Dienstag, 29. November 2011

Flugzeug statt Bus

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Jurina frühstückte alleine gemütlich in dem großen Esszimmer. Sie hatte ziemlich großen Hunger und ließ es sich schmecken. Jeden Morgen wurde hier ein üppiges Frühstück serviert und Jurina hatte sich auf Arramoa ohnehin angewöhnt morgens sehr ausgiebig zu essen. Ein wenig vermisste sie das viele exotische Obst, dass es dort immer gab. Aber auch die Amerikanische Variante von Frühstück sagte ihr durchaus zu. Julija lag wie immer auf der Decke neben dem Tisch und brabbelte und zappelte unkontrolliert.

Gelegentlich warf Jurina einen Seitenblick dorthin, doch sie war ziemlich in Gedanken. Es war unzweifelhaft das Geständnis Mary gegenüber gewesen, dass Nadja so aufgewühlt hatte und was schlussendlich auch den Streit mit Joe heraufbeschworen hatte. Und das Geständnis an Mary war auf genau eine Tatsache zurückzuführen, nämlich ihre eigene Anwesenheit und so viele unerklärbare Dinge. Diese Erkenntnis schob Jurina nun schon zwei Tage mit sich herum und gern würde sie Nadja sagen, wie leid es ihr tat, dass das nun so gelaufen war, aber das änderte doch nun auch nichts mehr.

Manchmal sehnte auch sie sich nach einem einfachen Leben zurück, wo sie daheim in Kiew saß, mit einem guten Mann verheiratet war und ihm den Haushalt machte und die Kinder hütete, während er das Geld verdiente. Doch dieses Leben hatte sie endgültig hinter sich gelassen und es war ja auch nicht so, als ob ihr die jetzige Variante nicht auch hervorragend gefiel. Verträumt schob Jurina sich den nächsten Bissen Pfannkuchen mit Sirup in den Mund und starrte weiter Löcher in die Luft. Konnte sie hier wohl zwischen Nadja und Joe noch etwas richten, oder war es besser zu verschwinden?

Ihr Blick ging erneut zur Uhr. Inzwischen müsste es soweit sein und Felix war mit Sicherheit in seinem Büro. Felix war der Verwalter der Insel Arramoa auf der Jurina lebte, und auf der auch Nadja eine Weile gelebt hatte, bis sie Joe kennengelernt hatte. Und da Jurina ihre Rückreise nicht geplant hatte, war sie auf seine Hilfe angewiesen. Sie bedankte sich bei Geoffrey für das ausgiebige Frühstück und vergas auch nicht, auch der Köchin den Dank ausrichten zu lassen. Dann huschte sie mit Julija auf dem Arm in ihr Zimmer und zückte das Handy. Vielleicht erübrigte sich die Frage, wie lang sie noch blieb ja allein schon, aufgrund der Flugzeiten.

Es klingelte nur zweimal, bis Felix den Hörer abnahm: "Die verlorene Tochter. Jurina, schön dich zu hören.", lachte er direkt.
"Hallo Felix."
"Was kann ich dir denn gutes tun?"
"Ich wollte mal anfragen, wie es so mit einem Rückflug aussieht. Wann könnte ich denn los?" Jurina gab sich Mühe das neutral klingen zu lassen.
"Mal schauen...", kam es von Felix, "11:30 Uhr direkt nach San Diego, 13:40 Uhr über Salt Lake City nach Los Angeles, 14:10 Uhr direkt nach Los Angeles, oh das geht sogar schneller..", begann er aufzuzählen.
"Alles heute?", fragte Jurina ungläubig.
"Süße, wenn du mir nichts verschwiegen hast, dann bist du in Seattle. Und erstens fliegen in den USA so viele Flugzeuge, wie anderswo Busse fahren und zweitens ist Seattle kein Provinznest. Also, wenn du zurückwillst, fahr einfach zum Flughafen und sag mir Bescheid, ich buch dir dann das nächste Ticket und schick dir den Jet für den Sprung auf die Insel."
"Wow, so einfach?",

Jurina war etwas überrumpelt von dieser Ansage. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass es so viele Flüge gäbe. "Dann meld ich mich, wenn ich zum Flughafen fahre.",meinte sie nun kurzerhand. "Mach das.", lachte Felix zurück und sie verabschiedeten sich. Jurina saß seufzend auf dem Bett und ließ gedankenverloren Julija ihren Finger lutschen. Sollte sie sich wirklich von hier wegschleichen und nur dem Butler Bescheid sagen? Streit hin oder her, das war doch nicht fein, Nadja gegenüber?

Kommentare:

  1. Mich deucht, da wurde wieder was verschluckt. Natürlich wird das naxhgereicht ... Nicht wahr?

    Tja.. Jurinas Hoffnung, dass ihr eine Entscheidung abgenommen wird, ist dann wohl zerstört. Ich finde das gut. Sie hat wohl auch den Hang zum Weglaufen. Und das, obwohl sie schon Verantwortung für ein Kind trägt.
    Wenn es nach mir ginge, würde sie noch bleiben und wenigstens nochmal mit Nadja reden. Es faehrt sich doch auch besser weg, wenn man nichts offenes und Unerledigtes zurück lässt...
    LG Kay

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  2. alleine der gedanke...zeigt eines der dümmsten verhalten von menschen..."aus den augen aus den sinn" aber was will man schon von einer hinterweltlerin erwarten :D

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