Sonntag, 9. März 2014

Sozialpraktikum 2

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja überlegte hin und her. Sie gab noch einige Suchen im Computer ein, um vielleicht noch eine andere Beratungsstelle zu finden. Aber wenn es noch welche gab, dann hatten sie sich gut versteckt. In der Millionenstadt Seattle schien es nur die Beratungsleistung des städtischen Sozialdienstes zu geben und den Verein, mit der aggressiven Werbung für Abtreibungen.

Immer wieder sah Nadja sich die beiden Internetseiten an. Den Namen den sie auf der Seite der städtischen Beratungsstelle gefunden hatte, war Hillary Preston. Zu gut erinnerte Nadja sich an die Dame. In ihren letzten Schulwochen, als das Gerücht die Runde gemacht hatte, hatte die Schulleitung die Stadt informiert, weil eine Beratung für schwangere Mädchen nun mal nach Staatsgesetz vorgesehen war. Soweit hatte Nadja ja auch gar nichts dagegen gehabt. Doch wie die Frau sich präsentiert hatte war mit dem Wort unverschämt noch kaum erfasst.

Sie hatte sich bei der Schule illegal Nadjas Adresse besorgt, sie hatte ihre kleine Schwester bedrängt und war schließlich mit einem gefälschten Formular sogar in das geschützte Haus eingedrungen und schließlich von der Polizei abgeführt worden. Auch wenn Joe die Anzeige wegen Hausfriedensbruch schließlich fallen gelassen hatte, da sowieso nichts dabei herausgekommen wäre, war das ganze eine mehr als unangenehme Erinnerung. Und Grant, der Anwalt, hatte es sowieso für besser befunden die Geschehnisse in einem Schriftsatz der Stadtverwaltung zu schildern, damit dort klar war, mit was für Methoden diese Dame zu arbeiten pflegte.

Kurzum: Nadja wollte nie wieder etwas mit ihr zu tun haben. Und so schloss sie eine Bewerbung bei dieser Beratungsstelle einfach aus. Kurz hatte sie noch überlegt, sich dort dennoch zu bewerben und teils darauf zu hoffen, mit anderen Leuten zu tun zu haben, und teils um ihr unter die Nase zu reiben, wie gut es ihr mit der Schwangerschaft ging. Doch das war es ihr schließlich doch nicht wert.

Sie klickte das kleine x neben der Webseitenüberschrift an und schloss so den Browsertab. Sie zuckte schließlich die Schultern und rief bei dem Verein an. Auch wenn auf der Website arg viel über Abtreibungen geschrieben wurde, musste das ja noch nicht heißen, dass die Beratungen genauso geführt wurden. Und sie war so gepackt von dem Gedanken in einer solchen Beratungsstelle zu arbeiten, dass sie auch keine Lust hatte, sich nach etwas anderem umzusehen.

Sie musste nur kurz warten, bis jemand ans Telefon ging.

Kommentare:

  1. Ich habs ja geahnt!
    Dieser frau würde ich auch aus dem weg gehen.
    schade dass joe die anzeige hat fallen lassen. ich hätte es ihr gegönnt;)
    Eigentlich fies oder?? aber schadenfreude ist ja bekanntlich die schönste freude:)
    LG Lars

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  2. Naja, es passt zu Joe und Nadja, wie sie sich in der Sache verhalten haben. Zudem Nadja damals eben noch nicht ganz volljährig war und die beiden nicht schon wieder Staub aufwirbeln wollten. Dass Nadja Ärger aus dem Weg gehen will, kann ich auch gut verstehen. Es geht ihr gerade so gut, warum soll sie sich das mit so einer blöden Gans verderben :)

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  3. Stimmt auch wieder :)
    LG Lars

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