Mittwoch, 23. Juni 2010

Ein Anwalt

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja saß mit einem weiteren Glas Wasser auf einem Stuhl bei Felix im Büro. Er hatte seinen Schreibtischstuhl herumgedreht und sah sie freundlich an. "Also erzählst du mir, was los ist?", bat er sie schließlich als ein paar Augenblicke nichts gesagt worden war.

Nadjas Gedanken gingen wirr umher und sie versuchte sie zu ordnen. Felix hatte ihr damals schon versprochen er könne dafür sorgen, dass ihr Papa auf Geschäftsreise ist, wenn sie das nächste mal die Familie besucht. Aber ob er auch mit so etwas helfen konnte?

Sie fasste sich ein Herz. "Meine Eltern lassen sich scheiden.", flüsterte sie leise und versteckte ihr Gesicht sofort hinter dem Wasserglas. Felix nickte nur: "Oha." "Und Mama bekommt keinen Unterhalt von Papa und sie muss ihre Sachen bei der Wohlfahrt holen und sie kann ihn nicht verklagen, weil kein Beamter etwas tut, wenn er nicht ein bisschen Geld extra bekommt und sie hat kein Geld und Papa hat welches und wenn es jetzt schlimm läuft...", sie hatte während des ganzen Satzes nicht Luft geholt und brach jetzt ab.

Felix sah sie nur verstehend an und nickte weiter. "Ich muss nach Kiew. Bitte! Und..", sie errötete und sah zur Seite. Sie kam sich wie eine Bettlerin vor. Doch Mama zu liebe würde sie fragen. "Und bekomme ich noch mal Bargeld und Kreditkarten?", fragte sie und schämte sich im selben Augenblick. "Ich muss Mama doch helfen.", flüsterte sie zur Rechtfertigung hinterher und schon wieder liefen Tränen die Wange herunter.

"Meinst du deiner Mama ist geholfen, wenn in der schweren Situation jetzt auch noch ihre zweite Tochter auftaucht? Vor allem, wenn Papa das mitbekommt und dich sofort wieder aufs Standesamt schleift?", meinte er sachlich. Nadja zuckte zusammen. So weit hatte sie nicht gedacht. "Aber.. Ich muss ihr doch helfen?", fragte sie geknickt. "Ja. Das musst du, wenn du kannst. Aber was deine Mama braucht ist nicht ihre Tochter, sondern ein Anwalt und einen kleinen Sack Bargeld."

An einen Anwalt hatte sie noch gar nicht gedacht. "Anwälte sind ja noch teurer!", warf sie ein. Felix nickte nur. "Also wenn du nach Kiew fahren möchtest, werde ich dich nicht aufhalten. Ich buch dir sofort ein Ticket. Aber es wird, vermutlich mindestens 48 Stunden, eher länger, dauern bis du da bist. Du bekommst auch wieder ganz normal Geld mit und auch Kreditkarten. Aber ich habe einen anderen Vorschlag." Nadja war nun hellwach. Trotz der Schamesröte, welche die Bettelei in ihr Gesicht gezaubert hatte, sah sie Felix nun in die Augen. Er wollte helfen. Und das war ein gutes Zeichen.

"Wir schicken einen unserer Firmenanwälte zu deiner Mama. Für den Einzelnen ist es zwar immer schrecklich, aber eine Scheidung ist keine große Sache. Das bekommt der neben seiner normalen Arbeit ganz leicht fertig. Dann hat deine Mama einen guten Anwalt und wir geben dem Anwalt noch ein hübsches Budget mit auf den Weg um die Sache ein wenig ins Rollen zu bringen. Und wenn sich alles beruhigt hat und die Scheidung geklärt kannst du auch wieder nach Kiew fliegen ohne Angst zu haben!" Nadjas Augen leuchteten auf. "Das würdest du tun?", fragte sie mit brüchiger Stimme.

"Ach Nadja. Der Anwalt und die Schmiergelder kosten zusammen vermutlich nicht mal so viel, wie der Flug von Arramoa aufs Festland!", lachte er. "Wenn ich dich jetzt fliegen lassen kann, kann ich auch einen Anwalt bezahlen. Ich muss Thorsten zwar um Erlaubnis fragen, aber ich bin sicher, dass das kein Problem sein wird. Vielleicht möchtest du ihn ja selbst fragen?"

Das war zuviel für Nadja und Sie griff herzhaft zu den Taschentüchern, die Felix ihr hingestellt hatte. Der stand von seinem Stuhl auf und nahm sie sanft in den Arm. "Ach duuuu.", lächelte er und wartete, bis der kleine Heulanfall vorbei ist. Dann nickte Nadja. "Ja - Ich frage ihn selbst!", erklärte sie. Soweit reichte ihr Stolz dann doch noch. "Dann schauen wir mal ob er zu erreichen ist.", lächelte Felix und rief den Terminkalender auf. Er konnte zwar dort nicht sehen, was Thorsten Stahl gerade für einen Termin hatte, aber ob er einen hatte, war genau zu erkennen.

Er nickte wieder. "Er ist im Büro. Also schauen wir mal." Felix nahm den Hörer ab und wählte. "Hallo Thorsten, Felix hier." Nadjas Herz schlug bis zum Hals. Nun war sie vollkommen überrumpelt. Das es so schnell gehen würde hatte sie nicht gedacht. Und während Felix noch kurz die Lage erklärte versuchte sie ihre Gedanken zu ordnen. Da hielt er ihr aber auch schon den Hörer hin.

Kommentare:

  1. Warum sind die Kerle auf der Insel eigentlich alle schwul? Da Thorsten ja schon vergeben ist, würd ich auch Felix nehmen, der is voll knuffig...oder teilt Mielle?

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  2. Nie nicht teile ich!! Meiner!

    Nimm Felix und krempel ihn um :-) Der ist auch ganz OK *gg*

    Ha, dachte ich es mir doch. Ein guter Anwalt ist die beste Hilfe. Find ich gut. Hat Thorsten nicht vielleicht auch noch einen Firmenschläger, der Papa mal besucht?
    Ich will Blut sehen!

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