in Gesellschaft meiner Tochter zu promenieren als immer alleine?" Das junge Mädchen knickste und blinzelte Anya fröhlich an.
"Ich bin Miriam. Ich würde mich wirklich freuen!" flüsterte sie ihr zu. Anya lächelte unsicher und warf einen kurzen Blick zu Armand, der kaum merklich nickte.
"Sehr gern!" Anya war tatsächlich erfreut. Der erste Kontakt in dieser fremden Stadt war geknüpft und dann auch noch mit einer Comtesse. Miriams Mutter machte gerade Anstalten, Anya von den beiden Herren zu trennen und in ein Gespräch zu verwickeln, als eine dezente Klingel die Gäste auf ihre Plätze rief. Armand griff sanft Anyas Ellbogen und hielt sie bei sich.
"Zeit, die Loge aufzusuchen." raunte er ruhig. "Comte.. ich wünsche Euch einen angenehmen Abend!" Der alte Geck wedelte gönnerhaft mit seinem Fächer und gewährte den Abschied. Armand führte Anya einen breiten Gang entlang.
"Nun hast du bereits Begleitung auf deinen Spaziergängen. Ich bin erfreut." meine Armand leise. Anya lächelte scheu. Sie konnte kaum normal gehen, denn bei jedem Schritt spürte sie den Plug mehr als deutlich und immer wieder befürchtete sie, jemand könnte ihr anmerken, woran sie litt.
Doch außer Armand schien niemand davon Notiz zu nehmen. Die Loge war ausgesprochen gemütlich. Bequeme Sessel ermöglichten es, entspannt und ohne Einschränkung der Handlung auf der Bühne zu folgen. Wie ein kleiner Balkon führten die Logenreihen um den Saal herum und man thronte förmlich über der allgemeinen Zuschauermenge unten im Saal.
Vorsichtig ließ Anya sich im Sessel nieder und blieb kerzengerade sitzen. Armand schmunzelte darüber und ließ sich neben ihr nieder. Er streckte entspannt seine langen Beine aus und winkte einem livrierten Diener, der mit dem Hintergrund verschmolzen gewesen war. Sofort wurde ihnen frischer Champagner eingeschenkt. Während sie an ihrem Glas nippte, betrachtete sie die Gäste in den anderen Logen. Schräg gegenüber nahm die Familie des Comte Platz. Man entdeckte sie und winkte herüber. Armand neigte noch einmal grüßend den Kopf. Anya lächelte aufgeregt.

Dann begann die Vorstellung. Anya war völlig gefangen. Opern waren schrecklich modern. Auch wenn sie feststellte, dass sie die Musik nicht mochte, so musste sie das Können der Sänger und Darsteller hoch respektieren. Fasziniert folgte sie der Darbietung, fasziniert beobachtete Armand seine Anya, die offensichtlich hin und her gerissen war.
Er konnte ihre steigende Qual genau verfolgen. Immer wieder suchte sie eine bequemere Haltung. Der Plug in ihr war nicht gerade klein. Der steigende Druck, verstärkt durch das Sitzen, musste allmählich in den Vordergrund rücken und es ihr erschweren, sich auf die Vorstellung zu konzentrieren.
Er achtete nicht auf die Vorstellung oder auf die vielen Menschen. Seine volle Aufmerksamkeit galt Anya. Immer wieder blähten sich seine Nasenflügel, um ihren Duft aufzusaugen und sein feines Gehör filterte Musik, Gesang und Applaus aus, so gut es ging, um ihrer Atmung und ihrem Herzschlag zu lauschen. Das war für ihn bedeutend schönere Musik.
Die Pause weckte Anya aus ihrem Wechsel wischen Begeisterung für die Vorstellung und Qual des Plugs. Während im Saal die Menschen aus dem Zuschauerraum und den Logen ins Foyer strömten, ließ Armand mit einer lässigen Handbewegung Wein und Amuse-Gueules servieren. Er reichte ihr das kleine Tablett mit den appetitlich angerichteten Häppchen, doch als sie nach einem greifen wollte, zog er es leicht zurück. Anya zögerte und schaute ihn fragend an. Sein Blick hielt ihren fest.
"Lehn dich zurück, Anya." Der Befehl war leise, kaum hörbar, aber Anya verstand. Sie verstand noch viel mehr. Er verlangte ihren Gehorsam, hier vor allen Leuten in aller Öffentlichkeit. Sofort schlug ihr Herz höher und ihr Gesicht rötete sich erneut. Scheu blickte sie in den fast leeren Zuschauerraum unter sich und zu den Logen nebenan. Fröhliches Gelächter und Geplapper zeugte von heiterer und ausgelassener Stimmung ringsum. Niemand schien sich für sie zu interessieren.
Als ihr Blick zurück zu Armand flog, hatte er streng eine Braue erhoben. Sein blasses Gesicht wirkte ernst und abwartend, seine schönen Lippen lächelten nicht mehr.
"Ich dulde keinen Ungehorsam, Anya." noch immer sprach er ruhig. Anya schluckte und rutschte vorsichtig im Sessel zurück. Als sie sich an die Lehne zurücksinken ließ, spürte sie wie der Plug sich fest in sie drückte und keuchte leise. Ihre Augen weiteten sich ein wenig und sie öffnete die Lippen, um besser atmen zu können. Hastig hob und senkte sich ihre Brust.
Armands Lippen deuteten wieder ein kleines Lächeln an und nun bot er ihr erneut den Teller an. Sie griff nach einem Happen und knabberte daran. Sie wagte nicht, sich zu bewegen. Amüsiert betrachtete er sie.
"Ich freue mich darauf, ihn später zu ersetzen." er beugte sich nah an ihr Ohr. "Mit meinem Schwanz." raunte er leise und in ihrem Inneren bebte es beim Klang seiner Stimme. Zart schob er eine Haarlocke beiseite, um ihr Profil besser betrachten zu können.
"Hm?" Sie senkte den Blick.
"Ja Herr." hauchte sie kaum hörbar. Er hatte es vernommen und es genügte ihm. Lächelnd lehnte er sich zurück und schenkte ihr Wein ein. Als er ihr das Glas hinhielt, musste sie sich vorbeugen, um es zu greifen. Da sein Blick abwartend war, sank sie sofort wieder zurück. Die Bewegungen ließen sie keuchen und kosteten sie Mühe, nicht zu stöhnen. In diesem Moment hasste sie ihn. Und er wusste es und lächelte zufrieden.

Nach der Pause füllte sich der Zuschauerraum rasch wieder und Lärm kam auf, bis der Vorhang sich öffnete. Für Anya wurde die zweite Vorstellung zur Qual. Der Plug wurde überdeutlich spürbar, besonders da sie nun so zurückgelehnt sitzen musste. Unauffällig versuchte sie, ihre Sitzhaltung zu ändern und erntete sofort einen funkelnden Blick von Armand.
Auf seltsame Weise war sie aber auch erregt. Sie konnte es selbst nicht ganz einordnen, was genau sie eigentlich erregte. Der Plug war eine Qual. Waren es Armands Blicke? Oder das Wissen, was er nachher tun würde? Oder einfach der Zwang gehorchen zu müssen? Verwirrt nagte sie an ihrer Unterlippe, was Armand ein Schmunzeln entlockte.

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