Samstag, 7. Januar 2012

Das spielt keine Rolle

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Triumphierend grinste James seinen Chef an und schlug beim zurücklehnen die Beine übereinander. "Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen ist die Mail wohl doch aus ihrem Computer?", feixte James. Joe verharrte ein wenig in seiner Starre. Er hatte ohnehin den Fehler gemacht zu viel Emotion zu zeigen. Dann konnte er es hoffentlich wenigstens bei dieser einen Emotion belassen und derweil in Ruhe überlegen. "Wie sind Sie an das Material gekommen?", fragte er bedächtig. Er wollte darauf achten nicht bereits ein Eingeständnis der Echtheit zu äußern.

"Oh, das tut nichts zur Sache, es.." Joe fiel James ins Wort: "Das tut erheblich zur Sache. Also, wie sind Sie an diese Mail gekommen, die doch aus meinem Postfach stammen soll, welches, wie ich bereits sagte, verschlüsselt ist!", wurde er nun strenger. James sah etwas beleidigt aus, weil Joe ihm gerade wieder die Führung abnahm. Aber er ließ sich darauf ein. "Sagen wir mal, dass das IT-Sicherheitssystem der Firma durchaus Lücken aufweist und eine Verschlüsselung mit genügend Rechenleistung eben auch gebrochen werden kann."

Joe ging im Kopf die Möglichkeiten durch, wie genau James an das Material gekommen war. Tatsächlich befand sich die Mail natürlich nicht im gesonder geschützten Bereich seiner eigenen Arbeitsstation hier auf dem Schreibtisch sondern auf dem Firmenmailserver. Der ließ sich natürlich mit einem normalen Administrationsaccount bearbeiten und somit auch Zugriff auf die Postfächer nehmen. Fragte sich noch, wie er die Verschlüsselung gebrochen hatte. Er musste entweder über Zugriff auf einen Supercomputer verfügt haben, oder vielleicht auch ein Botnetzwerk. Beides war jedoch, solange man nicht selbst üebr soetwas verfügte, ziemlich kostspielig.

"Sie haben ein paar Firmenrichtlinien verletzt und ganz schön Geld investiert um daran zu kommen.", schoss Joe einfach mal ins Blaue. James Gesichtsausdruck, aus einer Mischung aus Verblüffung und Stolz, verriet ihm sofort, dass er getroffen hatte. Dieser Typ hatte sicherlich eine Menge Kohle verbrannt um eine Mail zu entschlüsseln. Das wiederum brachte Joe auf den Gedanken, dass er bereits eine Ahnung gehabt haben musste. Sonst hätte er sicherlich nicht so viel Geld ins Blaue ausgegeben. Oder waren die Mails eher ein Zufallsfund und er hatte sich in Industriespionage versucht?

"Das spielt keine Rolle...", wandte James nun ein, "Was dagegen eine Rolle spielt, ist was es Ihnen wert ist, dass diese Information unser kleines Geheimnis bleibt." Joe lächelte sanft. Da war sie also. Seine erste echte Erpressung. Seit fast fünf Jahren war er nun in leitenden Positionen. Davon nun auch schon ein paar sogar als CEO. Alle Kollegen aus leitenden Positionen und Geschäftsfreunde hatten ihm gesagt, es werde der Tag kommen, wenn ein Untergebener oder sonst jemand ins Büro spaziert und versucht einen zu erpressen. Quasi jeder der sich in so einer Position befand, war in irgendeiner Weise angreifbar. Also wäre es auch nur eine Frage der Zeit. Irgendwie war Joe mit einem Mal vollkommen beruhigt. Er wusste, was nun zu tun war.

Kommentare:

  1. Spätestens bei diesem sanften Lächeln würde ich an James Stelle jetzt Magenkrämpfe bekommen. Denn ein Mann, der gerade in dieEcke gedrängt wurde und schwitzen und zittern sollte, stattdessen aber lächelt.. oh oh..
    Ich bin gar nicht böse drum, wenn James jetzt mal so richtig in die Sch**** gegriffen hat.

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  2. Herr Autor, Du kannst doch jetzt nicht einfach hier Schluss für heute machen *motz*. Ich will auch wissen, warum Joe plötzlich so gelassen ist und genau weiss wie er zu reagieren hat. Aber schon mal gut, dass Joe es durchschaut was James gemacht hat.
    Bin ja wirklich mal gespannt, welche Idee Joe nun hat. Anscheinend ist das ja eine beeits gut durchdachte Strategie :-)
    Nur wie ich unseren Herrn Autor kenne, kommt morgen erst das Gespräch zwischen Nadja und Mary *grummel*.

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