Sonntag, 27. Juni 2010

Nach Seattle

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Ich habe lange hin und her überlegt. Ich mag es nicht, dass du so weit von mir weg bist und hier auf Arramoa bist. Ich möchte, dass du ganz nah bei mir bist. Außerdem bist du ein schlaues Mädchen. Du solltest nicht auf einer Insel als Schönheitstrophäe sein sondern auf eine Schule gehen und studieren."

Nadja sah ihn fassungslos an. Sicher wollte sie unendlich gern studieren. Damals hatte sie davon geträumt, wie toll es wäre nicht nur Krankenschwester, sondern vielleicht sogar Ärztin zu sein. Aber mit ihrer Reise nach Deutschland schien sich das ja ohnehin alles endgültig erledigt zu haben. Und ferner denn je, war ein ordentlicher Beruf.

Und nun sprach Joe wieder davon. Gerade hatte sie angefangen sich mit der etwas stupiden Situation auf Arramoa anzufreunden und nun sprach Joe davon, sie solle auf eine Schule gehen. Sie hing an seinen Lippen und hoffte, er möge weitersprechen. Joe wartete auf eine Reaktion. Er sah ihr in die Augen und erblickte, die Mischung aus Hoffen und Bangen und das erwartungsvolle Gesicht.

Er schluckte. Er war vollkommen verunsichert, ob das Angebot nun angemessen war. Ob es das war, was sie wollte oder ob sie ihm nun dafür den Laufpass geben würde. "Komm doch zu mir. Zieh zu mir in mein Haus nach Seattle. Wir suchen eine Schule für dich und du machs deinen High School Abschluss und dann kannst du auf ein College gehen und werden was du möchtest. Du bist doch noch so jung. Ich würde so gern sehen, wie du etwas aus deinem Leben machst. Lass mich dir helfen!"

Er zuckte unwillkürlich zusammen. Wartete immer noch gespannt auf ihre Reaktion. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Entweder würde sie ihm um den Hals fallen oder sie würde wütend werden und ihm sagen, dass sie seine Almosen nicht bräuchte. Aber, da sie ja auch Thorstens Hilfe annahm, warum sollte sie seine ablehnen? Fast ängstlich sah er ihr in die Augen. "Möchtest du das?", fragte er weiterhin unsicher.

Nadja rang weiter um Fassung und sah erst auf den Boden vor sich, dann in seine Augen. Er sprach ihren Traum aus. Der Mann den sie wirklich liebte, sprach davon, dass sie etwas aus sich machen sollte und er würde ihr helfen. "Ich liebe dich.", sagte sie dann schüchtern, weil ihr nichts besseres einfiel. "Und ich komme gern zu dir.", setzte sie hinterher und gierte nach einem Kuss.

Joe fiel ein mächtiger Stein vom Herzen und er drückte sie fest an sich. "Toll", war nun das einzige was ihm einfiel. Nadja wurde fast schwindelig bei dem Kuss. Sie vergaß zu Atmen und ihre Gedanken kreisten um wieder ein neues Leben. Er hatte von einem Haus geredet. Nicht von einer Wohnung. Sie sollte in einem Haus leben und wieder auf eine Schule gehen. Eine richtige Schule. Keine Volksschule wo man nach grade acht Jahen ins Berufsleben geschickt wurde. Eine High-School, wo sie einen vernünftigen Abschluss machen konnte.

Sie schloss die Augen und lies sich treiben. Das war der schönste Geburtstag ihres Lebens.

Kommentare:

  1. Was für Aussichten!

    Genau das richtige für Nadja. Und was hat nun Joes Anwalt abgecheckt?
    Was sagt denn wohl Joes Familie dazu? Und die Nachbarn, wenn plötzlich so was junges bei ihm wohnt?
    Trotzdem freuts mich für Nadja :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ich kann es mir so in etwa denken, was er von einem Anwalt will.

    Ich weiß nicht, ob er ihr Vormund und ihr Geliebter sein kann (von Rechtswegen her)

    Aber wenn man ein minderjähriges, ausländisches Mädchen bei sich "aufnehmen" will, muss man ein paar Papiere unterschreiben.

    Aber es freut mich auch für Nadja *seufz*
    Sceint ja doch noch ein Happy End zu werden

    AntwortenLöschen
  3. Ich freue mich riesig für Nadja. So kommt sie ihren Traum ein ganzes Stückchen näher. Joe ist ein feiner Kerl und man sieht, dass er es richtig ernst meint mit ihr.

    Der Anwalt wird, so glaub ich auch, für die rechtlichen Vorschriften da sein. Nun braucht nur noch Thorsten seinen Segen geben und dann steht dem jungen Glück nichts mehr im Weg.

    Lieben Gruß wasserfee

    AntwortenLöschen

Bitte beim Kommentieren höflich bleiben. Es gibt hier die Möglichkeit Anonym zu kommentieren, aber denke bitte kurz nach ob du das wirklich möchtest. Unterzeichne deinen Kommentar doch mit einem Pseudonym oder deinen Initialen, dass man weiß, welche Kommentare alle von dir sind. Oder noch besser, du nutzt nicht die Auswahl "Anonym" sondern "Name/URL" und lässt das Feld für die URL einfach frei. Dann wird dein Kommentar mit deinem selbst gewählten Namen angezeigt.

Vielen Dank.