Samstag, 21. April 2012

Das ist unorthodox

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Das Telefon auf Joes Schrebtisch begann zu blinken. Der Blick ins Display verriet, dass Brenda von vorne anrief. Joe hob den Hörer ab. "Ja?" "Mr. Mulcquin sagte gerade die Aufsichtsratssitzung wäre nun wieder soweit. Er bittet Sie, zurückzukommen." "Danke Brenda.". Joe legte auf und erhob sich aus seinem Schreibtischstuhl. Er atmtete noch ein paar mal tief durch, bevor er wieder hinaus ging und zum Konferenzraum hinüber schritt. Brenda sah ihrem Chef etwas nachdenklich hinterher. Sie wollte den Job ungern verlieren.

Vor der Tür zum Konferenzraum straffte Joe sich noch einmal. Er wollte sich keine Blöße geben und als nervöses Bündel vor der Runde auftauchen. Mutig öffnete er die Tür und ging durch den Raum wieder an seinen Platz und nahm gegenüber von Mulcquin platz. "Danke, dass sie draußen gewartet haben.", begann Mulcquin, "Der Aufsichtsrat hat abgestimmt und es konnte keine Mehrheit für ihre Entlassung gefunden werden." "Aha?", meinte Joe und versuchte sich gelangweilt zu geben.

"Es haben acht Mitglieder gegen Sie gestimmt und zehn für sie. Außerdem haben sich vier Mitglieder enthalten.", fuhr Mulcquin fort. Joe zog die Sitrn kraus. "Dann habe ich in diesem Aufsichtsrat keine Unterstützung mehr durch die Mehrheit.", erklärte er trocken. Jetzt war es an Mulcquin einen verdutzten Gesichtsausdruck aufzusetzen. "Es ist eine einfache Mehrheit für ihre Unterstützung.", meinte er verdattert. Doch Joe schüttelte den Kopf. "Acht Leute in diesem Raum wollen mich loswerden. Nur zwei mehr haben kein Problem mit mir und vieren ist es egal. Das ist nicht, was ich unter einer Mehrheit verstehe."

"Es gibt keine Grundlage ihre Position als CEO anzuzweifeln." Joe zuckte de Schultern. "Ich möchte nicht mit einem Aufsichtsrat zusammenarbeiten, in welchem fast genauso viele Unterstützer wie Gegner sitzen. Finden Sie eine klare Position, oder ich kündige!" Sein Herz klopfte wie wild. Schon im Büro hatte er sich Gedanken gemacht, wie das wohl ausgehen könnte. Immer wieder hatte er das Szenario durchgespielt, welches ihm begegnen könnte. Saltstone sah ihn verdattert an. "Joe, Junge, beruhige dich doch.", versuchte er es in väterlichem Tonfall.

Joe sah ihn an. "Ich bin ruhig. Ich habe mir in meinem Büro 20 Minuten lang überlegt, was ich von dieser Abstimmung halten soll. Und ich räume ein, dass eine Kinopremiere nicht die diskreteste, oder auch geschickteste, Art war, eine Beziehung öffentlich einzugestehen. Doch gibt mir meine Verlobte viel Halt im Privaten und unterstützt mich. Sie hat es verdient, dass ich zu ihr stehe. Und wenn das hier nicht anerkannt wird, dann bin ich hier fasch!" Saltstone sah ihn verdattert an. Gefühlsausbrüche waren wahrlich nicht, wofür Joe bekannt war.

Anna Korg war die erste, welche wieder die Stimme erhob. "Schluss jetzt. Ich will diesen CEO nicht verlieren. Mr. Bernstein, sie haben meine volle Unterstützung. Hand hoch für wen das noch gilt!" Demonstrativ reckte Anna ihren Arm in die Luft. Mulcquin fühlte sich etwas übergangen, doch ehe er etwas sagen konnte, entwickelte sich die Sache zum Selbstläufer. Saltstone hob ebenfalls die Hand. Hill protestierte: "Das ist unorthodox." "Mir egal!", patzte Anna zurück. Nach und nach gingen immer mehr Hände nach oben. "15!", erklärte Anna trocken, nachdem sie durchgezählt hatte. Gewinnend sah sie Joe an. "Können wir zur Tagesordnung zurück?"

Kommentare:

  1. Ich fang an Anna zu mögen ^^

    Joe war aber auch ganz schön cool :-) Ich hätte gern das Gesicht von Saltstone gesehen :-)

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  2. Ja, Anna gefällt mir auch :)
    Joe ist mutig nach vorne gegangen. Das war quasi ein Gegenangriff. Aber das war auch gut so, denn nun hatte er die Fäden in der Hand. Bis zur Wahl hat er über sich bestimmen lassen, nun hat er klare Position bezogen. Das war hoch gepokert. aber gut gepokert.
    Und jetzt Mr. Hill? Ist es nun immer noch nicht vorbei? 15 Stimmen für Joe, das bedeutet ja, dass nur noch 7 Stimmen gegen Joe sind oder sich enthalten. Entweder hat einer von Hills Jüngern sein Fähnchen in den Wind gedreht oder es bleiben vier Enthaltungen und drei sind nur noch auf Hills Seite.

    Allerdings baut sich für mich plötzlich ein ganz neues Bild auf. Ich befürchte, dass da jemand ist, der in der geheimen Wahl gegen Joe stimmte in der Hoffnung, dass der CEO gehen muss. Da er vorher aber offen für Joe war, muss er nun auch offen für Joe die Hand heben. Das können Anna, Mulcquin oder Saltstone gewesen sein. Anna glaube ich nicht, Mulcquin auch nicht, denn der wollte die ganze Abstimmung schon nicht und bezeichnete alles als Bagatelle. Bleibt Saltstone übrig. Was hat der nun vor?

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