Freitag, 10. Januar 2014

Benimm dich

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Mike und Sara, Marys Eltern, ließen sich vom Butler in das Wohnzimmer führen. "Ich bin gleich mit einem Aperitif wieder zur Stelle.", sagte Geoffrey höflich, "Machen Sie es sich nur bequem. Ich sage den Damen Bescheid und auch dem Hausherrn." Damit verschwand er und ließ die beiden allein. Mike sah sich naserümpfend um. Ihm gefiel das alles immer noch nicht. Die enge Freundschaft seiner Tochter mit diesem Mädchen, dass in so merkwürdigen Verhältnissen lebte, hatte sich lange erfolgreich verdrängen lassen. Doch heute gab es nichts mehr zu verdrängen. Er stand in der Villa eines Millionärs.

"Benimm dich. Nadja ist 18 und die ganze Geschichte geht uns nichts an.", zischte Sara ihn an, als sie seinen Gesichtsausdruck bemerkte. "Das ist unmoralisch. Als sie hergezogen ist, war sie gerade 16.", warf er zurück. "Du bist neidisch.", bemerkte Sara spitz. Mike war ein ehrgeiziger Mann, der es immer weiter bringen wollte, aber nun mal nicht mit dem Glück gehabt hatte, früh in gute Verhältnisse hinein zu kommen, die ihm die Türen geöffnet hätten. Er hatte seine Collegeausbildung und auch das Studium danach selbst finanzieren müssen. "Quatsch.", wiegelte er ab, fühlte sich aber deutlich ertappt.

"Ich kenne Joe jetzt schon eine Weile. Er ist ein kleiner Nerd und im Kopf sicher nicht halb so reif, wie Nadja.", stellte sie fest und sah sich vorsichtig noch einmal um, um sicher zu gehen, dass sie niemand gehört hatte. Doch weder der Butler noch Joe waren in Sicht- oder gar Hörweite. "Noch schlimmer. Wie kommt so jemand an eine Villa in einer Privatstraße?", maulte Mike zurück.

Sara stellte sich vor ihn und nahm ihn in den Arm. "Du kannst die ganze Rückfahrt lang maulen und auch den Rest des Abends.", sagte sie mit einem Augenrollen, "Aber für den Augenblick hat unsere Tochter uns zu einer Freundin eingeladen um mit ihr um die Wette zu kochen. Du wirst diesen Abend äußerlich genießen. Und wenn ich irgendwas gemeines höre, werde ich dir unter dem Tisch so fest vors Schienbein treten, dass du dich die nächsten drei Tage daran erinnerst." Kichernd knuffte sie ihn in die Seite und gab ihm einen sachten Kuss auf die Lippen. So ganz ernst gemeint hatte sie diese Drohung nicht. Doch Mike war sich sicher, dass sie fies werden könnte. Er nickte etwas schmollend.

Die Tür ging auf und Joe kam dazu. "Oh guten Abend. Ich wollte nicht stören.", sagte er freundlich, als er die beiden so umschlungen antraf. Sara straffte sich etwas und löste sich von Mike. "Guten Abend, Joe.", lächelte sie. "Hallo Sara.", begrüßte er sie. "Darf ich dir meinen Mann Mike vorstellen? Er leitet die Entwicklungsabteilung eines Werkzeugunternehmens. Schatz, das ist Joe. Nadjas Freund und Verlobter und CEO der Netcorp." Joe streckte ihm freundlich die Hand hin und war froh, dass Sara sie einander mit Vornamen vorgestellt hatte. Das erübrigte die Frage, ob man sich siezen oder duzen sollte wie man sich anreden sollte.

Kommentare:

  1. In den USA spricht man Englisch und da gibt es kein sie und du.
    Ich habe einen Logikfehler gefunden :-D

    Trotzdem natürlich ein großes Dankeschön für die gesamte Nadja-Geschichte ;-)

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  2. Die Geschichte führt, da sie deutsch geschrieben wird, an der Stelle ein Doppelleben. Aber auch in den USA unterscheidet man zwischen der Anrede mit Vornamen und förmlicheren Umgangsformen.

    Danke natürlich für deinen Kommentar und viel Spaß weiterhin mit der Geschichte.

    LG
    J.N.

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  3. Eine englische geschriebene Geschichte würde entsprechend "unserer" Umgangsformen immer mit "Sie" und "Du" ins Deutsche übersetzt werden. Ich kenne keinen Roman, der in den USA spielt, in denen sich fremde Menschen duzen. Von daher kann ich keinen Logikfehler entdecken und bedauere, dass Joe seinen Text umgebaut hat.

    Anonym (leider!!) schrieb: "In den USA spricht man Englisch und da gibt es kein sie und du." <--ich habe dagegen einen grammatischen Logikfehler gefunden. In der Anrede schreibt man "Sie" immer groß. So kann man wenigstens zwischen sie (dritte Person singular oder plural) und Sie (Anrede) unterscheiden. Das "du" dagegen kann man inzwischen auch klein schreiben. :)

    So, und jetzt zum schönen Teil, nämlich der Geschichte. Ich kann beide verstehen, Vater und Mutter. Er hat Recht damit, dass es für einen Mann - und besonders in Joes Position - extrem seltsam aussieht, eine 16-jährige bei sich wohnen zu haben. Da muss man schon skeptisch sein. Aber auch Sara hat Recht. Und ich hätte wahrscheinlich wie sie auch geantwortet *g*

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