Samstag, 20. April 2013

Kay privat: Sexismus - Wenn Frauen aus Männern Opfer machen

Seit einiger Zeit werde ich schon fast gegen meinen Willen ständig mit der Sexismus-Debatte konfrontiert. Das Ganze gipfelte schließlich im unfreiwilligen Zusehen bei Maischbergers Diskussion, wobei ich schließlich selbst darum bat, es zu Ende sehen zu können, weil ich einfach nicht fassen konnte, was da passierte. Nennen wir es mal fasziniertes Grauen.

Was also ist Sexismus? Laut Wikipedia ist es eine auf das Geschlecht bezogene Diskriminierung. Gut, das ist eine Definition, die ich akzeptieren kann, nur frage ich mich, warum beinahe jeder bei dem Begriff Sexismus an Übergriffe gegenüber der Frau denkt? Könnte es daran liegen, dass wieder einmal der böse, unflätige Mann es wagt, eine Frau auf ihr Geschlecht zu reduzieren und sie damit wie so oft beleidigt, diskriminiert, verängstigt und verunsichert?


Wenn man Alice Schwarzer glauben will, dann ist es genau so! Ich mag Frau Schwarzer sowieso nicht, mochte sie noch nie und es wird immer schlimmer. Wenn ich sie sehe, fallen mir viele Dinge ein, die ich ihr sagen wollte und da ich selbst eine Frau bin, könnte sie mir noch nicht einmal Sexismus vorwerfen! Als Mann hätte ich sofort eine Klage am Hals.
Bei Maischberger spie sie wortgewaltig Gift und Galle gegen die Männerwelt. Allerdings hat sie in einem Recht, nämlich wenn sie davon spricht, dass Sexismus etwas mit Machtspielen zu tun hat. Ich möchte gar nicht – und das muss ich nun wirklich einmal ausdrücklich betonen – den Eindruck erwecken, dass es Sexismus nicht gibt. Den gab es schon immer und er ist inakzeptabel.
Nur haben leider die größten Wortführerinnen bisher nicht erwähnt, dass es weitaus schlimmeren Sexismus in anderen Gruppen als der Lobbyreichen Frauenvertretung gibt. Viele Jahre lang galt es sogar als gesellschaftlich amüsant, sich über Homosexuelle lustig zu machen. Wahrscheinlich würde Frau Schwarzer mit ihrer anstrengenden Stimme nun sofort wieder auf die Männer einhacken, denn die waren die größten Anfeinder der Schwulen. Mal wieder! Böse Männer! Schämt euch! Ab in die Ecke!

Im Gegensatz zu den Schwulen, die heterosexuelle Männer gar nicht überreden oder anmachen WOLLEN, sind die Frauen jedoch oft auch diejenigen, die das "verbrecherische" Verhalten der Männer provozieren. Die knappsten Minis im Sommer, die engsten Tops ohne BH darunter, tiefste Ausschnitte mit Push-Ups darunter, damit auch ja beinahe alles aus der Bluse fällt, die heißesten Shorts, das alles sind Kleider, die bei jedem Mann den Speichelfluss auslösen, bevor es zu einer Verlagerung der Blutansammlung kommt. Wollen wir Frauen das?

Glaubt man den jungen Frauen (oh Gott, ich schäme mich manchmal so für meine Artgenossinnen), dann wollen wir das natürlich nicht! Wir möchten bitte einfach nur schick und schön herum laufen, uns sexy fühlen und unsere wundervollen Körper demonstrieren. Das wollen wir aber nicht, um die Männer scharf zu machen. Glaubt man den jungen Frauen, dann wollen wir das einfach nur so, ganz ohne Hintergedanken und bestimmt auch nicht, um andere, schönere, schlankere, geilere Frauen auszustechen, die ja überhaupt noch nie in der Evolution Rivalinnen gewesen sind. Oh nein, das waren immer nur Verbündete, nicht wahr?

Wann fühlt Frau sich denn sexy? Wenn eine andere Frau blass vor Neid wird? Bei Lesben sicherlich. Oder wohl doch eher, wenn begehrliche Blicke der Männer hinterher geworfen werden? Ich für meinen Teil fühle mich ausschließlich dann sexy, schön und begehrenswert, wenn ich von den Männern gesehen, wahrgenommen werde. Und noch mehr, wenn mein Mann neben mir steht und einen gewissen Stolz im Blick hat, der seinen Artgenossen sagt: Gucken nur kurz, anfassen gar nicht… MEINE!
Also entweder bin ich eine große Ausnahme unter den Frauen oder aber ein großer Teil der Damen lügt. Ich sehe gerade die Feministinnen um Frau Schwarzer herum mit glühenden Augen Feuer spucken. "Warum darf eine Frau nicht in offener Kleidung durch die Öffentlichkeit spazieren gehen, ohne gleich als Lustobjekt gesehen zu werden?"
Ich habe da eine einfache Antwort: Weil es eben in der Natur aller Lebewesen liegt, neben Nahrungsbeschaffung an die Fortpflanzung zu denken! Und wenn ein Weibchen mit ihren besonderen Attributen prahlt, werden die Männchen eben aufmerksam! Das ist doch Sinn und Zweck einer attraktiven Brust oder eines knackigen Pos! – Verdammt nochmal! Und nein, wir haben die Evolution noch nicht überwunden, ebenso wenig unsere Instinkte und unsere Grundbedürfnisse! Wir stehen auch nicht weit über der primitiven Tierwelt, was das betrifft! Wir reden uns das ein, darin sind wir allerdings tatsächlich unschlagbar.

