Sonntag, 20. Juni 2010

Geldsorgen

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Diesmal fiel Nadja der Abschied von Joe deutlich leichter. Die Nacht war schön gewesen und sie war sich seiner inzwischen auch viel sicherer. Und das Beste war, dass er schon sagen konnte, wann er wiederkommen würde. Es waren zwar noch 5 Wochen bis dahin. Dafür würde er dann auch gleich drei Tage bleiben können. Und vielleicht würde es sogar klappen, dass er vorher noch einmal auf einen Kurzbesuch vorbei käme.

Verträumt ging Nadja zurück zum Unterkunftshaus. Aber dann bog sie doch vorher auf einen kleinen Pfad ein und setzte sich an den Strand. Nach diesen Erlebnissen wollte sie erst mal allein sein, um das alles zu verarbeiten. Erst als der Mittag schon lange vorbei war, ging sie zurück zu den anderen um sich etwas zu Essen zu holen. Jurina und Ga'ilana saßen allerdings schon auf der Wiese am Pool. Sie waren längst fertig mit Essen.

Nadja holte sich nur einen Teller voll Salat und setzte sich an die Liegewiese zu den beiden. "Die hat das Grinsen ja immer noch im Gesicht.", stellte Ga'ilana fest, als sie näher kam. Nadja ließ sich auf dem Liegestuhl am Fußende nieder, wo am anderen Ende Laura und Hashina ein Mittagsschläfchen hielten. Jurina schaute sie nur fragend an. "Na erzähl schon.", sagte sie dann als Nadja nur genüsslich Salat in ihren Mund schaufelte aber sich nicht anschickte, irgendetwas zu sagen.

Kichernd und albernd ließ Nadja sich bitten und erzählte von den beiden Tagen mit Joe. Und sie hätte schwören können ,dass schon ein wenig Neid in Jurinas Stimme lag. Aber wenn dem so war, überspielte sie das gekonnt und ließ für ihr Glück ehrliche Freude erkennen.

Später am Tage fand sie eine Nachricht, dass Post für sie da wäre an ihrem Spind und ging hoch zu Felix. "Du hast einen Brief für mich?", freute sie sich. Die Briefe waren deutlich beschleunigt worden, als Nadja ihr Einverständnis zu einem veränderten Verfahren gegeben hatte. Nun schrieb Mama immer an eine Deckadresse in der Ukraine. Dort wurden die Briefe direkt geöffnet, eingescannt und per E-Mail nach Arramoa geschickt. Tage später kam dann erst das Original an.
Zurück allerdings wurden die Briefe konventionell per Expresspost verschickt. Mama wäre sicherlich deutlich zu verwirrt wenn sie merken würde, dass die Briefe nicht mehr handgeschrieben wurden.

Felix nickte und zog den Ausdruck aus einer Kiste heraus. Erst war Nadja gehemmt gewesen ihre persönlichen Geheimnisse so zu offenbaren. Aber Felix hatte fest versprochen, dass er die Briefe nicht lesen würde, sondern nur die fertigen Papiere aus dem Laserdrucker in Umschläge steckte. Die Meisten der Mädchen auf Arramoa verfuhren so mit ihrer Post, weil sich dadurch schlicht drei bis vier Tage Zeit sparen ließen.

"Hier - Vorhin reingekommen.", lächelte er und gab Nadja den Umschlag. Dann saß er schon wieder an seinem PC. Nadja nahm den Brief mit und öffnete ihn auf einer bequemen Liege am Pool. Mit steigender Aufregung las sie den Brief. Mama würde sich scheiden lassen. Und sie war ausgezogen mit den beiden. Aber das Viertel in dem sie jetzt wohnte, da reihte sich doch nur eine Bruchbude an die andere. Nadja wurde abwechselnd heiß und kalt.

Sie waren nie reich gewesen. Aber für ein anständiges Leben hatte Papas Gehalt immer gereicht. Und nun war es eine Wohnung mit drei Zimmern und sie lebte von Lebensmittelgutscheinen von der Wohlfahrt. So gern wollte sie helfen. Mama das Geld geben um die Scheidung vorantreiben zu können. Sie selbst wusste nur zu gut, dass ohne einen dezenten Umschlag mit ein paar Banknoten, auf keinem Amt etwas zu erreichen war. Und Papa hatte das Geld für solche Umschläge. Mama nicht. Das konnte böse ausgehen.

In ihr braute sich Wut zusammen. Sie überlegte, wie viel Uhr es war, und ob es wohl möglich war das Handy anzurufen.

Kommentare:

  1. Aber wie will sie denn helfen? Felix fragen? Thorsten eine Mail schicken?

    Ich bin sicher, dass Thorsten da gerne helfen würde. Sonst liefe er ja Gefahr, dass Nadja zu ihrer Mutter zurückkehrt, um dort mit Arbeit Geld zu verdienen. Er hätte damit ein Teilchen seiner Sammlung verloren.
    Aber weiß Nadja das? Eigentlich ist sie doch viel zu bescheiden, um sich zu trauen, sowas zu fragen *grübel* Bin neugierig!

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  2. Interessante und verzwickte Situation für Nadja.
    Einfach nach Geld fragen fänd ich auch *doof*.
    Eine Form von Job, um sich was verdienen zu können währe hilfrein.

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