Sonntag, 23. März 2014

14 Tage

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Heute muss ich früher los.", sagte Nadja etwas geknickt zu Rebecca, als sie morgens gemeinsam hineingingen. "Kein Problem, aber sagst du mir, wieso?" "Arzttermin.", strahlte Nadja, "Das nächste Ultraschall steht an. Und ich lerne auch meine Hebamme kennen." Rebecca zeigte mit dem Daumen nach oben. "Super. Es geht ja bei dir auch bald in den Endspurt. Verträumt und etwas mütterlich strich sie Nadja über die kleine Kugel, die jeden Tag zu wachsen schien.

Fast 14 Tage arbeitete Nadja nun schon in der Beratungsstelle und die einhellige Meinung aller dort war, dass sie auf keinen Fall jemals wieder damit aufhören dürfe. Spielend hatte sie die Arbeit aller ihrer Vorgängerinnen in den Schatten gestellt und organisierte den Ablauf der Termine und Anwesenheiten inzwischen, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

Hillary hatte auch noch einige Male angerufen. Doch außer Nadja ging kaum noch jemand in der Einrichtung ans Telefon. Und nach dem Lob, dass sie dafür erhalten hatte, Hillary abblitzen zu lassen, wurde es schwer durchzudringen. Nadja schrieb Nummern auf und vereinbarte Rückrufe, statt Rebecca oder andere bei ihrer Arbeit zu stören. Hillary hatte irgendwann aufgegeben und auch andere nervige Anrufe blieben aus.

Völlig anders ging Nadja natürlich mit Anruferinnen um die Hilfesuchend anriefen. Rebecca hatte sie zwei Mal dabei beobachtet und beschlossen, dass man Nadja mit solchen Erstgesprächen problemlos allein lassen konnte. Es gab ein Merkblatt, wie vorzugehen sei. Dazu gehörte das ruhige Sprechen und das Abfragen gewisser Erstinformationen, wie beispielsweise, ob überhaupt schon ein Schwangerschaftstest gemacht wäre. Es riefen auch immer wieder Mädchen an, deren Periode einfach ein paar Tage überfällig war und sie in Panik verfielen. Zuweilen fühlte Nadja sich an sich selbst erinnert, wie sie als kopfloses Huhn durchs Zimmer gerannt war und auch Mary verrück gemacht hatte.

Wenn es sich schließlich als nötig herausstellte, vereinbarte Nadja Beratungstermine und gab den Mädchen die Anleitung, wie sie herfinden würden. Wenn sie ankamen, verteilte Nadja sie auf die richtigen Zimmer und machte inzwischen völlig selbständig die Tests auf Drogen und den Schwangerschaftstest und gab den Beratern die Ergebnisse schon mit ins Gespräch.

Wann immer etwas Luft war und das Mädchen nichts dagegen hatte, lauschte Nadja den Beratungsgesprächen. Besonders Rebecca griff auch oft darauf zurück und ließ Nadja währenddessen davon berichten, wie sie selbst ihre Schwangerschaft erlebte. Besonders die Tatsache, dass sie Wochenlang als Rucksacktouristin, zugegeben in Hotels, durch Europa getourt war, beeindruckte die Mädchen, die sich oft schon ausrechneten, sie müssten sämtliche Aktivitäten von Radfahren bis Cheerleading sofort aufgeben.

Auch Nadjas Befürchtung, hier werde mit Abtreibungsempfehlungen um sich geworfen hatte sich einfach nicht bestätigt. Die Beratungen konzentrierten sich genau auf die Situation der Mädchen und es wurde sorgfältig abgewogen, welche Möglichkeiten bestanden und wie ein Leben mit Kind aussehen würde. Natürlich wurde die Möglichkeit erwähnt, doch keineswegs wurde das auf die leichte Schulter genommen. Nadja war dort einfach rundum zufrieden.

Kommentare:

  1. Hey :)
    ich bin zufällig auf die Seite gekommen und ich muss sagen dass der Blog mir sehr gefällt. weiter so (:
    VG

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  2. Na? Ob nun das Studium in die Ferne rückt und Nadja sich lieber mit Baby der gemeinnützigen Arbeit widmet? Vorstellbar wäre das ja. Auch wenn sie die erste Zeit sicher beim Baby zuhause bleiben wird. Aber sie scheint ja ein Organisationstalent zu haben. Und gute Sekretärinnen ist (fast) unbezahlbar *grins*

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  3. Ja...bald ist es auch schon soweit.
    wie lange dauert es denn noch genau?
    was meint ihr was es wird ein junge oder ein mädchen? ich glaube ja ein junge.
    LG Lars

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