Was haben wir Frauen denn nun eigentlich mit dem lauten, nervtötenden Gezeter um sexuelle Diskriminierung erreicht? Ganz recht, sie haben etwas erreicht, nämlich dass die Männer nun gar nichts mehr sagen wollen. Sie trauen sich nicht mehr, damit sie nicht sofort eine Klage am Kragen haben. Ich für meinen Teil mag aber keine unsicheren, verängstigten Männer, die nicht einmal mehr ein normales, nettes Kompliment machen dürfen. Das sind langweilige Eichhörnchen! Es kann doch nicht sein, dass Obama sich für ein Kompliment entschuldigen muss während Frau Merkel ungeschoren davon kommt? Und ja, die Bemerkung von Brüderle war unbedacht und unklug, aber muss man ihn dann sofort enthaupten?

Nun muss man ja ehrlicherweise sagen, dass man den Sexismus nicht einfach unter den Teppich kehren darf. Er ist leider allgegenwärtig und nur sehr schwer auszumerzen, weil die Gesellschaft schwer und träge an alten Mustern hängt. Allerdings betrachte ich persönlich ein eindeutiges Angebot eines ranghöheren Manns im Beruf an die rangniedrigere Frau nicht als Sexismus sondern als sexuelle Belästigung, Ausbeutung, Ausnutzung bis hin zur Erpressung und versuchten Vergewaltigung – ganz nach Schwere des Übergriffs. Und das gibt es auch umgekehrt und nicht einmal zu knapp! Als Sexismus betrachte ich viel mehr die Diskriminierung, die durch ungleiche Bezahlung gleicher Berufe zwischen Mann und Frau entsteht. Oder das Verhindern von weiblicher Besetzung bestimmter Führungspositionen. Oder das gesellschaftliche Abwerten bestimmter Randgruppen wie Homosexuelle.

Insgesamt geht mir das Geplärre um Sexismus inzwischen gewaltig auf die Nerven. Ist es denn so schwer, die deutsche Sprache mit ihren wundervollen Definitionen auch richtig einzusetzen und auch zu nutzen? Darf ich überhaupt noch verlangen, dass man auch den Verstand einsetzt und nutzt oder ist jener inzwischen dem energischen Feminismus zum Opfer gefallen?
Liebe Femen-Bewegung: Was wollt ihr eigentlich erreichen, wenn ihr mit nackten Brüsten vor Politikern herumhüpft und eure Titten mit Beleidigungen beschmiert? Oder wenn ihr barbusig vor der Sixtinischen Kapelle mit rosafarbigem Rauch die Bräuche einer Religion lächerlich macht und damit Millionen von Katholiken vor den Kopf stoßt? Als ich sah, wie Frau Schwarzer bei Maischberger die junge, farblose und auch konzeptfreie Femenaktivistin anstrahlte, wunderte mich das gar nicht mehr. Die beiden passen einfach perfekt zusammen.

Ja, ich bin eine Frau und ich bin auch stolz darauf, eine Frau zu sein. Ja, ich bin selbstbewusst, komme in meinem Beruf weiter, fühle mich emanzipiert und lasse mir nicht die Butter vom Brot nehmen. Aber nein, Frau Schwarzer, das verdanke ich nicht Ihnen! Für mich ist es nicht sexistisch, wenn ein Mann mir die Tür aufhält, in den Mantel hilft oder schwere Taschen trägt. Ich werde dadurch nicht entmündigt, ich empfinde das tatsächlich als Kompliment des Mannes. Der will mir damit nämlich nur eines sagen: "Hey, merkst du, wie ich auf dich aufpasse und mich um dich kümmere? Klar kannst du das alleine, aber warum solltest du das tun, wenn ich dabei bin? Wenn ich nicht gerade deine schweren Einkaufstaschen tragen, mit einem Ellbogen die Tür für dich aufhalten und mit dem Fuß den Fahrstuhlknopf zu treffen versuchen würde, dann würde ich dich auf Händen tragen!"

