Donnerstag, 13. September 2012

Auf den Stufen vor der Tür

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Der Termin mit dem Anwalt war für den Nachmittag angesetzt. Es sollten sowohl Nadja, als auch Maria dabei anwesend sein. Und damit Mykola auch auf keinen Fall irgendwie Einfluss darauf nehmen konnte, oder es sogar belauschen konnte, hatten sich alle im Haus von Joe verabredet. Wobei Maria allerdings nicht eingeweiht war. Lelya hatte Joe gegenüber eigentlich auch darauf bestanden, dass Nadja erst am Nachmittag davon erführe.

Sie wollte nicht, dass die Mädchen tagsüber in der Schule saßen und sich so viele Gedanken machten, dass sie sich auf nichts konzentrieren konnten. Doch Joe hatte gesagt, er werde Nadja das auf keinen Fall vorenthalten und so hatte er sie mit einer kurzen Nachricht am Handy informiert. Eine Antwort hatte es auch prompt gegeben. "Der Bastard! Den machen wir fertig!", war Nadjas knappe Antwort gewesen. Allerdings hatte auch sie zugestimmt, fürs Erste Maria nicht zu beunruhigen.

Lelya war damals für die Hilfe von Grant beim Erwerb der dauerhaften Arbeitserlaubnis sehr dankbar gewesen. Doch diese Geschichte hatte sie sich, nach ihrem Verständnis, selbst eingebrockt und sie wollte sie auch selbst ausbügeln. So hatte sie zwar Joe gegenüber mehrfach darauf bestanden, den Anwalt selbst zu bezahlen, doch schlussendlich hatte sie Joe von seiner Zusage, er werde sich schon darum kümmern, nicht abbringen können.

Grant kam für diese Aufgabe nicht in Frage. Er verstand sich zwar gut auf das Verwaltungsrecht und hatte auch beim Strafrechtsprozess gegen Nadjas Mitschüler Sebastian vor einem Jahr eine gute Figur gemacht, doch auch da hatte er schon die Hilfe eines Strafrechtsprofis in Anspruch genommen. Sich nun mit den Feinheiten des amerikanischen und vor allem internationalen Familienrechts, vertraut zu machen, war nichts, was er hätte in die Hand nehmen können. Dennoch war er natürlich bei der Suche nach einem passenden Kandidaten sehr hilfreich gewesen. Walter Pierce war der Name des ausgesuchten Anwalts.


Maria hatte sich auf die Stufen vor die Tür gesetzt. Es dauerte immer eine Weile bis Nadja an der Schule ankam. Sie hatte normalerweise fast gleichzeitig mit Nadja Schulschluss, so war es natürlich nicht möglich, dass Nadja pünktlich an der Schule war, schließlich lagen zwischen den beiden Schulen knappe 15 Minuten Autofahrt. Eigentlich war die Ansage ja gewesen, dass sie sich zwingend innerhalb des Gebäudes aufhalten sollte, während sie auf Nadja wartete, doch da drin hielt sie es heute nicht mehr aus. Immer wieder ließ sie ihren Blick über den Schulhof schweifen und hoffte, Mykola doch noch einmal zu sehen.

Kommentare:

  1. Es kann sehr gefährlich sein, einen Teenie in pikante Geschehen einzuweihen. Aber es ist weitaus gefährlicher sie nicht einzuweihen.
    Nachdem man das zarte Seelchen eifrig vor allem Bösen beschützt hat fehlt ihr nun auch noch der letzte Akt.
    Sollte Mykola noch auftauchen hat er alle Möglichkeiten sie zu beeinflussen. Mit der ubertriebenen Fürsorge haben sie nun Mykola möglicherweise in die Hände gespielt... Hoffentlich passiert da nicht noch was....

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  2. Gut so, dass Lelya nun einen fähigen Anwalt hat und auch bald das Gespräch mit ihm statt finden wird. Wichtig ist es auch, dass die beiden Kinder eingeweiht werden. Maria weiss nun schon etwas von den Ereignissen damals, umso wichtiger ist es, dass sie auch die neuen Wendungen mitbekommt. So wird sich ein neues, nicht so schönes Bild, von ihrem Vater in ihr erscheinen. Jetzt darf er nur nicht grade auftauchen und sie beeinflussen.

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