Liebe Frauen, lasst doch bitte die Männer einfach Männer sein! Sie werden als solche geboren und es ist nicht unsere Aufgabe, aus ihnen ängstliche Weichspüler zu machen, von denen wir uns nach 2 Jahren Partnerschaft dann eh wieder trennen, weil sie uns zu langweilig geworden sind! Kapiert doch einfach endlich, dass WIR es sind, die ständig an ihnen herumkritisieren, egal was sie tun! Wir verlieben uns in sie, verformen sie dann mühsam und voller Energie und nachdem wir erfolgreich waren damit, verlassen wir sie, weil sie sich verändert haben und gar nicht mehr die sind, in die wir uns einmal verliebt hatten.

Zum Abschluss noch ein Kniefall vor Birgit Kelle. Ich finde sie keineswegs konservativ, wie sie bei Maischberger in der "Bauchbinde" beschrieben wurde, sondern sehe in ihr eine intelligente Frau mit viel Realitätssinn. Mit ihrem Artikel zu Brüderles Verhalten sprach sie mir komplett aus der Seele. Hören wir einfach auf mit zweierlei Maß zu messen und die ach so bösen Männer zu verteufeln. Tatsächlich frage ich mich schon, wann endlich ein Mann auf die Idee kommt, uns Frauen mit dieser Debatte Sexismus vorzuwerfen.
Fangen wir lieber an, die Verdummung in unseren eigenen Reihen zu verhindern und uns an das zu erinnern, was wir sind und was wir wollen sollten: Sexy, weiblich, schön. Das sind Attribute, die Männer gar nicht haben wollen. Sie gehören uns und verbieten nicht automatisch Intelligenz und Schaffenskraft. Bitte, bitte, liebe Frauen! Hört auf, unser Geschlecht lächerlich zu machen. Und wenn ihr euch schon mit tiefem Ausschnitt und Push-ups vor den Männern herumräkelt, hört auf zu heulen, weil einer hingesehen hat!

Kommentare:

  1. Ha! Danke Kay.

    Manches kann eben nur eine Frau schreiben. Und ich denke wir sind schon lange in einer Welt angekommen in der Sexismus zwar thematisiert aber nicht angegangen wird.
    Und zwar Sexismus in beide Richtungen. Und ja: Es gibt sie wirklich beide!

    LG
    Joe

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  2. da hast du ja der frau schwarzer sehr viel aufmerksamkeit gegönnt. jeder mensch denkt nun mal anders über das thema und das doch gut so.
    frau schwarzer treibt es eben mit ihrer meinung auf die spitze sie ist eben ein ende der meinungskette am anderen ende stehen möchtegern gangstarapper mit ihren arschficksongs oder whistle baby.
    es gibt tage da macht man sich eben nur für sich hübsch, weil man sich gut fühlt und nicht weil man an paarung denkt. das einfachste beispiel ist dafür das schwimmbad dort habe ich sowas von keine lust dauern angeglotzt zuwerden oder kerle zusehen die mädels hinterher schwimmen um eventuell doch einen blick auf mehr zubekommen, so ein verhalten ist nicht grade männlich aber so hat jeder seine meinung dazu und sollte den mund aufmachen wenn es ihm nicht passt dafür gibt es die freie meinungsäußerung und nix anderes tut frau schwarzer im fernsehen oder du hier.

    schönen sonntag :)

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  3. Zum Glück stehe ich nicht alleine mit meiner Meinung.
    Danke für diesen schönen Beitrag.
    :-D Aber es stimmt schon, wärst du ein Mann, würdest du jetzt zerrissen werden.

    Mein Vater wollte immer zuerst eine Tochter.
    Er hatte mich mit auf Baustellen genommen, ich durfte beim Autobasteln helfen und zum Schluss bin ich Handwerkerin geworden.
    Sooo oft wurde ich belächelt: ein Mädchen!
    Ich habe es aber immer geschafft.
    Nicht wegen einer Frauenquote, sondern weil ich hart gearbeitet habe.
    Diese bekloppte Frauenquote hätte mich bestimmt verdorben. Denn dann hätte ich meine heute hart erarbeiteten Erfolge (auf die ich mehr als stolz bin) einfach so geschenkt bekommen. Pah* Lieben Frauen, wollt ihr das wirklich? Etwas bekommen, weil ich "ein Mädchen" seit? Oder wollt ihr mit Stolz sagen können: ja, ich habe das doppelte meiner Kollegen gearbeitet und hab es selber geschafft.

    Der Sexismuss geht in beide Richtungen, richtig.
    Eine Frau auf dem Bau verdient oftmals weniger als die männlichen Kollegen. Aber wie ist es mit Kindergärtner oder Hebammen (maskulien)?
    Gibt es die überhaupt? Wo sind die? Wollen die Männer diese Berufe nicht ausüben?

    Und zum Schluss:
    Ich wei? nicht, von wem der Satz stammt, aber ich find ihn super:
    Frauen wollen sich für sich schön machen, darum gehen sie aufgebrezelt auf die Straße.
    jaaa klar: Und biem Mädlesabend auf dem Sofa zieh ich mir geile Klamotten an
    ;-)

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